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Full text of "Ausführliche theoretisch-practische Anweisung zum Piano-Forte-Spiel, vom ersten Elementar-Unterrichte an bis zur vollkommensten Ausbilding;"

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This BOOK may be kept out TWO WEEKS 
ONLYL and Sis subject to a fine of FIVE 
CHNTli a dat thereafter. It is DUE on the 
DAY indicated below: 





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An s fuhrli cli e 

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ifvveite Aufla^e. 

Ei^eittlntm. cLesA'crle^ers. 



-H_Q() Q (J C) ) Einjtiryn in ilaa Jrriiu S 




eler Jfuaiknh'rit/tdnii/tr: 



QSLSL9^Li^3- 



AVleiiljei Tobias Haslin<!»er, 

K.k-.Hof-mul privil. Kxmli -imcl ^tufiLkalioiiLliiiivdlfr . 



ndoit , in' jBooi <• 



(ISC' 52.01.) 






Dxru.ix- A. Far 



Digitized by the Internet Archive 

in 2012 with funding from 

University of North Carolina at Chapel Hill 



http://archive.org/details/ausfhrlichetheorOOhumm 




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MEL^MiE&Ia^t^i^ 3L&i£$2? ^js&iL 1 





Die Musik hat unter den schonen Kiinsten den bedeutendsten nnd ehrenvollsten Platz 
eiiigenoiiimen, indent sie,einen wesentlichen Antneil an der Erziehuug behauptend , 
durch iht-en Einfluss auf Gefiihl and Geschmack die nioralisch- iisthetische Bildung be= 
fordert. 

Unter den Werkzeugen ihrer Ausbildung ist in neuern Zeitendas Pianoforte fiir bei= 
de Geschlechter das gemein hrauchbarste geworden } Lehrbiicher fiir dieses Instrument 
sind zwar seit C.Ph.E. B a e h'sVorgang und Muster in grosser Anzahl erschienen , allein 
mit Ausnahiue einiger weniger, niochten sie mehr als Ausziige zu betrachten Sein , worin 
das schon friiher Gesagte, zumTheil nur mit andern Worten und Formen , in der Kiirzewie^ 
derholt wurdcohne dass dabei anVerbesserung und Fortschreitung viel gedacht und auf 
den erweiferten Umfang des Instruments besondere Riicksicht genommen worden ware; 
dergestalt; dass bis jetzt viele Dinge zweifelhaft und unberichtigt geblieben sind. 

Vieljahrige Erfahrungen im Unterricht , anderseits der Wunsch, diese Mangel mog= 
lichst zu beseitigen und etwas Vollstiindigeres zu liefern , besonders aber die Ermuthi = 
giing einer erhabenen kunstiibenden Kennerinn, IHRO MAJESTAT Erlauchten Kaiser= 
lichen Sehwester MARIE PAULOWNA , Grossherzoginn zu Sachsen, W. E. , welche von 
meiner Lehrart selbstthatige Kenntniss zu nehmen geruhte, haben mieh veranlasst,die = 
se ausfiihrliche Anweisung zu srhreiben. 



T.H.5201. 



551376 

AA IJ ^T ■" 



VI 



Weniger dabei an eiiien beschriinkten Umfang denkend, als vielmehr auf ein Werk 
ausgehend, das unserm Zeitalter angemessen , und nicht alleinden Lernenden , sondern 
zugleich auch vielen Lehrenden von Nutzen sein konnte , war ich bemiiht , das Gauze auf 
einen hohern Standpunkt zu stellen. 

EW. KAISERLICHEN MAJESTAT stete Geneigtheit , den Veibessei-ungen und 
Fortschi-iften in jedem Pache der Erkenntniss HOCHST IHREN ei-muntemdeiiBeifall 
und fordei-liche Theilnahme zu schenken , geruhte auch me in Unternehmen einerbeson = 
dern Aufmerksainkeit zu wurdigen,und mir huldreichst zu erlauben, diesein Werke 
HOCHST IHREN ERHABENEN NAMEN voianstellen zu din-fen. 

I ii «lc in ich nun das Gliick dieser hochsten Vergiin sti gun g mir anzueignen hier = 
durch mich ei-kiihne , hege ich keinen andern Wunsch , als den , dass nieine Arbeit dieser 
Auszeichnung wiirdig erscheinen, und EW. MAJESTAT beifalliger Geiiehmiguug sich 
abermals erfreuen moge. 

In tiefster iinvei'briichlichster Ehrfurcht und Verehrung ersterbe, 








allei'iinterthiluigstcr 

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7 I } // / 



T.H.5201. 




Voppe.de IX 

Vorerinneriing* fur Altern und Lehrer XI 

ERSTERTHEIL. 

ERSTER ABSCHNITT. 

Elemental' -Unteri'icht . 7 \ m 

Erstes Kapitel . 
Vo m S i t z e am Kltvier , , j t 

Z we i t e $ K apit e 1 . 

Von der Haltung des Korpe rs , der Ariue , dei- Hande und der Finger 1. 

Drittes Kapitel. 

Vom Noten plan und von den Sehliisseln 2 . 

Viertes Kapitel. 
Von der Tastatur und den Noten..., 3. 

Fun t'te s Kap it el . 

Von der G e s t alt derNoten , ihreni We r I h , und den auf sie Bezug habenden Pau sen 4t. 

Vorbereitende-Ubung-en 6 . 

Z WE ITER ABSCHIWTT. 

Erstes Kapitel. 

Von den Ve rsetzungszeichen.. 15. 

Zweites Kapitel. 
Von den Punkten liinler den Noten und Pausen , Bin dung-en und versehiedenarligen Note n-Einthei lung-en. . 20. 
PraktiseUe Beispiele dariiber , und Finger- V b ungen 23. 

ORITTER ABSCHIMTT. 

Erstes Kapitel. 
Von den To n le itern , To n-a rtpn, Vo rzeichnun Jf e n und I n 1 e v v a 1 1 e n 46 . 

Zweites Kapitel. 
Vom Z e i I in a s s und Takt 49 . 

Drittes Kapitel. 
Wie man den Takt anjfeben Soil *..'.... 52. 

Viertes Kapitel. 
Von denWiederholunjfs-undVorlrajfszeiehen . 53. 

Fun fte s Kapitel. 
VonWoi'len , die auf lang-samere oder schnellere Bewej^ung- des Zeiliuasses , auf Af fe kt j S t ap k e und Sehwa= 

eh e des Spiels Bezug- haben ^ 56 . 

60 Ubungsstueke aus alien Tonarlen, worin die iin ersten Tbeil erkliirlen Regeln in Anwendnnjf (febracht sind . . . . 59. 

Zusatz. Kapitel. 
Auswahl zweckmassig-er Komposizionen fill's Pianoforte zui* slufenweisen Fortsehi'eilunjj 1 101. 

ZWEITER THEIL. 

EINLEITUN G. 

Vom Fingersatze iiberhaupt 105 . 

Erstes Kapitel. 
Vom Forlrucken mit einerlei Fingerordnung- bei g 1 e ieh f o r m i ge r Figm*enfolge $ nebs I dazu erforderli = 

ehen Applikatur- tlbung-en I06. 

Ziweites Kapitel. 
Vom Untersetzen des Daumens outer andere Finger, und Uberschlagen der Fing-er iiber den Daunien ; 

nebat Ubung-en 167. 

T.H.5201. 



VIII 

Drittes Kapitel. Seite. 

Vom Auslassen eines odee niehrer Finder ; nebsl libung-en 250. 

Vierte s Kapitel. 
Voni Ve j- t a u s e h e n des einen Fingers mil dem andern auf deniselben Tone; nebsl Ubungen 2 78. 

Fiinftes Kapitel. 
Von denSpannung-en iindSpriinfeo; nebsl Ubung-en 297. 

Sechs te s K a p i t e 1 . 
V'om Gebrauch des Da u me n s und des fiinf ten Finders auf den Ob e'r't a s le n ; nebsl Ubung-en 310. 

Siebentes Kapitel. 
Vom IJ bee leg-en eines liing-epn Fing-eps iibep einen kiipzeen , nnd Unler leg-en eines kiirzrrn uiilep einen 

lang-ern; nebsl Ubungen 322. 

Achtes Kapitel. 
Voui A b w e c h s e 1 n eines odep niehrer Fingee auf d e p s e lb e n Tasle , bei wiederholte.nl und niclil wiedepboU 
teiu Tonunsclilag; und uiugekeliet_ vom inehpiualig'en sog-leich wiedepliollenGebeauch eines und d e s = 
selben Fing-eps auf zwei odep nielipen Taslen ; nebsl Ubung-en 335. 

IVeuntes Kapitel. 
VouiAbwechseln, Ubeeschlag-en undEing-peifen dep Hande; nebst Ubung-en 370. 

Zehntes Kapitel. 
VonderSlimmen-Vertheiliing-und Fing-eeopdnungs- Licenz beim g-ebund'enen Styl ; nebsl Fug-en -Beispielen . 379. 

DRITTER THEIL. 

EKSTER JBSCHNITT. 

Erstes Kapitel. 
Von den A u s s c h in ii c k u n g- e n und M a n i e p e n ( Vepziepung-en) iibeehaupt •> nebst ihpen Zeicben 393. 

Zweites Ka pitel. 
Voni T p i 1 1 e p mil seineni Nachschlag- 393. 

Dritte s Ka pitel. 
Von dem uneigentlichen Triller odep dep g-e tpille pie n Nole oline Nacbschlag- 397. 

Vierte s Kapitel. 
Vom S e li n e 1 1 e e 398 . 

Fiinftes Kapitel. 
Vom D o p p el s c h 1 a g- 5 ( von Vielen Mbr'deni genannl.) 398. 

Sechstes Kapitel. 

Von den Vo r s c b I a g e n , Z w i s c h e n s c h 1 a g e n und andepn Vepzreruugen 399. 

Praklische Beispiele 403. 

ZWEITER ABSCHNITT. 

Erstes Kapitel. 
Vom Vorlrag-e Uberhaupt 426. 

Zweites Kapitel. 
Einige Haiiptheiuerkiingen y dens cho nen Vortrag und Ausdrnek helreffend 427. 

Drittes Kapitel. 

Vom Gebrauch dep Pedale 453. 

*■ — Viertes Kapitel. 

Uber die zweekiuassige Behandlung- dep vepsehiedenen Pianoforte von d eul schem odep engliscbe m Me = 

ehanisnius 454 . 

Fiinfte s K a p i t el. 

Uber INntzeii . Gebrauch und Anwendung des Malzel'sclion M e t po no m s , . 455. 

r 

Sechs tes Kapitel. 
Vom St i ni men des Instruments 458. 

Sieb entes K a pi t el. 

Vnm i'peien P b a n I a s i p e n ( E.vtrmporirrn) und Pp :i 1 It d i p e n 461. 



T.H.520I 




IX 



Das Pianoforte ist jetzt unter alien Instrumenien das yebriiuchliste,und dies mit Recht ; denn nicht 
nur, dass man auf ihm at te Fit lie der Harmonie, auch der in mehrern Stimmen reyelmassiy ansyearbei- 
teten, leieht erlqnyen kann; nicht nur, dass sieh auf ihm jede Art derMusik iiberhaupt , bis auf einen 
yewissen Grad yeniiyend vortrayen lasst, so dass es nicht nur als Instrument fur sich , s sondern auch als 
Repriisentant Alter zusammen, betrachtet undrbehandelt werden kannj nicht nur , dass es ebendeshalb 
auch der ausreichendste,anyemessenste and bequemste Begleiter, wie fur den Gesang ,so fiirandere In- 
strnmente ist: so ist es und sein Spiel auch am wenigsten gee iynet , auf die Gesundheit , selast den schwach- 
sten Kiirpers , nachtheilig einzuwirkenjandererlnconvenienzen, die bei andern Instrnvtenten mehroder 
weniger stall finden, bei ihm aber keinesweys , nicht zu gedenken . 

Diese Vorziige , und auch der bedeutende I'mfany , den dieses Instrument seit etwa zwanziyJahren 
erhalten hat, haben wohl besonders dazu beiyetrayen, dass es so allyemein und iiberall einyefiihrt ,und • 
auch ein- so holier Grad von Knnstfertigkeit darauf von*Fielen erlanyt warden ist . 

Durch diese Fortschritte hat nunauch die Schreibart fur dieses Instrument nach und nach eineyanzan- 
dere Richtuny und Gestalt anyenommen , und die sehr vermehrten , sehr yesteiycrten Schwieriykeilen , die 
man zu besieyen yestrebt , haben bei manchen friiher aufyestellten Leh ry r u ndsir tzen , besonders auch im 
Finye rsatze , eine bedeutende Feriinderung nothig yemacht , 

Durch viele Freunde und Lehrer des Pianoforlespiels aufgefordert , liabe ich versucht,ein fiirdiejet- 
zige , neueinyetretene F.poche dieses Instruments zweckmtissiges Lehrbuch zu schreiben . 

II itttt ich nun dent Pubiikmn hiermit dies Lehrbuch , als eine Anleitung zum Ulavierspielen , iiberge- 
be ,so geschieht es nicht aus Kitelkeit , sondern einziy , um das Zutrauenzu ehren , das man meinerLiebe 
zur Kunst yeschenkt hat, und aus dem Bestreben , vielleicht dadurch niitzlich zu werden . 

Us war dabei gleich An fangs weniger meine Absicht , ein Lehrbuch bloss , Oder auch nur zunachst , 
fur diejeniyen zu schreiben , die nur iiberhaupt , und vornehmlich auf die be quemste und kiirzeste 
Art, le id I ich Klavierspielen lernen wollen , als hauptsachlieh fir solche- die nebstden praktischen 
auch die damit verbundenen theoretischen Kenntnisse und Fertigkeiten sich zu eigen zu machenwid sich 
zu griindlichen Spietern zu bilden die Absicht haben . 

Auch erwarte man nicht , dass ich strebe , iiberall neu ,or igi ne 1 1 , und aelehrt zu seim im Ge - 
yentheil.- ich ha be alles das Gate und Nutzliche, was verstiindiye Manner, nach reiflicher Vberleyuny 
und longer E r fa hruny , seit mehrals einem halbenJahrhundert hieriiber yeschrieben , soviet als tniiyl ich 
beizubehalten oder doch zu benutzen gesucht , und nur das hinzuyefiigt, was ich fir die jetziye Spiel - 
und Schreibart zweekmassiger und passend fand, oder im umyekehrten Falle d,:ts weygelassen, wasmir 
nuumehr iiberfliissiy zu sein schien . 

l/brigens habe ich yesucht eine moglichst stufenweis-fortschreitende Ordnung zn < beobachten , man- 
ches bisher zweifelhaft Gebliebene festzustellen , im Vorirage durch Worte moglichst kttrz unddentlichzn 
sein, tind niryends an hinreichenden praktischen Beispielen fehlen zu lassen. 

Sollte es mir gelinyen , durch dieses Lehrliuch, nicht a II ein der Geyenwart , sondern auch der Zukunft 
zu ntitzen, so werde ich es als die schonste Belohnuny meiner Bemiihung ansehen . 

We i ma r , im December 1827 . 

J. IS: H ummel . 



T.H5S01. 




Es ist diesem Werke eine, weit iiber meine Erwartung reichende , gunstige Aufnahme und weite 
Verbreitung geschenkt warden . Ich fiihle mich dafiir nicht nur zu lebhaftem Danke, sondern auch zu 
sorgfiiltiger Beinuhung verpflichtet, fur Verbesserung des Buchs in der neuen, niithig gewordenen 
Ausgabe zu limn , was ich vermag und was ohne eine ganzliche Vmgestaltung desselbenmoglichschien. 
liber diese Verbesserungen gebe ich hier kiirzlich Rechenschaft . 

In den Notenbeispielen ist Weniges , und nichts von so viel Bedeutung verandert warden , dass es 
niithig ware > es im Einzelnen anzufuhren. Betrachtlicher sind die Veranderungen des Tejcies.Hierist 
magtichst Sorge getragen warden: 1, fur Verbesserung 'der Sprache Sherhanpt ; 2, fur genauere Be - 
stimmung der Begriffe und der sie bezeichnenden Worte; 3, fur man die , zwar kurze , doch , wie mir 
scheint, nicht unbedeutende Zusdtze . Dieses dreies gilt vom ganzen Werke. Aber grossere und we - 
sentlichere Abdnderungen hat , ausser dem, der dritte Theil erhalten, so dass mehrere , und die fur den 
schrifflichen Vortrag schwierigsten Kapitel entweder giinzlich um-oder grossentheits neu ausgear - 
beitet warden sind. Jenes ist vornehmlich der Fall mil den Kapiteln vom Vo rtrag ii b e r h an pi , 
vom scho n e n Vo rtrag und A us d r uc k besonders:dies _ mil dem Kapitel vom freie n Ph a n t a - 
siren..- 



J . IX. IB ii m m i> I . 



T.H.5201. 




XI 



fur 




J>a t'on der Beschaffenheit des Grundunterrichts All ex abhangt, was darauf gebauet werden noil : 
so ha be u tile rn bei der Wahl eines Lehrerx weniger auf die Wohlfeilheit dex Unterrichts , als ha up I - 
xachlich darauf zu xehen,daxs derLehrer: 

1 .) ein Mann von grundlichenKenntnixxen set, der xelbxt guten Unterricht genoxxen hat; weil die im 
Anfang durch Vernachldssigung entstandenen iibeln Angewohnheiten spa'ter sehr xchwer , oft gar nicht 
inehr abzuge wohnen sind , 

3.) daxx seine Lehrmethode bestimmt und fasslich set, er die Kinder liebreich , mitGeduld behand- 
le , und Strenge nun eintreten laxxe , wenn xie nothwendig u-ird . 

3.) dans er auch sonxt von einem Wexen xei, welchex die Jugend nicht von xich entfernt , xondernmehr 
zu sich einladel : sie ermuntert und ihre Lust znm lernen xtiirkt 

heider sind litem oft so eitel, zu verlangen, dass ihre Kinder xchon nqch kaumbegonnenemUnterricht 
allerlei Stiiekehen spielen sollen, um da durch Aufsehen zu erregen, bedenken aber nicht, dass dies nichts 
fruchtet , sondem schadet— schon dadurch , dass ex einem grilndlichen Element ar-Unterrich te die kostba- 
re Zeit raubt, die zur Befextigung der Anfang sgriinde so nb'thig ist, ohne welche nichts Ge6rdnetesundGe- 
diegenes erreicht werden kann . Hat aber der Schiller schon eine gewisse Stufe der Ausbildung erreicht , so 
rathe ich selbst , ihn zuweilen vor einigen Personen spielen zu tassen j denn ex xpornt seinen Fleixx , und 
giebt ihm Unlit und Sicherheit. 

Jeder Anfanger bedarf wenigstens fur das ersfe halbe Jahr, und wo mogtich fur ein ganzex Jahr td'g- 
lich einer Stunde Unterrichts weil der Schiilernoch unfahig ist , xich xelbxt hel fen zukonnen: bleibt er 
aber sich zu lange iiberlassen , so ist zu befiirchten, dass er durch Aneignung ublerGewohnheiten sich 
schade . Viele im Fortxchreiten begriffene Spieler sind der irrigen Meinung , man miisse tiiglich xechsbix 
xieben Slunden spielen , inn zum Ziele zu gelangen: ich kann jedoch versiehern , dass ein r eg el mas si- 
g e s , t a g lie he s , an fine rksames Stud in in von hochstens drei Stun den zureichend ist; denn jede 
la'ngere Ubung stump ft den Geist ab, bewirkt ein mehr maschienenmiissiges , als beseelles Spiel , und hat 
fiir den Spieler me ist den Nachtheil , dass , wenn er einmal ein so anhaltendes Ejcercitium entbehren muss, 
es ihn hindert, soil er plotzlich etwax vortragen, ohne xich erxt einige Tage vorher wieder eingeiibt zu ha- 
ben . _ Ich bin der meinung , dass man, im Allgemeinen , IHadchen nicht vor dem siebenten , und Knabennicht 
vor dem achten .hi lire Musik lehren soil, ex ware denn, daxs sie sich durch ein ganz auxgezeichnetex Talent 
und eine d a r a ns entstehende besondere ISeigung von selbst dazu hingezogen fuhlten ; denn in zu zartem 
Alter besitzen Kinder noch zu wenig Denkkraft ,und bekotnmen oft xchon Uberdruss am Studiu in , ehe sienur 
zur Einsicht seines Z weeks gelling t sind. 

Fiir den L e h- re r will ich hier nur noch bemerken : 

1.) dass er an Allem ,wodurch der Schiller sein Fortschreiteninder Kunst beweiset ,lebhaf 'ten Antheil 
zeigen soil; 



T.H.5201. 



XII 



2.) dans- er dem Schiller keine ilblen Angewohnheiten zulasse ,• 

3.) dass er Ihn, sobald er die nothigsten Forkenntnisse iiuie hat, nicht fort wah rend mil dem etwas trock- 
nen Ejcempelwesen beschiifligc ,sondern auch zuweilen gefd'llige , fur das Pianoforte 211 diesem Zwcck ei - 
gens gesetzte Kleinigkeiten mit einmische,*^ damit die Lust and Lernbegierdedes Zb'g lings vonZeit znZeit 
gesteigert irerde. ( Die Gewohnheit mancher Lehrer, die Anfd'nger gleich mil schwierigen Stiicken zu pla- 
t/en, taitgl durchaus nichts.) 

4.) gewohne der Lehrer den Schiller beiZeiten, die Aiigen auf die Noten zu richten,und die Tauten nur 
diirch das Gefiihl der Finger, nach ihrer Entfernung von einander, aufzufinden. Da es bei vielenSchii'ern , 
besonders Kindern,der Fall ist, dass sie anfiinglich gem auswendig zu spielen versuchen , wodurch sie 
nie zu einer Fertigkeit /in Notenlesen gelangen: so fahre er, sobalder bemerkt,dass der Schiller das 
Stiick, welches er eben lernt, zu sehr ins Geda'chtniss fasst, damit nicht liinger fort , sondern gebe ihm 
etwas Neues, damit er sich gezwungen sehe, nach Noten and nicht nach dem Gehor zu spielen . 

5.) lasse er die Schiller nie zu geschwind spielen i denn dies ist der erste Schritt zu einem undeutli- 
chen, unreinen Spiel. 

6.) suche erdem Schiller gleich vom Anfange einen richtigen , deutliehen Anschlag und strenge gleicit- 
md'ssige Beobachtung des Zei I masses ( Tempo) anzneignen . 

■J.) soil der Lehrer , soviet als moglich, auf reine Stimmung des instrumentes sehen, damit das Ge - 
hi) r des Schiilers nicht verdorben , sondern vielmehr gesehitrft und verfeinert werde. 

Will er uberhaupt gute Fortschritte an seinem Schiiler bemerken , so zeige erihm einen heitern An- 
the il , behandle ihn mil Freundlichkeit und Geduld , und iibertreibe ihn n icht ,• sei aber dennoch genau in 
seinem llnlerricht . Auch halte er ihn schon An fangs an, die Finger nicht lunger oder kitrzer auf den Ta - 
sten liegen zu lassen, als es mil big ist, gebundene Noten anzuhalten und die kurzen leicht abzustossen , 
damit der Schiiler Hand und Finger in die Gewalt bekomme , und sich kein I ah mes ,schwerfdll iges Spiel 
angewiihne. Eben so halte er ihn gleich anfanglich zum Takt an, und gewohne ihn, selbst mil zu z allien ; 
er zeige ihm , wie er die Stelle spielen soil i lasse sie ihn langsam nachahmen und so lange iiben , bis er sie 
vollkommen rich tig vortragen kann. 

Durch diese Xtethode wird der Z ogling das, was er ausfiihrl, auch gut ausfiihren, und in der Folge 
die besten Friiciite davon tragen. 



St c r Ve r fa s s e r . 



*&**- X 



*> Sirhe die .tutwahl tolrher Kompotixionen im Zusatz - Knpilil am Schlatter rim irsiin Thills . 



T.H.5301. 




5201, 




EB.STER ikBSCHHITT 



\ 



P, i ; * T ii v- 1 j i .'4 :i - - H: 1 1 tern ellaJ . 



Grates Kapitel. 

I o >i: S /' I z r ii iii It I it r i i' f. 

§*■ 

Uor Schiller sit/.tmitte n amKlavier.eineSpRiuie.oder spelis l>i< /.elm 'Anil well davou entferrit , je 
ivtchdem «'i erwachsen ist. kiir/.erc oder langerc Anne hat . damit die reehtp Main! dip liiiolisten , und (Up 
liiike die ticfstcn Tasten bequcni erreirhen kauu . ohm' » 1 i « - Stellmig des Kiirpers /.n veriiu'dpi'ii. 

Der S i ( /. muss, wi'dcr /.n hoch . horli /.n niedrig. mi besehaffen spin, dass heide Maude /.\\ angst'ici. 
mid gleiehsam natiirlirh. auf dell Tasten nilien. Kindern imterstutz.e man die Fiis s e.dumit sie eiue !'<■- 
sit- mill ruhiire Haltiiug bekommen . 



Zweites Kapitcl. 

foil ili-r Itttl t ii hi; tics Ii ii v p r r s . tier I r m r • i/rr II ii li il r « 
ii ikI der /•'/' ii if e v. 
Hierauf muss g'leich anfjingiich besondere Riieksiehl geiiomnien werdeu.weil jedeYprnaehlassigung' 
die iiaehtheiligsteii, selten gan/. /.u verbesseriideii,Kblgen naeb sieh /.ielit, und nictit uur der Anstand . 
sondern aueh Leiehtlg-keit, Rundung*, Ausdniek und Kraft des Spiels; uothwendig - dabe,v lelden. 

§'• 

Die H a 1 1 u ii g- des K ii r |> e r s sei gerade, weder vorAvarts . uoeh /.ur Seite gehogeii - mid die der 
K I bo s p n ein weiiig geg-pii den Leil» gewendet, ohne sip demselbeii an/aischimegeii. 

§2. 

Die VI ii s k e I ii der Anne mid Mamie imisseii, frei von Anstri'iigimg . nnr so\ iel Spaunkrafl auneh= 
men, dass sie die Hande.nnd diese die Finger ohne Sphlaffheit /.u tragen vermog'en. 

§3. 

Die H ii n (I «■ halte man ein wenig gerundet . und( wie die Fiisse) etwas answarts, jedoeh frei mid unge= 
/Ayimgen; denn hierdureh wird besonders auph der Gel) ran eh des Daumens auf den Ohertasteii sc br erlejclu 
lerl. Ihre Lage darf weder holier, noeh niedriger seiu, als not hi gist, die Vorderglieder der Finger zubeu= 
gi'n.mii die Taste mittelst dps Kallens vimi Finger an/.nselilagen. so dass der Daumen mil dem funftenHu'= 
ger eine horizoiitale Linie auf der Klaviatnr Mldet. 

Das pi arte Anflegen der Finger und gleiehsam das EintVohren in die Taste- hei herrtbhangenderlfand, 
sind gan/. fehlerhaft -mid verursaehen ein mattes, lahmes Spiel. 

52 01. 

Eijyeiitkum uuil \>rla« ■'< r k.k.Hof. Kunst-iuu) >lusikalu'iihaii.Uiin i; 
| t t/m i'nhitts llitsliiifji r in Hi', it. 



2 



§* 



Die Fin g e r nuissen. bei Spaiiimngeii ansg-enommen,'weder zu w-eit auseinanderstehen,noch7.udieht 
an einander klehen; denn jeder Finger soil natiirlich fiber die Taste zu liegen komineii. An eh diirfensie 
nieht langer, als vorgesehrieben ist, auf den Tasten ruhen, weil sonst die Dentliehkeit des Spiels verliert. 

Der D a u in e n beriihrt die Taste nur niit der Schneide des vordersten Gliedes. Da er der kiirzeste 
Finger ist- so gewohne man ihn i miner etwas eingebogeii. sich unter den zweiten Finger neigend . /.u 
halt en, dainit er stets zuin Fntersetzen bereittei; do'ch darf er aieht an andere Finger angedriickt , uocli 
miter dieTastatnr herabgehalten, oder wohl gar an die Klaviaturleiste angestemmt werden . 

Vm iiberhaupt die nothige Leiehtigkeit, Kube und Sieherheit im Spiele 7.11 erlaiigen. muss jede hefti = 
ge Hewegung der Klbogen und der Hiinde verniieden,uiid die Muskelu derselbeu diirfeil nieht starkejr au= 
gespaimt werden , als eine ruhige und freie Haltung der Hand erfordert. Die Hehendigkeit liegt nur in 
den (iliedern der Finger, die loeker und leicht sich fortbewegen und nielit y.u hoeli von den Tasten erbe = 



ben diirf'en. * 



§5. 



Iter A 11 S chl a g muss bestimmt und gleichinassig sein,alles Driieken und Sehlagen vennieden.we= 

der Hand noeh Finger aus der natiirlich gebogeuen Lage gebraeht . mid die Tasten miisseniuehrvorwarts 

als riickwarts auf dem (Jriffbret angeseblagen werden , dam it der Ton kraftvoller sei und die Passagenge= 

ruudeter hervortreteu. , 

§ 6. 

Fndlieb miisseu I'belstande, wie: das Gesichf zu nahe an die Noten halten. Einbeissen der Lippen, 
Wackelh des Kopfes uaeb dem Zeitmass, ete. sorgfaltig vermieden werden. weil sie theils der Gfisuiidheit, 
llieils dem Anstaude zuwider sind. 



Drittes I» apitel. 

Vn in N ot e n p I a n 11 nd- von deriS ehl ii s s e In. 

§1- 

Der Flat/, ■ worauf die Tone dureh Zeichen (Noten) vorgestellt werden 1 heisstder N o t e 11 p 1 a n . 
dessen fiinf Liuieu und vier Zwiseheiiraume man aufwiirts ziihlt; als: 



I ., t a I ' . ;i * 



It i.e t'i'inf \j i 11 i e 11 



Flic vici'Zwisclicnraume, 



Fin die noeh tiefern und noeh hohern Tone 7.11 bezeiehnen, werden den Noten kleine Querstriche(Nehen= 
liuieu) gleiehsam als Fortsetzung des Notenplanes, iiber uud unter demselben hinziigefiigt , als: 

. . Hnhcre Ti> 11 c . 



Tic'fei-c Tiinc 



§2. 
Fiir das Pianoforte hat man zwei iibereinanderstehende Notenplane niitbig, den obern fur die rechte, 
den iinteni fiir die linke Hand? oft dient aueb Finer derselbeu beiden Handen zuglere.h. Beide Notenpla = 
ue werden vorn dureb eine K I a m 111 e r verbundeii; als: 



Hcclitc llaml. 



I.ililrr II. 1 nil. 



(- 



l,of/ier* Kiii|;ir_iini| Handffclcnlcfuhm' kann bei Anlang-ccn mi lanjfc nut ,\ul/.i : ii aiij,-c\vaiiill werden 9 bis sic sich die ricli = 
'• ll.illiui|; /.11 cij;cn j; < • ii 1 ; 1 < 1 1 1 habcn. 



T. 11.5201. 



§3- • 

Man bedient sieh jetzt beini Pianoforte des Violin schliissels fiirdie hoheu. mid des B 

sels fiir die tiefen Tone. *) Ersterem gehort die reehte Tastenreihe voni eingestrirhenem T 7 auf 

tereni die linke von dies em Tone abwarts. Beide Sehliissel werden gleieh naeh der Khun me i 

net; als: 

Vinlin- Sehliissel. 



3 



ass srhliis: 
warts . let •/. = 
vo'rsezeicli= 



P 



Bass- Schlussel. 



w 



Viertes Kanitel. 

Von der Ta stat-ur und dm IX o t e n. 

Wie miitisam Kindern die Kenntniss der 'Fasten imd \oteii beizub ring-en ist,ohne Hire Lust und Credit Id 
7.ii ermiiden, fiihlt jeder Lehrer; deiui die bislier ang-ewendete Methode war ■■ i«-li t iinmer die befriedigviuU 
ste , da sie oft lernbegierigen Kindern beschwerlieh un<l langweilig wurde. Irb babe die sp'ater angefubr= 
ten zwei Methoden aus eigner Erfaliruiig beini Unterricht am bewabrtesten gefiindeu . 

§1. 

Kuerst erkliire man dem Schiiler, dass dieMusik aus sielten uiiahhangige'n Haupttouen bestelie , die 
der Folge naeh aufwarts c,d,e,f,g,a,h hcissen, und,mit Eiiischluss des naeh A wiederkehrenelen o , 
eine O k t a ve ausmachen. 

\. ;'*9: 
Man zeige ilint die siebeiiTone der eingestrieheneii Oktave auf dem Pianoforte, maehe ibu dabei auf 
das' untei'balb der zwei Obertasten liegende cund unterhalb der drei Obertasten liegende /". besonders 
aufinerksam, und lasse ilm diese beiden Tone auf dem g-anzen Klavier selbst aufsuchen; sodium lehremau 
ilin die zwisehen c und f, und die zwiseben f \\iu[ dem nachsten c liege nden Taste n kennen.und gleielu 
falls dureli alle Oktaven auffindeit. 

§3. 

1st er mit der ganzen Tastatur bekaunt , so erkliire man ibm die Eintheiliiiig derselben in die versehie= 
denen Oktaven; als: die Contra-, gross* und kleine Oktave des Basses und die 1.2. 3 etc. gestriebeue Ok= 
tave des Violiusebliissels . 

§4. 

Man' vereinige die IVoteiikenntniss zugleieh mit der Tastatur, und 7.\var naeh eiuer der zwei folgertden 
Methoden, dem Temperament des Sehiilers am angemesseiisten. 

1st das Kind lebbaft und nicht sebr zuin Naehdenken geneigt, so wahle man die erste" inebr me= 
ehaiiische und in dre Augen fallende Methode; ist es aber von ruhigem uud etwas deukendeiu Charakter, 
so verweise ieh 7,ur z w e i t e n , h - > mebr auf eigene Vergleiehung und Beurtbeilung der Tonstufehfolge 
gegriindete Methode, die ich auch bei alt'eren I'erso'nen aiizuweiiden empfelile. 



ERSTE METHODE 



«) 



Man fange mit Erlerniiiig der sieben Noten der eingestrieheneii Oktave im. Violin , und der 
k 1 e i n e n Oktave im Bass an ,und lasse den Sehiiler die Taste zugleieh mit anscblageu; denn diese Ab= 
wechslung maeht ihm Vergniigen , und bereitet seine Finger zum riehtigen Tonanschlag vor. 



* ) Fiir den Klavierspielcr von Bcraf \A es weg'cn des Avconvpagnement** Pautitiu'-Lescnssimd des Stadiums dee Kumposizion 
(liiL'chaiis niithig' , sicli inirli mit din Schliisseln fur S(]pran,Ali und Trnnr hek.mnl im niaelien. 



T.H.5201. 



Der Kopf der Note be/.eicluiet den Ton; als: 



(Eingx-striehcne Ofctavc.) 
,1 e /• .'/ " '' 



III J 1-++^ 



eben so verfahre man mit tier zweigestrieht 
nen uiid grossenOktave; 
(Zwcig-csti-ichenc Oktave.) 

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\ -iKI.in.- Oktave.) 



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(Grosse Oktave.) 



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mid so fort aufwiirts zmn dreigestrichenen ,y , und abwarts kuiii Contra /". 

(DreiircstriclHHicOktave,) 



f 



(Contra ToneO 



i fff 



ZWEITE METHODE 



'<; 



Man Ichre <len Sebiiler'den Standpuitkf der Noten und Tasten aller c> und der ersfen und fiinften Linie 
im Bass mill Violin ; /. . B . . ' • 1 

5fl,iuic 1 /• I J J- 

C <■ C 1 1 L J ■*■-'. -F — — — ~ 



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tiiU r *r 1, r 1 IJL-i 

» 1 I I J_ /.xwiircsti'irlli'llr. 

f; t 11 - Jv * £ — 



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tlrrijjfsli'irliciir 




trrt 

jjFiisse Oktave. 

IMe bei (*) iibereinanderstehenden Noten baben einerlei Lag-e aufdem Pianoforte. 

Nun erkl'are man ilim «la.s Stufenverhaitniss der daanvisehenlieg'enden Tone, und lasse sie ilm auf dem 
\0te11plan, wie aufdem Pianoforte auf finden . 1st nun beides wobl geiibt-, so frage man deuSehiiler aus= 
ser der Ordnung ilarum. was ieh aueli bei der ersten IWetbode empfehle; denn es wird ibir spater bei 111 
SehneLllesen vvesentlirh unterstutzen . _ 



Fiinf'tesKapitel. 

Von der (1 e s fait der I\ r o ten, ihrem If e r f fi 
und den auf sie Ilezui/ hubenden Pit 11 s e n . 

§*• 

Die verscbiedeiiartigre (1 e sta 1 1 derNoten bestimmt ihren We r t b oiler ihre 'A e i t <l a u e r - und 
hi alciclieni Verhiiltniss steheu die Pa u s <■ u zu den .\oteu. Letztere jpehieten derii Spieler; kiirzer oiler 
liinarer zu se1vweig , en,und in hianehen Fallen eine der beiden Hande langrere Zeit hindureb allein spieleu 
zu li.s.si'ii , je naebdeiii ihrWerth fortdi rt. 



I. 



T.H.5201. 



IVOTEN-und PAUSEFV- T.4BELLE 

Auf cine J = Note jfehen 



ine 4-= oder ^anzcTabtnau: 



zaz 



Zwci £ = Noten. 





chip if = Pause 



cine VV Pause 



*) 



i-ine 8 1 ? 1 Pause. 



K 



^S 



i'iiir 16 = l*;m^o. 



\ '- TV _• 1 J _•» ..»•_ nn{*liu.i... 



j^ flr 



Zwci unci dri. , fssfe'32 t - Noten. 




cine 38'J 1 Pause 



^/ // r 



cine 6* 1 :' Pause 



Man sieht hieraus, class auf die Hauer finer $■» Notexwe i $'= Noten, anfeine if-' Note y.wei 4= 
Noten, und aufeine 4= Note awe i 8= Noten u.s.w. gespielt wcrden miissen , uni dnrcli die Mehrzahl klei= 
nerer Notentheile das Zeitmass der griissern ans/.iil'nllen. 

§»• 
Oft soli en drei Noten nur soviel gelten als y.wei derselben (iattnng-: man nemiet sie Tr i o 1 e 11 mid he= 
seeichnet sie gewohnlich mit der Ziffer 3. 



Ilii'+'S'Nuteii-Triole^ 

is) imWerthe (jlcicli / .lie «'=' friolo 




7,wei4= Noten. zwei 8'f Noten, 11. s. w 



Folgende Beispiele, imlTnifaiig- von fiinf Toneii , sollen die linger an eineu gl'eichformigen Pbrtg-ang mid 
Anschlag gewobnen, mid den Aiifanger mit Noten mid Tasten vertrauter niaelie 11. Kr spiele siedaheratu 
fangs langsam mit jeder Hand a 1 1 e i 11 , dann mit beiden zusanimen so lang.e, bis sie ihm naeli mid naeh 
geliinfig- werden . 

Mehr Finger diirfen niebt zugleich auf den Tasten Heg-en bleiben; dfiin dies vernrsaeht ein sehwerfallL 
ges Spiel . \yelches spiiter kanm zu verbessern ist; jeder finger verlasse daber die Taste, sobald de r folgefb 
lie Ton angesclilagen 1st . 

Die Finger sind iiberall voni Itanmen anfangend mit 1.2.3.4.5. bezeiebnet . **> 



*) I111 franziisischen iindcngrliselicnNotcnstiche findel man die Vici-tel- Pause wie cine uinijelalii-te Aelilel|iau-e g-eforml , namlicli so; 

(t ) ila al>er diesc 7.11 grossc Ahnlicbkeit das Aiiffe oft taiiscbcn 11111I I i-i-iuijf veranlasst. so vciilicnl die dciitsehc \ ieil el- Pause (S ) 

bei wcitem denViirziifj'. 
**)ln cnglischer Elemental-- Musil; fill's Pianoforte I'imlct man den Daumcn mit X, oiler O , imd den Zciifefingrev mil 1. u.s.w. wie bei 

deiVioline bezeichnetj allcin ich halte das fih' iqiz wec([iniiss% , denn der Damnen ist so put als jeder andere,und bei jctzi|»ei'SuicL 

art sugar dec uncntbcliilicbstc Kinder. 



1.: 



T.H.5201. 



6 



Vbrbereitende Ubungen . 

)■ „ 1 2 3 * 5 .4 3 2 1 3 1 2 3 4 5 3 2 1 



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wiederhofft 



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5 4 3 2 1 2 3 4 



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T.H.5201. 



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15 2 5 1 

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5*32123*3212345 

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T.H.5201. 



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•?• 1 2 8 t 2 3 



4 2 3 4 J 3 4 3 2 I 



&L&m±LU-m 



wie friiher 
auch von 
G D unci A 
;t n fa n ii «- it <( .( 



^JT^JJ^ji^ 



5 4 3 5 4 3 2 4 3 2 13 2 3 4 5 



':'• icif cxlr ci^ ^p 



tl.S.W. 



0. 



3 12 3 4 2 3 4 5 3 4 5 4 3 2 1 



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3 2 12 4 3 2 -3 5 4 3 4 3 2 1 



P 



3 5 4 3 2 4 3 2 1 3 2 I 2 3 4 j 



^CLL'r.rr.rcj^ 



U.S. w. 




U.SAV. 



^ 



8. 



13 2 4 3 5 2 4 3 5 2 4 13 2 4 



»-■ 3 



{14 2 5 3 4 2 5 3 4 2 3 14 2 



jI/JJ^J^JJPj 



3 4 2 3 14 2 3 14 2 5 3 4 2 



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InTriole 

2 3 2.. 3 '4 3 4 5 4 3 2 



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12 3 4 3 2 3 4 5 4 3 2 



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4 3 2 3 4 3 2 1 2 3 4 



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.434 3 2 




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u. s. w. 



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u.s.w. 



12 



3 2 I 2 3 4 5 4 3 



3 4 



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3 4 5 4 3 2 I 2 3 4 3 2 



'JiUj^jjJJj^m 



I 2 3 2 3 4 3 4 5 4 3 




4 3 4 3 2 3 2 1 2 3 4 



^craJ-m-Lxl P 



T.H.5S01. 



9 



15. 



T r i'l 1 e r Vorbereitung. 



I 2 





r.iLgrfrfrfrn Ee 



II.S.W. 



.5 4 



^ffrffrffr nzfj^j 



8 3 




* 3 



^rrfffrrr^^ 




3 * 



5 4 



ll-s.W. 



II.S.W. 




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19. 



tlbungs-E xempel mitVeranderungen 

in Bezug auf Notenwerth und Elntfteifttng. 



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THEMA. , 

2 3 2 3 | 



Var.I. 



3 2 



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* 3 2 



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t. 1 1. 5 VOL 



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Var.VII. 



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Var.X. 



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Var.XI. 



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3 2 



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T.H.5201. 



12 



Var.XII. 



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Vai-.XV. 

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Var.XVI. 



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: 'forftiV fofgfr&iWftfofvr frftfrr, flTr:?fc£ 



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T.H.5201 



13 



Var. XVII. 



■f ff r r r^f r f r 'f rrrr ff fr rfTr rp ^^ 



w 




Var. XVIII. 



KffacT fiffjtpiifcttr g% 




Var. XIX. 





B e i s p i e 1 e, uni den Schiiler in hoheru unci tiefern Noten zu iiben , and ilin 
vorliiufig einigerinassen an Tonleitei', Ausspanneii und Einzieheit der-Fiiigrer 

*. zu gewillmen. . 




T.H.5201. 



14 



21 



n+± -ass as^J^j J m ^ J ■' p 



2,4 25 



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.'Eiiic Hand iiber die andere gegriffen- 



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I. 



T.H.5201. 



x iTI 



ZWEITER ABSCHNITT. 



Erstes Kapitel.' 

Von den Ve r s etz u n q s z e ich en. • 

§1- 

Jeder der im vierten Kapitel 1 §. erwiihnten siebeu Haupttone: v.,d. e.f. g.a. /». kaim durch V e r s e t= 
z u a (jsjeif hen erhohet oder erniedriget werden. Dann bedient man sieh grossentheils statt derl'n = 
tertaste, der nachsthdhern oder naehstniedrigern Obertaste, deren jede geg-en die zunachstlieg-ende Un = 
tertaste einen halben Ton hildet; daher betraehtet man die Tone der Obertasten als an.s den natiir lichen 
Tonen (Haupttonen) entstehend, und nennt sie a~h;h a n g i g e Tone._ (Der Unterschied zwischeuk I e U 
n e n und jrosse n halben Tonen ist nicht fiir das Gehiir, sondern bios fiir's Auge. etc.wie spiiter im drit* 
ten Kapitel g-ezeig/t wird.) 



§2. 



Es g-ieht e i n f a c h e und d o p p e 1 t e Versetzung-szeichen. 

1.) Das einfache Kreutz (#) e rhii h t dieNote, \ 2.) Das einfaehe Be (b) 
vor der es steht ,um einen fcleinen halben Ton, wel= 
cher aiif deni Pianoforte die n artiste a u f w a r t s 
licg-ende Taste i.st ; z.B. 



e r n i e d r i g t sie mil 
einen kleinen halben Tom. den die niiehst a h = 
warts lieg-ende Taste g-iht; z.B. 



^i'^'W^MS! 



Inr l fTf l M 



§3. 

Man pflegte bisher den (lurch # erhohten Noten die'Sylbe is, und den durch v eruiedrigten die S_> lbe es 
auzuhiiiigeu ; zweckmiissiger und natiirlieher alter ist's, ihnen iiur den Naiiieu des vorgesctzten Zeichens 
l>ciziiii'ig-en, als: e Kreutz. d Krentz; _ a Be. g Be, ete. denn dieses sehliesst die genaiieste Bestimmtheit 
der Note und ihres Versetzuiigszeichens zug-leich eiu, verhiitet jede Irrung- zwischen is und es , und ist iiber= 
haupt mit der Benenuung- anderer Nationen iihereinstinuiietider. *' 

§*• 

Das Aufliisung-szeichen t| (B quadrat) hebt "' das Kreutz oder (las Be g a u z auf, und giebt der Note 
ihren vorigen Namen , Ton und Standort auf deni liistriinieute zuriick ; z.B. 



l /M rmjfH i ' ju ^^^ 



Von den do ppelt en Versetzungszeiehen . 

"-'Das Doppelkreutz(x) e r h ii h t , und ''^lasDoppelbe bb (oder 9 aiieh lb)** e r n i ed r i g- t die Noli 
um einen g- a n z e n Ton, das ist: um zwei stiifemveise auf-und absteigende Tasten; z.B. 



r t»i.pprll;iMiit/. etc. 



h) 






win! ggeriflcn auf ilcm Piaiuif. 



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4i^^^ jMjl ^ M 



r I)<i|>pcll»c,ctc 



« I'''l'l" ll'< -. ' i' - 



4,± i m i ^ 

I, be cctc - 



*) So yagrn die Italicner: re diesis, fit diesis etc. re he mot , mi hernial etc, 
•lit* Franzosen: tit d/ese , re diese ot<". mi bemoly sol bemol etc. 
die Englandcr: < -sharp, h sharp etc. g flat, a flat, h flat etc . 
**' I).'i die Msherig'C Bczcichmin^ <I(^.sIh)|>p< ¥ l- Be's das Augr lri<-lit vfrwirrt, besondera bei Akkorden mil mehrcren ubcr**inan*lfrsito = 
ht'iulrn Been und wir bcreita ein f^anz zweckmassig^ea <*infachrs Zricht'ii fiir das Dop]>el-*Kreutz-(X ) besitzen , so ware es wi'in - 
achenswei'tlij'daaa auchdaa Doppel-Bc durch ein e i n /- i jf e a Zeichen amsgcdriickt wiirde. Icii sohlag'e dalier oLig-e Bezcidinun= 
ffcnvQvjsollte aber Jemand eine zweckmRssigere Figwr auffinden, st» wird es ilun die miisikalischeWelt Dank wisscn* 



T.H.5201. 



16 



It r i s pi el e . 




"' has b hebt ehenfalls das Doppel-Kreutz and Doppel- He g-a n z auf, unci gieht dpr Note iliren ur = 
spriinglirlien Nam en, Ton unci Standort auf dem Instrument. 

'''Will man das X oderl'(I') in ein e i n f a e h e s verwaiideln, so muss, urn alleZweifel zu heseU 
tiaen. dem a ausdrucklich noch das kleine & oder V beig-esetzt werden; z.B. 



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»»r-^v g f' | p ' r ^p 




*; 



Die Versetzung-szeiehen sind entweder w e s e n t 1 i c li oder z u f a 1 1 i g : 
1.) w e s e n 1 1 i c li , wenn sie aleieh zu Anfange des Stiieks naeh dem Sehliissel voraezeielmet stelien. 
mid so die H a u p 1 1 o u a r t' dessellien bezeichnen; sie verset/.eu alsdaun das a' a u z e Stuck hint 
dureh die/jeuig-eu Noten , deren Stelle sie auf dem Notenplan eiuuelimeu; 
2.) z u f al 1 i g, wenn sie im Laufe des Stiieks den Noten selhst beig-esetzt sind ; sie gelten dauu E i u e n 
Takt hiudurch, Menu sie nielit noch iu demselben dureh ein b wieder ungiiliia' gemaeht werden. Steht 
jedoch vor der letzten Note des'l'aktes ein zufalliges # oder!'- uud beginnt der folgende mil derselheu 
Note, so gilt das Versetzuiigszeiehen "<>aiieh noch fiir dlese,wenn es uielit ''''dureh ein neues " wieder 
aufaehoben, oder der natiirlicheTon dureh ein anderes Versetzung-szeiehen verandert wird ; z.H. 




Ilier t'olaen einige kleine Bcispiele - worm die-Yersetzuiigszeieheii als z u fall i a' vor den Noten 
mid als \v e s e n t 1 i c h zu Ant'aug voraezeiehnet . erseheineu. 



T.H.5S01. 



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T.H.5201. 




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- §8. , 

Zaweilea wird die Hauptvorzeiohauag- eines Stiiekes 3 ' (lurch eiue a e 11 e Vor/.eichnung' aafge= 
liolx'ii. Folffeades Beispiel wird diesnofh aasehaulicher machea . 

We s e nt liv he Ve rsetzungs z e ie h e n , als Vnrzt'iiJinung^ 

wodureh die H aup'ttona r.t des Stile lies hesti mint wird. 2.) zufaliiffe 



1.) 



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"jjijij m a j**b j ^ a 

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Versctzunjfszeiclit'n . 



3.) n e u e Vorzeiehnun^* 



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I i 1 :t 2 » 2 



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It u <■ I; I; r h t> in die Haupl t o a a v t 



-, 1, *1M ua-M&g 2* 12*J : »j 2 35 3 , 4,, n 4° l,5;,„. { 5. t 



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3 2' 



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1 . 



mid Voi'zrichniinff wie im Anfang-e 

*«•-. .ill* a - •»"■* <f * -. * 



,p ff^r frfr . - r j g g M J^fe ^ 



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T H.5201. 



30 

Zweites KapiteL 

Von den Punkt e n hinter den No ten und Pan-sen, 
II i n d u n g e n mid uersehiedenartigen N ot en-M i nt h ei lung en. 

Dieses Kapitel. welches init dem fiinften des vorigen Ahschnitts in eng-er Beriihrung" steht . erfordert 
des Sehiilers besondere Aufmerksamke.it, indent es anf Taktgefiihl mid richtige Noteueintheilung- bedeiu 
tenden Eiiifluss hat. c . 

§"*■ 

IMe l'unkte,so wie die B i n d n n g- e n . veriaiijrern denWerth der Noten. E i n Punkt verliiiu 
gert die Note, hinter der er steht, urn die H :i 1 f t e .Hfrtes best immten Wert lies; folglich silt eine y.wei vier= 
tel Note mil dem Ptinkt drei Viertel ; etc", as. B % . 



Einr I'" 1 Notcmit ilcm PunM gilt: ' cine +': 1 Note. J ° 



nc 8': 1 Note, j 



eiiK-lG 1 ' 1 Note. * 



eine32y Note. ' 




Ausfuhrung*. 

Stehen ■/, w e i Punkte hinter der Note, so gilt der erste die Halfte derselben , mid der y.wei te die Halfte 
des ersten I'niiktes; z.B,... : i :,',. ; .-.•.; ■, , M , 



Hinter der. |= Note (jilt 
,lci- 1 4 / Punkt >?- 



J 1 1 • 1 



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AitsiilHinjp. 



§2. 
P n n kt e hinter 1* a u s e n haben gleiches Werth-Verhiiltniss init den I'niiktcii hinter den Noteu;-/..B. 



Ein Punkt h'intci-dcr8^Pansc hinter dorj&'g 1 Pause 



hinter der 32*5" Pause 




imd ehen so gilt der y.weite Fnnkt hinter Pausen wie hinter Noten: 

Li'i i it.i aj 



ie Halfte des Ersten, •> MV~ A'' 1 



§3. 

Der B i ml ii ii jr s b ii y e n (^ — -v) wird zwischen zwei anf derselben Tonstufe stehenden Noten jre= 
braneht, wenn derWerfh der zAveiten weniger als die Halfte der ersten hetriigt -mid dalier durchrkeirien 
Punkt ansgedriiekt we r den kann. Die y.weite oder gebiiudene Note wird dann uioht wieder angesehlagenj 
sondern nnr ihreni Werthe naeli ausgchaltcn ; ■/,. B. 




Er vertritt nur dann die Stelle des Pun kt e s, wenn a) der Takt am Elide der Zeile getrenut wird. 
mid der. anf die yweite Halfte falleude Punkt die folgende Zeile besrinnt. oder wenn''-' die aiis/.uhalteiu 



T.H.5S01 



21 * 



le Note (lurch ejnen Taktstrich unterbrochen ist ; als: 



P 



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riLfflsaa 



anstatt: 



anstatt: 




U^J^IM 



Im mehrstiiumig'en Satze fiiiclei man auch Pausen ii 1) e r , oiler n n t e r den IVoten; .sie bezeirhnen 
den Stinimen- Kiutritt und iliren Zeitwerth, uacli dem sie ausg°ehalten werden solicit; /.. U. 



1 1- i 1 1 ei n im I . 



uiim I. 2. :t. 4 ,, ;"Vi.iil))i. 2. :i. *'=" Mttel.J 



8 y ii c o /i <■ ii ( Zerschneidungen) nennt man Xoten. deren Kb vi bums den test fortschreitendejiTakt : 
g'liedern bald voran aebt-hald nachfolgt. 

Welo&ie. voran^clinnri . i nachfolg'Cn(l 1 



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l'anjprlit-uil. I 



5Qc 



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... ......j-,. . . ... . 



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[voi'aiig'uhriid. naMifoljj mil- 



^ 



§6. 

'Am dem. was friiber tiber die'l'riole gesag't wordcii. fiig'e icb uoeli hiny.ii, dass sie 

a) zuweileii in grosserer Notengattung,und 

b ) auch in Verbiridung mi t Pausen vorkommt ; sie wird daiui init der Xiahl 3 iibersehrieben . 



n) 



#^^4^i4^Ji J i Ji J Ji J i J- 



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j f-r*f r * r' r fr s r f ' ^ p ' ^ 7 

Oft werden solche dr e.i'N p t e n der einen Hand gegen /. w e i der andern gesnielt ; da aber dieses 
streng taktmassig-e JKusaihmenspielen dem Anfanser */.u schwer fa] It, so gestatte man ibm die zweitelVo= 
te erst z.iir dritten anzuscltlagen , doeh niebt ohne Uemerkiing. (lass ibm dies nur vorlaufig tl'rii seinerSchwa= 
ehe willen g-estattet werde und in Zukunft niebt so bleiben diirfe . /. . It. 



i jj?p p J3| J^J^JSii^rj jy^^^l 



! *J&rkU 



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$tf i Mfim& i 



1st er taktfester und seiner Finger machtiger, so verliert sich die Inaleicbbeit des gegenseitigenNo' 
tenverb'altnisses im Yortrag. wenn er aiil'das Kichtige aufmerksam geinaebt wird. 



T. 11.5201. 



22 



§'• 



Hie Sextolen ( seehs ziisaiiimeugestriehene Not en) sind von deuTrioIen ganz unterschieden,Averden 
aber ottmals wegen fehlerhaften Zusammenbiudeiis zweierTrioleu mit diesen verwechselt . 

Der Yortrag der Sextole. "-^zerfallt in drei zweigliedrig-e Theile, zweierTrioleu '>) aber nur in zwei drei= 
gliedrige; z. B. 



" uMSLr^f^mm 




In der jetzigen Sehreibart . hesonders in den verzierten Adayio's u. d. s'. findet man viele w i 1 I k ii li r= 
lich e Notenzahlen - als: 5.7. 9. 10. 11. t3.15.u.s,\v. deren Vortrag bei strenger Ta'kt- Eintheilung derAbsietit 
des Komponisten nicht entspreflhen wiirde; wollte man z. B.sieben Noteu anfein ode.r zwei Taklglieder 
reg-elmiissig' eintheilen, so wiirde der Vortrag, statt rund . uugleieh, holprieli mill steif ausfallen: so \viir= 
le znni Heispiel. 



dieser Si 



*■ f p I { ^sll I r J J 1 ^ 



al.sdann no klingen: 



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oder so: 



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l T in diesen I'belstand zn beseitigen, hiridet man so viele Noten zusamnieil, als "anfein oder 
Tiikttheile, oder ''■'auf den ganzetiTakt gespielt werden so lien, und setzt ihre Zahl dariiber. die 
miissen aber so egal, rnnd mid zusammenbaugeiid vorgetrageu werden. dass niebt der mindeste 
oder Stillstand bemerkbar ist . und der Spieler weder friiher. uoeb spater mit ibnen fertig wird, al 
Zeitmass erfordert 



mebre 

se Noteu 

Absatz 

s es das 




Zuweilen fiudet man Ahkiirzungeu (Abbreviatiiren) , die "'dureh eine einzige Note, oder '*' dureb eine 
einzelue Gruppe von Noten angedeutet, so oft wiederholt werden, als es derWerlb der mit achtel , seeb = 
z eh lit el Strieheii etc. oderAbkiirzungszeJeheu bezeiehneten Takttheile bestimmt. 

b + ;..♦+:'♦ 




Ausfulirunp. 



* ' X nit 2 fi'irlttnsikr*'rh'f/rr!) 

Vile iUhrin fain vat solltcn aits );«'s| ocli en ev Klavipvmitsiic vcrbaimt, unci jcUc uirdrrlrrlirrndr Fijpur jjanz ansffcstochen wopdcn 



T.H.5801. 



Beispiele zurErklarung dieses Kapitels. 

Ein Punkt hinter der Note, l.iut § 1 . " J 



23 



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o Ein Punkt hinter der Pause § 2. 

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1 2 3 2 



$ 5 .4 ,. Z w e i Puiikte hinter der Nolc 

5 T I * 

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T.H.5S01. 



o4 Zvvci Punkte hinter der Pause ; & 2. 



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Nachschlag-. 




1 

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Pa us e n ii b e 1* die No te n, verniischt init Binduugen; § 4, 

9- , ., ;i a a 5 i u as i a l il 



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in 1. 2. .5. 4Viiitcl 

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4 

2Z: 



221 



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T.H.5S01. 



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S yneopcn ( Zerscluieidungen;) §5. 



1 2 3 



I 2 4 



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in 1. 2- 3. + Vier 



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2 I 5 .! I 4 :( I 



4 12 4 




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- .. VerschiedenartigeTi'iolen. § 6. 



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ml. ' 2 ZweiviertclNotcn 



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3 5 



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11. 



T.H.5201. 



26 




| ^ _ Eine T r i.o 1 e gegen zwei gleiche Nof en gespielt 
V — o 5. 5 ., a 5 r, 5 « 




T.H.5201. 



I o Ungerade Nolenzahlen . § 8 




Beispiele griisserer Noten/.ahleu koiumeii spater vor,weil ihr Vortrag Anfangern nodi y.u schwer 
ist._ 

I'm alien Fingerti beider Haiide gl ei c h e Kraft und Uhabhangigkeit /.u verSchaffen 5 folg"t nuimiehr 
eirie Sammlung kleiner Figuren-Ubungen, im Umfange einer Q u in t e , bei stillstebender Hand, die aiu 
fangs mit jeder Hand einzeln, dann mit heiden zusammen so lange geiibt werden miissen, . bis sie olme 
Zwang und mit gehiiriger Kundung vorgetragen werden. Besonders erinnere man sioh dabei der Kegel, 
die Hilude ganz ruhig y.u halten,die Finger leiclit ( ohne sie hoch von denTasten zu erheben) fortzube = 
wegeri , und sie nieht linger auf denselben liegen zu lassen 5 als es Rechteiis ist . *' 



* ' Hicrlici kann Logier'i Fing'ei'-vuid Handg'elenMiihrei' angcwamlt wcrdon , und isi deiu Schiiicr, besonders in Alwcse'nhcit 
lira Lchrc'rs, dev i'ii:htig i en uml ruhijfon Halltin^ der Hiindr wejyeiij zu empfehlen. 



II. 



T.H.5201. 



2S 
S| a „.makk«,rde. Void. Grundton anfangend 

J J , l ife 



2-) . , 5 3 



2 * _2 4 




2 . * .'I g3'6.) 3 2 ;{ 4 ._, ;i 4 .'i7.) ;j 



vVun dorffwi'/i/eanf'anjyeinl. 




* > hicobi'in l'iii|;ii' (jcliiiiiii fur ilin iridic, die iinlrin I'iii- die linl.c H;m<l . die cine Olrlavc liefer jfcsjiieH wil'd. 

!!. T.H.5201. 



■ 




1MI.5201. 



30 



86.)3 , 2 3 * ■> 3 * 8?.) 



SS.) 




9f -)3 2 . „4 3 g «,* »»•) 3 4 1 . o 4 g^j 354 3 3 



4 3 

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T. II. 5201. 



31 




!!. 



T. 11.5201. 



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14?.), 



,1480 




1 :>(;.) 



■i ■■! a_jJL2 



In Doppelgriffen. 

is?.)? * ^ ii i5s.) : i t i; * 










160.)f il i f t 161.) .f •{ ! a 



j»>«.; is] •» ;{ 2 




1*5:5.) V :i :! ;i t 4 * 4 I 5 : ' 5 * * * *164.)?_ _ 1_ 



^ ^^g^lg^^^y^g 






•l 4 3 



lGG.)? 43 3 V 4 5 165.)? - ;i5 * :M 5 16S.)? * - ■' M — 101).)* •"} 



12 3 2 — ' 



± iSzzi*o.)i 



:f 2 4 



3 4 — 



jT2 3i[|«2J f*. 3 .iTi 321 2 i- I lii I.J i:S i= H=jl 

A n fti «■ r k: 1st der Scliiilcr fahig eine Se&fe unit dariiber /.ii spaiuien,so ist r.s gut,weini er spiitriiiiTi 
aui-ti Col gende Beispiele iibl . uni die Finger gleichfalls bei ausgestreoktef Hand uuaMinn- 
gig -/.ii niactieii . 



11. 



T.H.5S01. 



V b u n g e n 33 

I .n Se .rf -mid Sjepti men -Umfangcwobei die Quiittt- in der rechten Hand immei- mit dem 
vierten nnd in dcr linken mit doni zweiten Finger geiiomineii vvird.* 



*) 4 5 4 5 . VomCrrundto n dnfangeud- \ 



I :s * , 3 -\ 4 -' 



* 3 




Von der Secunde an fan ff end. 

W, gj y, , , as.),. 




Von derJIer-rant'angend. 

33.) ^ 5 3 ,j 33.) 4 



4 34.K 




II 



T.H.5201. 



34 




2 * 



58.), , . ., . . , . - „5J).) . 



3 I 2 * 8 



as ". 5 5 



2 » 8 



(50 )^" n , ' t " 1 ' Q.*iorte anf'angend. n-l ) 
3 .. .3 2 l_ ' 8 



if^^w^ *! 



3 3 I 5J '3 






«^ 




T.H.5S01. 



Von dep Quinte an fan gen d. 

72.), S8A 




103.1 



3 4 8 3 



10 j )^°" tevSeaste anfaiigend. 




1061 



£ 



ss 




107.) 

-4- 



108.) 
a- 



^ 5 ■* ."» 



109.) 



'Mt^'ii*^ 



U^jfrOTJTJi 



ii. 



T.H.5201. 




iS9.> 



Mehrsfiminig 



14().) .-i 4 5 * 14J.) 4 5 4 4 3 4 142 \ 5 4 



? 3 I i ! 3 4 I i 3 ! 3 4 ? 8 

ft C * ft ^ - + .1 ^ K. •> 



■ + % A 



W * 



143)| I 




T. 11.5201. 



37 



Yom (ii'iinillini autaiigi-ml. 







2 I 2 



V'nn der Jffers aiit;ins<'ii<l • 
3 



1e \ Vim <1«t 



jo \ -iA 1 1" ^ Von depurferzaniangend. 



IT.) , 



2 3 5 2 



:l 1S -)2 5 * 






5 -#-2 



;t 4 a 



19.), 4 20.) 4 21.) , 




ii. 



T.H.5201. 



38 



32.) , ., 



nn \ Vonder Quinte anfaiig'ciid. 




# „ k Von d«r Septime anfangend. « .. 
^hj.) 5 „ . /f7.) 5 2 




48.) 5 2 



m& m^Tlfr* f frtii l 



' tWV ! f 



49.) 5 4 



!^^ 



6 3 50.) 



51.) 




;{ -#-4 

rfc\ 4 ."> Afehrstimmig. 




EE 1 5 4 



•'"■) 1 2 1 



a .. a 
1 ,! I 



57.) 5 * 



2 I 



3 1 



5 * ■"> 4 •"> * i> _ 

580 ;( ■' '' * 




■ ■ 2 ' ' 2 ' 

I 3 ^ 3 n :s -* 



5 4 3 4 5 4 53 4 5 4 3 4 3 4 2 

59.) L 1 60 .)f 



t- z=: — 1 



Cbunge n 39 

Em Oktav-Umfangcwobei die Quinte in der i-echten Hand mit deui dritten^und in dcr 
linken mit dem zweiten Finger genoiiimen wird. 



1.) 



Vom <■ v u u d t o 11 antang'end . 4 - 



2.) 






3 



3.) 



ij''jj*;*' 



p> ^l l r p* T,; p^f 



^_fJL-^ 



4.) I 



5.) 



6.) 



jjjTrnjrirnn^ ^^ijp ii ^.rp^ 



frm/Pi 




31.) 



2* 



2 : r-f lj 1 2 4_2 jj 2 ; { 32^ 



*. ? 33.) , t 




n 



T.H.5S01, 



41 



&zuF«fl j m 





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wg \Vun der Qtiinte aufangeud. »fc \ 
* d '>3 ., 3 , ■* C *J 3 



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3 I ., 



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7(5.), , 5 , W.) , , 

i i p m i 1 J'-r-j i i /p Pi rrrt 




»-)a ., a , 80.) s , B 81.) 3 ., , ., 

1 PJ jTi^TfrffiT^TjtPTpTpi ^p M *P 



82 \ 2 * 




2 ^— l -i 






9 H » 9 *-> , , ,i » a W , * , 




T.H.5S01 



4:* 



l44.)a ., 




>7 2 " ;j ""-#-2 ' 'I * 2 4 

ji A jr \Von der Seaete anfaugend. -lAf ^ 



2 l47.) 4234 




. j. _ . Von AevSeptime anfaneend. 

148.)* 2 * -j 



* -w- :i 

, . Von der Octave ant'ane-end . 

149.) 5_, 5 a 150.) , 




163.) 



^Tft-Ti 



1(14.) 



7D rn i i a 



Jt 2 I 



105.) 



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~ I — * 2 _ 2 JL. — — 2 4_ 



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100.) 



•> J- \ *2 ** 



107.) 



108.) 



* * J- * 2 3 * + "T% * 2^ 



i * 



109.) 



*1?0.) 



4 171.) 




II. 



T.H.5201. 



44 

178.) , 



179.) 3. 



JlW^TrPPfi 



180.) . ■ , 




181.) 



182.) 



183.) 




190.) , 



i ;{ 



2 197.) _ 4 




2*198^) 



pgpgpjpigp 1 ffl 



199.) 



4 200.) 32 53 5 3 5 201 .) 




II 



T.H.5S01. 



45 



ap.) i 



213.) 



213.) ,^ 1 3 




23 9.) a 




Mchrsfiiiimig. 
230.) "Ut i ? t 8 31.) | V 



3=7 



i 



T=^T 



W 



4 I 



232. ) : i I 



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23 (5 .)* 

2 12 I 



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238.):, , , 



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231).) : »:t4 3 2 :t 4 :i 
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840.) 2 3 2 .-J4:j 



i :i 5 




II. 5 



T.H.5201. 



46 



DRITTER ABSCHNITT. 



Erstes Kapitel. 

Von den To n lei tern , Ton art e a , Vo r z e i e li n u // a e it 
und I nt er v alien. 

§1- 

Jedem Musikstiicke liegt egi n e r der /.wolf iiu Unifange der Oktave entlialtenen Tone zmii Grande . 
der (lit- Haupttouart des Stacks bestimmt; es gieht daher eben so vieleTonaYten. als verschiedeneTone. 

Der Charakter einer Tohart al>er hiingl von der Tonleiter, namlich: von der riohtigen Stufeufolge 
der Tone al>._ 

§2. 

Man hegraift miter dem Worte To n 1 e it e r (ScalaJ die regelm'assige Verbindung stufeirweis auf- 
otler ahsteitrendeT ganzer und halber Tone. 

Kb gieht grosse und kleine halbeTone: ihren Unterschied haben Dilettanten uieht zu wissen noting- ;' 
fiir den Musiker ist es jedoch /.ur Komposizion , wegen des in der Harmonie liegenden lntervalleii-.Yerlialt = 
nisscs , wichtig : 

a ) der kleine Hall) ton . der durch JJ , 17, Oder b erzeiigt wird , sleht mit der vorhergehenden Note iiiimer 
auf gleicher Stufe; 7..B. 



p f* \ ii mn^g 



• b ) der g ro s s e alter auf der nachsten oben oderunten Liegenden Stufe. wie: 



If^J l <f>IW =a Hf t iT l ^Tf r n 



Es entliiilt deiunaeh: 
f ) ein g- a n z e r Ton eineu grossen und einen kleinen halben Ton; und es liegt zwischen den zwei i'; 
<teu . die den gan/.en Ton ausmachen . imiuer eine in der .Vlitte. 






y.u -' - - - - i- - - il - - - rin j;aii/.i ■rTun. 



^ 



m 



klcinnr lialbcr, | grosser halbev Ton. 

§*■ 

Die Tonleiter wird d i a t o u i s e h ( uaturlich) genanut • wenn sie aus gan/.en und halben Toiien zusanu 
mengeset/.t ist ; c h r o in a t i s eh ( kiiustlieh) alter , weiin sie bloss aus halben Tonen besteht . 

§5. 

Jede der friiber erwiihiiteu zwolf Haupttonarten kaim iliir (hart.heiter) Oder molt (weich, traurig = 
klingend) sein. Ersteres wird durch die grosse. Letzteres durch die kleine Terz be.stiiiiint . Da nun 
v on jederder zwolf Tonstufen eine Tonart ausgeht , und diese sowohl */«;■• als moll sein kann . so eutsteheu 
y.usaiiiinen vier und zwanzig Tonarteu . 

§6. 

I'm den Schiiler in der Tonfolge der 24 diatonischen Tonleitern geiibt und sicher 7.11 iiiachen .emplVlu 
le ich . ib in die ordmingsriiassige Eolge der gan/.en und halben Tone der tZwr-und moll- tirolti , auf mid ah = 
warts , so lange zu erkliiren , bis er sie fest inne. hat . Man wahli* dazu die C tlnr und A moll Tonleitern . 
als die leiehtesteu. 

§?• 
Die Bur Tonleiter entliiilt fiinf g- a n z e und awei grosse Halbtone ; Letztere licsren a u i ' = 
w a r t s von der 3= zur 4=. und von der 7^" zur 8'= Stut'e; z.B. 



r 



II. 



T. 11. 5201. 



4 4 



S i ii iv 



Stum m -To ii letter von C itui: 

3 tfanze Tone. 



i 



2 ffanzcTom 



Jr£ ? - — — fir-* Ton. 8 1 



S^jan/.r'IVmr. 



5 granzc Tone. 



(*) Ab warts blcibf <li'' Tunfolg'o ning^feebri granz dieselbo wie aufwarL** 



§8. 



Hie Volf-Tonle iter untersoheidet sich^a n f warts von der />nr-Tonleiter iiurdurch die k 1 e i 
ii c Te r ■/., indent bier der g-rosse Halbton von der zweiten znr dritten Sfufe liegt; 

ijahwarl s hingegen ist die Aufeinanderfolge der ganzen mid hallien Tone giin/.lieh versehieden; 

& t a in in - To ii /riter von .4 moll. 



,,) Shifc 



ii'l'.i'l'l.M. 






jjt.VI'oii. 



..!;T.VI\ 



& 



H gr.^Ton. 



a 



m=m 



tjaii/.ii'Toii. 4 if a n /. e T ii n e. 



2 jjan/.i 'Tone. 2 tfanze Tone. 1 ffanzri'Ton. 



Man sieht liieraus , dass abwiirts die zwei grossen Halftone von der seehsten but fiinfteii, mid von der 
dritten y.nr 7/\veiten Stnfe 7.11 liegeil konimeii: der Sebiiler lieaehte also besonders die abwiirts sehende 
<no//-Toiileiter, veil er nnr hierans die. znr Vorzeiehnuiig der /Ho/f-Tonarten nothige Zahl der Verset* 
y.tmgszeiehen am leiehtesten eiitnehmen kann. 

Bei herabgehender JTo/l-Tonleiter wird aneh haut'igder siebente grosse Ton , statt der kleinen gv= 
braiiebt , nnr ist man iiber seine Anwenduiig noeb sehr zweil'elhaft . leh meines Theils nebine den sieben= 
ten grossen Ton , wenn die Tonleiter der Harmonie der Dominante angehiirt 5 and den kleinen -wenn sie 
der Tonica unter liegt, bebalte al)er in beiden Fallen den kleinen seehsten Ton bei; als: 



g gicec yfla - 



(Dominante.) 



tffi 



±Rg2Lmf$m 



( To n in i.) 



§ 9. 

I'm in alien Tonleitern eine jiraktisebe lib ling y.n geheu 5 mid sebarf einzupragen, .wo die Yersetziins>s » 
/.eieben jeder Tonart hingehoren . sehreibe man die IN'oten einer Tonleiter auf, nnd lasse von demSehiiler 
die notbigen Yersetznngszeieheii naeb dent Stufeilbau der C diir nnd I moll -Sea la § 7 nnd H. an die g-e = 
biihrende Stelle setzen. Kr vvird dadnreh weder die. jeder Tonart ziikoiiniiende Yorzeielininisf verkennen . 
noeb ans Mangel eines rielitigen Gehors eine falsche Tonfolge wiihlen; *' z. B. 

(* llllV. 



IMJ. Nebentonarl K mull . 
mil gicirkcr Vbrzeichimnif 



*Ton. ») /v Vorzeicliuimp. J- Tim. i'1'..ii. mil jjleirker-Vi 

\4JJ M r r r r g ^ ty'r.r/'rjU?J5 ^ 

2' |;aii/.eT,.ne. 3 (jan.Tone. • ' 2 if.Tnne. 2 if.ToiieffeToii. " "■ S ' W ' 

| Ton. = ^ ' F ilur. (LjiTcm. J Ton. Bmotty/iel 



V. i e (i tin 



D mull wie Filnr. 



iTon. = /s ' F ilur. (j,)i-Ton. J Ton. D mull wii 



2|;aii/.eToiic. 3 |;an.Tdni 



v s 

2 |f. Tone. 2 jj .TiiiH'.li; .Ton. 



N{. IMese Neben-oder Molltonarten stammen alle von den llurtonarten. welche dieselbe Varzeieli = 
niiiig niit ihnen geriiein haben, ab ; die kleine I'nterterz der IMirtonart ist imnier der Grundton der iVe = 
ben-oder Molltonart . 



* ' 'Hie schwankcnden Beg^i'iffe, djeich bei vielcn Personen (die oft reclit ai'tig 1 5nieltcn)|hinsicktlic1i ilcr liehtijjen Scalin- Kennl • 
ni.^s faml, bewoi," mieh iib«e iliesen Gejfenstaml mehr tm saffen, unil /.iiv Erlernun^ -iles.«en cin erprolrfes Mitt el initziitjicilcn . 

Auib kaiui bieu niit dcin Seuider bereits cine praktisuhe I [ bunjf dee leiehli tii im 2''"Tbeil , Ka|«. 2. yoeboiumenden Ton lei 
,tem,als: C,G,0,.4,F,H?,E? ilur, unii .4, E,H ,H,fi,C mull, voe^enommen wei'den . 



II 



T.H.5201. 



49 

Hieraus sieht man. dass die Tonarten, die dem Spieler g'lek-h zu Anfaug des Stiieks durch Vorzeich = 
iiiiiik' mehrer oder weniger Versetzungszeirhen angegebeii werden. in praktischei Be/.iehiing aus denTuiu 
leiteni entspriusren . 

§10. 

I it t e i' v a 1 1 heisst die Entfernung eines Tories von eineni bestimmten andernTon . den man Griind = 
ton nennt ; •/. . 15 . 

_eine Secaiule. Ttrz. fJtiarte. Quinte. &e;rte , Sr/tf . Octave, 



!| 



j-ji i ^. 



'I 



ZZSZ 



7- 



^ 



-7^- 



\-r i i j. r .7rrr^ 



■■iilliiilf:(l|;-an.Ti>n.) (2 g-.Tonc.)( SiTon.) (3tT«h.) ( + ■*- Ton.) ( 5 i Ton.) (.5|(ai»c.S jfrosscHalbtunc.) 

C ist hierder l> e s t i m m t e Grundton; and die gerinj>ere oder grosse.re Entfernung der Tone von 
demselben giebt dem Interval] den Naiueii . 

I'm dem Schiiler das sirhere Auffinden der Intervalle . aneli von andern Grundtoiien ausgehend zu er= 
leiehtern - maehe man ilin , obigem Beispiel zu Folge, aufmerksam - wie viele gauze und halbeTone jedes 
Interval] entha.lt; und welche Folge sie haben. Kine nahefe Bestimmung gehiirt nieht hieher, sonderniii 
die Akkordenlehre. 

§«• 

I'm zu wissen 5 wie viele if oderp in der Vorzeichnung jeder flwr-oder ?fo//-Toiiart entballen siud- 
iiml /.iir leiehtern Erkenntniss ihrer Verwandtsehaft iinter gieicher Vorzeiehnung'; bedient man sicb audi 
des sogenannten Qiiinteii-Xirkels. Sueht man nalinilieh voin Grundton c aus die Quinte, von dieser wie= 
der die Quinte u.s. f . bis man zu dem Grundton e zuriiekkebrt - so wird man linden . dass jcdeneiieQiiiiu 
te wiederum den Grundton zu einer neiieii Tonart und Tonleiter giebt. Indem man nun den Schiller auf 
die Vorzeichiiiing'fiiderselbeii verweis't , lasse man ihn diese zugleieb mit den naeh §9. von i Ii m selbst 
bezeichnet.en Tonleitern vergleichen. 

Bei dieser ZusammeiistelluiiK' wird er finden . dass 11 dur nur e i n f . und /.war aitfwarts auf der?'™ 
Tons t life liei /' hat , dass bei It dur ein zweites if vor c ebeu falls wieder auf der '7'=" To list ufe voin Haupts 
tone da/.u kommt; dass F dur nur e i n Be . und zwar auf der 4'" 1 Tonstufe bei h hat. und dass in derToiu 
art R' dur eiu zvveites Be vor e als (lessen 4'=' Tonstufe ebenfalls wie der dazu kommt u.s.W.llild dass die 
von 11 dur, It dur etc. abgeleitete , und durch gleiche Vorzeichnung m it ihhen verwandte Moll -Tonart F 
moll, H molt, und die von F dur, H' dur abgeleitete verwandte Tonart It muff, uud 11 moll, ete. ist . 



C dur. 11 dur. It dur. I dur. F dur. H dur . 



11' dur. If dur. I" dur. F' diir.H* dur. F* dur. C. 



K* 






n 



t±- 



K>. » .^lV 



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a. 

■)— m- 



zaz 



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I moll. 



/■: ,„„//. 



H mull 



Ft moll. 



C* moll. 



i;* mvii. 



K> mail. 



m 



G 



T.t-cr 



i tt 



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H> moll. 

Kl-i. — a_ 



f moll. 



m 



fefc 



±$ 



±=fc 



c. ,„ 



oil. 



■i'V) 
(w molt. 



It mull. 



.4. 

-m- 



?4i. OieVoi'zdichiiunjjf 'I*t G ? rf«r-Tonlcitci' \»\ linn Spielfr meist bcqnomni' 7 als «lir von Ffdwr. 

§12. 
Kiiieni mit Harmonie noeh nieht vertrauten Sell iiler -wird es oft schwer, aus der Vorzeiehnung desStiieks 
allein die verwandte Molltonart von der Dur-Tonart zu unterscheiden; man verweist ihn daber am sieher= 
steu auf die I e t /. t e u nt er st e Bassuote des ganzen Stiieks . *' 

§13- h 

F.be sicb der Selu'iler an eiu Stiick wagt . empfehle ieb ilim. zuvor die Leiter der Tonart , in der esgesetzt 
ist . /.ii spielen . ilamit sieh sein t)br an dieselbe gewiihne . und die vorge/.eiehneteii $ oder b seinem Ge = 
tliichtniss besser einpr:ige._ 

§14. 

Has stiifenwcise Fortsehreiten durch alle im U'reise derOktave liegenden I'nter-iinil Obertasten nennt 
man die e Ii ro ma t i s eh e . kilustlielie Tonleiter 5 /. . B . 

*) Ansiialniitn fiiiilen si cli in Kirchcnmusik , iiu<l, ftolil in ncnerer [nstriuncntalimisik) fin - Hit- Toaarten H? uml K? moll , welclirn 
man ziiv Eileiohtrrunjf zuwcilen urn- ~ nnil :t Be, wir in ilnrr Dnrtonait, vorzciulmcl .iiikI die iibiijji'n im Vcrlauf des Sliicl;« 
ills /.nt'.illijfr l)in/.nt'it);'t. 

11. T.H.5S01. 



a us 5 kleinen , 



\ ^^pjs li^H^m- 



n ml 7 gross en BalMonen bestchond. 

§15. 

Ausserdem giebt es.noch en h a rmonisch e Tonverweckslurtgen; sie sind mehr fiir den'Kbmponi = 
sten, der gesetzmassigen Harmoniefolge mid musikalisehen Orthographie wegen, als fiir den Klavierspieler 
miii Wiehtigkeit ; indent sieh /.war die Noten fur das Auge verandern, ihr Ton auf deiu Pianoforte aberderseU 
he lileilit ; als: 



§>i t hh>M^ 



sWPf* 



M s^M ■ 



Zweites Kapitel. 

Vbm Zeitmasse und Ta k t . 

Man verbindet mit den Ausdriieken Ta k t . Z e it in a s s . nieist gleielie Begriffe r ohne Riieksieht auf 
ihre Eigenthiiuilichkeit. leh halte e.s daher fiir noting, dies en Gegenstand naher auseinander zu setzen . 

§1. 

Zeitmass ist die rhythmisehe g] e i r li in ii s.s i ge Bewegung in der Musik. bei der unser Gefiihl ei= 
ne stets gleielie Anzahl von Tbeilen, welch e zusaiiimen ein Gauzes hilden , uuterscheidet . 

§2. 

Die.se Tbeile lieissen T aktt heile , und die stets gleielie Anzahl derselben, welehe in ein Gauzes 
ziisaiiiiueutritt , bildet erst Takte. 

§3. 

Wir selien bieraus, dass alles Rh> thmische der Musik unter den Begriff, Ac itniaas, gehort.und dass 
das Wort Tii k t nur eine dem Zeitmasse untergeordiiete Kiiitlieilmi.tr dieser rhvthinisehen - gleichmassigen 
Bewesjunsc ist. 

§*• 

Demnach gebiihrl dem Zeitmasse: 
1.) die Bestimmung jener rh.ythinisehen Anzahl gleieher Tbeile dureb Zeicben oder Zahlcii, die zn An= 
fans des Stiieks gleieh nach den Sebliisseln und Yersetzungszeieheu stehen, zuweileu audi im Laufe eines 
Stiieks veriiiidert erseheiuen; 

H.) die wortliehe Bestimmung' des schnellern oder langsnmeru Grades der Bewegung (Tempo) und ends 
lieb: 

3.) die Forderung. jeuen angegebehen Grad der Bewegung imiiier gleichmiissig fortzufiihreii . was man 
bisber unter Ta k t h a 1 1 e u ( mit dem Zeitmass niimlieb) vers taud. 

§5. 
Unter Ta k t hingegen versteht man eine Gruppe Noten.die.dem lies ti mm ten Zeitmass znfolge . vennit= 
telst seiikieebt dureli den IVoteuplan gezogener Striche ( Ta kt str iche) von den folgenden Noten ge = 
treuiit werdel) , urn dem Spieler die rhythm ische Eintbeilung des Zeitmasses deutlieber vor Augen zu legen. 
Ks beisst also der zw isehen zwei solchen Strichen befindliche Raum, mit den darin enthaltenen JNoteu.eiu 
Takt; Z .B. , + ,^ 1;|( 






§6. 

Die Zeitmasse werden (ein paar ausgeiiommen) dureb zwei Bruebzablen angegeben; die u nt e r e 
Kahl zeigt denWerth und die o b e r e die Anzahl der im Takte enthaltenen Takttheile an. Wenn daher 
der Schiller ein Stuck zu lernen anfangt, so betrachte er, ausser der Vorzeiehnting, besouders dasZeitniass= 
zeiehen, damit er sogleieb die rhvthmisehe Bewegung des Stiieks erkenne. _ 



111. 



T. H. 5201 



50 



Allegro 

C iliir 



J Zeitmas 



Allegretto 

, B llur 



Zeitmass . 



Andante • 

Ditii 



v Zeitmass.. 



i^Vyfrr i [i;r;rJii,f^';^i fj-fii,f'' ;i a T i caj' i jr i [t. ga 



5'- 

Die 'I'a ktttieile werden in srli we r e ( gute) mid in 1 e ieht e ( schlechte) eingetheilt . Unter er = 
.stern verstelit man solehe, auf die miser natiirliehes Gefiihl ein Gewicht Iegt. Die letztern gehen an un = 
serin Olire also voriiber, dass sie, gegeu erstere- leielit mid niibedentend erselieinen. 

Mem sehweren Takttheile giebt man den Xameii Nieder.st re ich , so vie dem leieht en An fstreieli. 
wei] man beim Taktg-eben erstern durch Niederschlagen , letztern dureJi Emnorheheu der Hand nntef i 
seheidet. 

Es giebt ge rade.un g e r a d e, nnd z n s a nimengesetzte Zieitmasse. 
[.)Gerade Zeitmasse sind solehe, deren Takttheile sich durch die Zahl Z we i tlieilen Iassen; wovim 
jeder Erste schwer,und derZweite leieht ist. Zn den geraden gehort: 

t.) das Vier vie rte 1 (5) Zeitmass, welches durch C angezeigt wird, nnd streng- genomiuen eindop- 
peltes 5- Zeitmass ist, ze.rfallt durch die Zahl 2 in zweimal 2 Theile, wovon iinnier der erste sehwerund 
der zweite leieht ist; jeder 5 Takt enthiilt daher zwei schwere nnd zwei leichte Theile; als: 



f 



C: 



r 



r 



"*<•' 



V : c J J- J I 



Taldllicil. 



l-llWTl'. 



rlivv. 1 



2.) das kleine Allabreve j = Zeitmass. nieist i 



dnreh Cp angegebeu; es enthiilt 1. w e L Theile, de= 
ren jeder eine zweiviertel IVotc(p) ist; z.B. 






3.) das Zweiviertel ( % ) Zeitmass unterscheU 
det sieli von dem kleinen Allabreve nur dadnrch, 
dass die Takttheile bei jeneni zweiviertel IVoten, 
bier Viertelnoten sind; z. II. 



^^ 



9'*S 



mm 



Takttheil. 



VI J J 



Takttheil. 



chwcv. Iciclil. 



schwcr. IrirM - 



II.) Un. ge r ade Zeitmasse sind solehe, deren Takte in drei Theile /.erfallen . wovon der erste schwe r 
. ist, die beiden andern leieht sind. 
Zu den ungeraden gehort: 
1.) das dreizweitel ( § ) Zeitmass, dessen Takttheile ans 3 Zweivierteluoten bestehen. Da es aber kei.ne 
dreitheilige Notenfignr giebt, so wird. will man alle 3 Takttheile dnreh Eine Note darstellen ,derdritte 
Takttheil (lurch einen I'uiikt binter derselbeu . ergiinzt. _ 



lH 



f 



i 



1 . i. .rr r 



m~^ a j 



TalrUli.it. 



r 



schwcr. I. I. 

2.) das (lreivier(el( 4), so wie das dreiachtel ( § ) Zeitmass imterscheidet sich vom vorigen nnr (lurch die 
Verschiedenheit der IVotengattnng'; als: 

BE 



in i i ) 



^m 



1. 2. 3. 



iUJJ 



H 



scli.w. 1. 1 . schw. I . I . 



III. 



T. H.5S01. 






■s 

9 



51 

III.) % u s a in in e u g e s et ate Zeitiuasse sind .sol die. deren Takttheile in Ansehung ihrer flTotengattaing 
immer dieselben bleiben, und nur ihrer An/.ahl iiach vervielfacht erseheiiien, so ist z.B. 

das § ein verdoppeltes 

.. g- .. .. •• -, 

„ 5 ein triplirtes 

.. | - „ ; - 

.. ^jf ein quadruplirtes J 

Obgleich diese /.usaiiiniengeset/.ten Zeitnias.se in drei Theile zerfaUen, so lassen sie sieh dennoeh, ili = 
rer Vervieli'achung wegen, dureh die Zahl 2. 3, Oder 4 aiieli ininier wieder in 2.3 , oder 4 Haupttheile aer* 
legen , und erlialten dadurch, in Ansehung der Schwere oder Leichtigkeit derselhen . bcini Taktgeben ei = 
ne gewisse Ahnlichkeit mit den e i n fa che u geraden und ung-eraden Zeitmassen. 

So liisst sieh 
1.) Has (% ) Zeitmass, in /.weimal drei Viertel theilen, deren erster Takttheil sehwer, die heiden an = 
dern leicht sind. 

Da nun dieses Zeitmass eine Verdopplung dieser 3 Takttheile ist- so machen 3 Viertel zusaminenwie= 
der einen Haupttheil aus, und da die 6 Viertel als 2 Haupttheile erseheine.i- so sieht man die Ahulich = 
keit in it dein geraden ■>-= Zeitmass; als: 

I'Z- *<£■ Ha-ij.tlheil. 



M 



-rr- 



fr 



sehwer. 
1 . a . 3 . 



Ii-iclil. 



n j j j j J g 



Takttheil. 



chw.l. I. 

2.) Das Secbsachtel(f) Zeitmass steht, mit I 
Unterschied der Notengattung, in g'leicheinVerhalt= j 
nisse mil dem % . und ist also in seiuen Haupttheileu ', 

dem f Zeitmass ganz ahiilich ; als : 

* 



schw.l. 1. 

3.) Das Zwiilfachtel (^f) Zeitmass ist eiuveit 
vierfaehtes jf Zeitmass, in weleheni das erste Aehtel 
sehwerer ist. als die heiden andern; da es aher a lit" 
diese Art in vier dreigliedrige Haupttheile /.crt'a'llt- 
so gleieht es dem \ Zeitmass; als : 



P 



liiwcr. 
1. 



-r- 

leicht. 



■; ; ji J J J J J ^S 



I 



SE 



schwei 
1. 



leieht. 



schwei*. ' leicht. 

9.10.11.12. 



v ^m m-xrnn 



schw. 1. I. 



i-li. ). 1. 



schw.l. l.sch.l. 1. sch. 1. r.Bch.1. 1. 



4.) Das Neunvie rtel ( jj( ) und 

Ne 11 n aeht e 1 ( jf ) Zeitmass hingegen ist . sowohl in Ansehung seiner dr'eitheiligen Natur. als an eh 
seiner aus drei Haupttheileu hestehendeii Zusamnieiiset/.iiug' 11 11 ge r a de r Art ; denu ■ so wie die erste 
der Dreiviertel oder Aehtelnoten ( Takttheile) seh we r,und die heiden andern leicht sind, so ist 
aueh der erste der drei Hauptiheile sehwer, und die heiden andern leicht; woraus die Ahnlichkeit mit 
dem f , $ und § Zeitmass entsteht. 




Ha.ipttli.il. 



Talrllliril. 



£ 



W=&. 



± 



5CI1W. 



r- ~r 



w; 



schw. 1. I. schw.l. L. schw.l. 1. 



schw.l. I. scliw.l; 1. schw.l. I. 



§9. 



Diei'ibrigen Zeitmasse , als: das grosse .tllnbret'e{%-,\) §, ig'f ' h;-T- u.s.w. iibergehe ich,weil 
sie in der jetzigen Sehreihart zwecklos und entbehrlich sind. 



III. 



T. H.5201. 



:>2 



§10. 



Ausserdem findet man in J.S.Bach'* 30 Variational und in Mozart'* Don Juan g ein i s e h t e . in den 
Werken alter Antoren ve r d o |> p e 1 1 e , hei Beethoven und Andern ini Laufe des Stiieks s i c h ve r ii n= - 
d e rude Zeitniasse; bei Gassmann und einigen Andern so gar gauze Stiicke oh ne Taktstriche. 

In meinen Sonaten (op.83 und t<)6)findet man aueh E in s chaltun gen halberTakte, welchie den 
Zweek hahen, tkeils die Idee nicht dnrch unniitze., blow takterganzende Pausen zu u'nterbreehen , und so- 
uth den Effekt zu seliwiiehen, tbeils den Fehler niebrer jiltem Autoren zu vernieiden,den Periodeusehliiss. 
wider alles rhvthniisohe Gefuhl, im Auftiikt ziiendigen. 

Drittes Kapitel. 

IV i em an den Takt an gehen noil. 

Von grossem Nutzeu ist es dem Schiiler,wenn er nun aueh lernt, den Takt dieser verschiedeneii Zeit= 
masse selbst anzugeben ( oder zu schlagen) ; deim er erlialt dadurch ein richtigeres Gefuhl fur Bestimnit = 
heit im Zeituiass und fiir iiiusikalisehen Khvthmus iiberhattpt. 

§1- 

Her Taki wird uiit der Hand , ohne Anstrengung, bestimnit und in gleichmassiger Bewegung auf fol = 
geude Art gesehlagen. *) 

BEISPIELE. 

II melt zwe i Sclilage (oderStreiehe) anzugebende Zieitniasse siud-.das § = oderCp'und |Zeitinass. 

^ k. jit r 



a) 



chwcr.leichl . 



lciohteroder Anfstvcich. **' 

jt.r 



* -schwer. lcicltl . 



chwercr oiler Nicderslreich. 



b) Dureh v i e r Streiehe anzug-ebeiide Zeitniasse sinddas % oder (C) F ■ % • h = 



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J^L-L 



schwev. ] . schw. I . 
12 :t 4 



Btrnichc 

(* , lcichinassig*e 



schwer. I . schw. 1 . 

i a a 



i Zcitmass. t 

i t 

1 i ' 

i grcraues i 

, zusammengresctztcs i 



Irirhl. 



iHj j J j 



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iinyj eicfimass ij; ■«■ . > ansa mine ng-esetztcs . 



cliwrr. 



I. ,,■!,«•.__ !.***•> 



*) Die iin'j;i fiijjlin Ki|]unii uti'l ZaMen /.i-ij; en . wie die Hand lieim Tal;l|;cli<ii (f of fihrt wovdon soil, und wpleucrStreiehsehwoi'oderloichl 

ist. ? . 

**)Ofl vvissen nelir ft eseliiekle Toiikiinsllrr nichtden Tiiltl atifcinc zweekmiissujoWeisc an/-ii|joben,iUnl marine ilm don Mils|>irlenileii 
dnvcli itblc An|fOwohiiheilcii undent! irh. Man ijebcdakordenTakl humor naturlich und I'm- A lie sichlbar; die Hand fulirodieSlroi= 

ehc ohngrefaKr bis fiber die Hiilic dea Konfca; Hire Bewejfiin(f sci weiler mi sohwaeli noch /.» stark, sondrrn bestimnit I whiff. 

'") Wird das ft Zcitmass so sehnell Kenommcu., das die 4 Strcielio Iteine bcqiicmc R"dii'iui(f der Hand ffeslallcn, so g-ibl man wie brim 
y Zcitmass^ nur 2 fflciclie Streiehe an* Presto. at« st»icli Blcwlil. 

"sT'liu^ T r ladiwer. 

Ilrrsclbc Fall liill bcim selincllcn % mid ft Zoit mass ein, wie /..IS. bei den BrnMovcitschen Scherzft u.dg'l.ain Bcsten i g-ibl man hinv 
nur den Niedersti'oieli oder sell weven Takt Ihcil an. 41/earo rtssai. 



I'rt'sto. i 



III. 



i il e r 



T. H. 5801 



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53 



i- j imrenarei oireirm 
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grleichmiUsijj 


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cinfachc. 



Icicht. 
3 



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scliw. 



= 2 Icicht. 



I. 



s.Tw. 1. 1. 



^F^ 




img?rrailc 
ziisainmeng'esetztc 



iliwir, 



§2. 

l T m <l<'n Schiiler gleich vom Anfange iiu Zeitmass (Tempo) /.u befestigen , ist es gut . wenn der Lehrer 
1 a u t mitziihlt , mill ilm spate r selbst an das Z'ahlen gewohnt; es versteht sich , dass bei langsamen Keit = 
bewegungeu iiicbt die Haupttakttheile , sondern deren Gl ie de r angegeben wcrdcii. 
lUodernio . (1.) *^^m ■■ ■— ■ Lart/hetto. ( V.L „ 




(i.) Hier zerfallen die4Takttheile in ibre 8 Glieder, so wie (a.) die 3 Takttheile in ibre 6 Glieder;das in= 
nereGefiihl zeigt , dass bier iininer das erst e von y.wei Gliedern das sehwere, und das y. we i t e das lei eh = 
tere ist. ™„~^» 



Viertes Kap it el. 

Von den Wiederholun r/ti- und Vo rtra gs z eiehen . 

§1, 

W ie d e r ho I n n g-s y. e i che n gab er f ruber dreierlei: das grosse, kleiue ,und riiekweisende; jetzt ge= 
braiicbt man nnr das eigentliche grosse Wiederbolungszeiobeu . wonach entweder b e i d e Tbeile eilies 
Tlieiua's oder Stiioks, 

oder nnr der e rs t e , '. I 

oder der zweit eTbeil I • ] wiederholt wird, 

je naehdem die kleiueu I'unkte oder Stric.be nach der eiuen,oder andern Seite binweisen. *' 

§2. 

Soil der letzte oder inebre Takte eines wiederkehrenden Sat'/.es das zweitemal anders, als das erslemal 
gespielt . ii nd soniit iibersprungen werden , so wird solches durch den Ausdruok /=»« It a ( y.imi erstenmal) 
und S'=volta ( y.nm zwciteumal) angezeigt .die beini zweiteiuiial ■/.» iiberspringenden Takte durch eiiieu 
Hogen eingeselilossen, und sogleich zu Silfvolta iibergegangen ; z. B. 



* /> 



*) lias IdeincWiedci'holung'szciclicn , das riiekweisende $ , die mit bis bezeichnctcii Tafcle, die Falinc iToder y - • der Notenwni* 
scv w , das Da Capo (bci Tau/.iu oder fjanz lcur7.cn SVitzcn aus(jrenommen) u.dj;l. sind j«'l/.t- wo die (fcstoclicnen Musiltalicn all= 
U'riiiciii cuijfcfuhvj sind , (ran/. ii])oi , fliis*ij»; indent dci , jfleiclicn\Vicdcrholiin{jcn ausjfpsohiieben wcrden sollrn, und jedcrMusik= 
vcrleger scinen Nntcnstechci' /.» dicscr Bcachtnng anliallcn must. 



HI. 



T.H.5201. 



54 




A =i l 



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■<L 



■J ma uolfa 



52tla volmL 



«S 




Her Schleifhogen (<" "^) , der nicht mit dem Biudungsbogen im zweiten Abselmitt Kaj». 2 . § 4 
zu verwechseln ist , erscheint bald fiber , bald unter den Noten. mid bedeutet ,dass die von ilun umfasste No = 
tengTunpe , oline die Hand zu erheben, aneinander gezogen werden soil; 



Hiiip 




Das Wort legato ( gebunden) zeigt ebeni'alls an , dass die gauze nmsikalische Periode, bei der es stelit , 
auehwenn kein Bog-en dariiber, g-esehlifi'en -werden soil. 

§*• 

Das Ab sto ss aeiche n (m i i oder • • • •)«) kouinit iiber oder unter den Noten vor. ■DieTasten werden 
in it dem Finger nur kurz beriihrt und angestossen , oline dabei die Hand zu sebr zu erheben. 

Stelit es >>) hei einer Reihe gesehwinder Noten , so werden die Hiinde gar nieht erhoben . sondern die 
Finger ganz leieht von den 'Fasten einwarts gesehnellt. Mit jemebr Leiehtigkeit diese abgestossenen Noten 
vorgetragen werden , desto schoner nehnien sie sieh aus. 



a) i 




b ' %Pffll£ 



Bei in Tra g e ze ie lie u ( rTT".) , welches nieistbei sangbaren Stellen angewaudt wild , werden dieTo= 
ne mit dem Finger, so zu sagen , einzeln gewogen .und erbalteu dadurch, jederfiir sieh.einen gewissen 
allmiililig gesteigerten Naelidruek; z.B. 




Das B ruchzeichen (J oder( ) zeigt an, dass die Tone eines Akkordes uielit zusainiiien. sondern von 
unt en aufwa its mit iniiglielister Sebnelligkeit nachein a nder ang-eselilagen und gleirlisam gerissen 
werden sol len.— Ks kommt'J bei Stellen vor, wo die Finger anf den 'Fasten liegen bleiben miissen,''>woesdas 
Abstosszeiehen verlangt , augenblicklich aufgehoben werden; nnd'J wo dem Akkord eine kur/.e Pause folgt ; 



111. 




T.H.5201. 



l>as,,Halt"! ^ (Fermate, Ruhezeichen) kommt sowohl im Aiifange,als im Laufeund ain Elide 
Stiicks vor,uii(l gebietet dem Spieler einen Rnhepiinkt. — Steht dies Zeicheu wie hei"A iiher den \< 
so ruhen die Finger einige Zeit auf den Tasten; steht es.wie bei h K iiher den Hansen., so veiiassen s 
Tasten sogleich und warten den Rnhepiinkt ab. 

h ■ g ■ — nn 1 1 r j. j.t i ^^i 



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e i lies 
ten . 
iedie 




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frtf>£H£fr 



Folge'n zweiHaltehintereinander, die nnr durch eine Verzierung getrennt werden. so verweilt in 
dem ersten kiirzere Zeit, als auf dem arweiten ,weil niit diesein erst die eigentliche Rnlie eintritt ; /.. 



lUf 



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§8. 

Das Ans chwellungs seiche n (crescendo oder — ==mz ) zeigt sehon durch seine Form, dass a> die 
Starke des Spiels von der Spitze naeh der erweiterten Off'iiiing allmahlig zunimint; so wie sieWheini A l> = 
ne h ni n n gs /, e i eh e n ( decrescendo oder Zrrr=— ) wieder allmahlig abnimmt; als: 




Af tir ore st' . * ^ " " . ' " - ' ' ■ " = ' 



f 



*»■ 



Das Nachdr ucks % e ichen ( A oder > ) wird sowohl hei pin no -als forte- Stellen angewandl . und 
hebt die Note, iiher der es steht, vor den andern etwas herans; z . B . 




§10. 



DasWort Tremolo hedeutet die schnelle zitternde Bewegung*-' /.weier einzelner, oder *-* niehreriin 
Akkorde ubereinandergebauter Tone. Beim Vortrag soleher Stellen achtet man^weniger auf den Noten= 
werth,als anfTtie strenge Ausfiillung des ifieitraumes; z .B. 

Art agio. 

firm. 12.3 * ViiMlil. 



fremolo 




*> IHe.sojfenaiinte Schlnssferinate ( Cadenza, TonfAll) kain friilicv hanfig in EConzprten etc. meist (^cg-en En<lc einea Stiicks Vor, 
•und der Spicier snchte in ikr seine Hauptstarke zn entwickcln. I>a aler ilie Konzerte eine andt-rr- Gestalt eelialten ha lien, unci 
' die Schwierigkeiten in. der Komjiosizion sellst"vcrtlicilt sind , so jjelnauelit man sic selten meJir. Kommt noch zmveilen in Su= 
naton odd- Vnriazionen e'in soldier Hanpt-Rukepnnkt vor, so jjiibt der Komponist sellist dem Spieler die Veraicnuig: an. 



ni. 



T. H. 5201. 



ob 



§11. 



a.) Hie in it S=nltti iibersehriebeuen Stellen werdennni eineOktave ho he r gespielt,und das Wort loco 
fiilirt flieselhen auf ihren vorigeh Standpunkt wieder zuriick; 

h.) Durch die Bezeichnung eon 5= wird angedeutet,dass die einfachen Noten als Oktaven gegriffen 
werden sollen; sie client - inn bei ganz hohen No.ten die vieleu Nebenlinien 7,11 vermeiden , die deinAiigeun= 
I>t'< 1 11 <■ in sind . 

S'"nlta 



a.) 




U.S.W. 



Zur A 11 f'b eb 11 11 g der Dampfung bedienet man sich des ifieiebens -^ . deni iif'ter aueh das Wort pednle 
beigefiigt wird,nnd ziim Auslassen derselben eines sternartigen Zeichens ^s. EinMehres bieriiber, 
ini dritteu Theil. 



FiinftesKapittvL 

Von Worten . die auf lung s a mere oiler sehnellere Bewegung 
des Zeitmasses, it 11 /' A ff'ekt . Stit rke undSehwiiehe 
des S pie/ s Bezug haben. 

Man bedient sich, um die Bewegung des Zeitmasses eines Stiieks und den Jarin ini AUgemeinen herr= 
schendeu Affekt an/.ngehen, gewisser italieiiischerWorter,die*wenii sie die Starke oder Schwache ein= 
zelner Tone, oder audi ganzer Perioden bezeiehnen, meist in einzelne Bucbstaben abgekiir/.t werdeu . *) 
[eh rathe, den Schiilerin der Ausfiihruri'g besonders anf die letztern friihzeitig achten zu lassen;deun seU 
ne Finger erhalten dadurch eine feinere Fiiblung.bestiiiimtere Kraft, und machen ilm zu einem gutenYor= 
trag geschickter. 

WORTE,WELCHE BIE BEWEGUNG DES ZEITMASSES AJVI>EUTEN. 

Gam langsame > und etwds in eh r gehe nde He wegungen . 

1 schwerfallig ernst . 



Urn re 
Largo 
Lin-ghetto 
Lento 
Adagio » 



a. is 11 1 



selir . 






n.i.tiii ; selir 

sostemito I get iageu . . 

nontroppo ' nielit zu selir . 

Indniiliiio**' etwas gebend . 

maestoso majestatisch . . 

nontroppo nicht zusehr, 

wffettuoso geriibrt , 

grazioso gefallig, 

pastorale landlieh, 

con initio . etwas bewegt , 



Andante 



I gedehnt abgemessen. 
. wenigerlangsam , doeh etwas 
I gezogen.gleirbsaiii erinattet. 
. laugsaiu . aber seeleuvoll. 



fortschreitend , gebend. 



J)a vide Aiisdriicke im Grand furdenVortva(f vmi einprlci Bedeutung; find , so hal)C ich znr Vcreinfachunjj der Sachc nur solclic 

imjj-pjfchrn , die driii Spicier /n wiescn «t it ■ nuthi^sten sind . 
**) Vlanche Aitturen gebea AemAnilantino cine sclmellei'C Bcwcg'iinjf alsdein .rf'»rf«t»fe(8rchend}fovtsclircitciid) jallcindas ini nn= 
ii(lilii;,di'iiii./«rfnn//"«f/'al.s lliniiiinliv von iliui Staimuwoi'tc Andante zcig'l selion,dascs weniffcr st-hnell, als dieses scin 11111*3. 



Ill 



T. H.5S01. 



o < 



t/t'ei/n 



1 1 1 e if r o 



maestoso . 
modern to . 
giusto . . 

till poCO . . 

non troppo 
co mo do . . 



Sehnellere it nil geschwindere Bewegungen. 

etwas munter, leiehtund anmutliig. 

erhaben; 

massig; 

naeh Maassgahe desCharakters des Stiirks; 

ein yrenig - ; 

nioht 7.u sehr; 

g-emaehlieh; 



— »> 



illegro niunter und lehhaft; 



III 



e if r o 



eon mo to 

von brio (oder brillnnte) . 
con xpirito (oder spiritoxo) 

con fiioco 

vivace 

agitato 

fnrioxo 

Motto 

axxiii 



in it niehr Bewegung; 
hervorstechend; 

geistvoll; 

feurig; 

niit niehrLehhaftigkeit; 

iingstlieh bewegt; 

ungestiim, wild; 

viel; 

sehr. 

.sehr lehhaftund feurig; 



f 'i rue ixx into 

Presto noeli sehueller und fliiehtiger; 

Prestissimo so sehnell und fliiehtig wie moglieh . 

Charakteristi&che Bewegungen ■ 



Tempo di Menuetto im Menuettensohritt; . 

llln I'olnccn im Polonaisenschritt; . . 

Allu Sivilinna dein sizilianiseheii Sehiifertan/, 



gemassigt . 

.... I noeh etwas geinassigtei 
/, ahulich. | pas 



Semprc 



IMese Ausdriieke y.eigeu das -plotzlieh oder alliniihlig 5 
laiigsamer oder gesehwinder Werden im Xeitmasse an . 



pastoralartig. 

/forte, die si eh im Lauf'e des Stilekes auf das 
Zeitma ss bezieh e 11 . 

. . ■ . „ ,. , 1 wird ausser dein Zeitinassevoriretrageii.iind bleiht deni Gefiihl , oft aueh 

A piucere, naeh Beliehen; . „. . . . e . . -1 ' 1 

r (der I liantasie des Spielers uberlassen. 

Mcno vivo , weniger lebhaft ; 

Accelerando, sieh iiiimer nielir beeilend; 

Strini/enilo , di'iiug'end ; 

pin mosso. . . u j bewegter; 

pin vivo. . . Jj \ lebliafter; 

pin xtretto . ■ 5 } air/.ieliender; 

( pin p rex to . . , H I gesehwinder . 

_/™" tempo, im ersten Xeitmass; konimt vor, wenn im Laufe des Stiirks das Kelt mass veriiudert wonlen, 

und spaterhin wieder das erste eintreten soil. 

ltoppio oder t'istesso Iflorimcnto ( verdoppelte. oder gleiehe BeWegung) konimt ebenfalls im Laufe des 

Stiieks vor, und zeigt an, dass, ungeaehtet das friihere Zeitmasszeiehen hier verdoppelt ist- 

dennoch die rhythmisehe Bewegung Takt gegenTakt, dieselhe hleibt. 

/f'orfe, die sieh auf die Starke oder Sehwiiehe 
des Vortrags beziehen. 

sehr sehwaeh; 

sehwaeh ; 

sauft ; 

7,unehiuen<l; 

halbstark; 

stark; 

sehr stark . 

sebarf angespielt ; 
(forte e piano) . stark angesehlagen ,dann gleieh darauf wieder sehwaeh; 
(tenulo) . . . . gelralten. 



PP. . ( pian ixx i mo ) . 
P. . (piano) . . . 
do/, .(dolce) . . . 
crese .( crescendo) . 
mf. . ( mezzo forte ). 
f. . .(forte) . . . 
AT- • (fortissimo) . 
xf. . ( xforzato) . . 

Si>- 

ten . 



IMese Abkiirznngen beziehen sieh sammtlieh auf die Starke 
oder Sehwiiehe des Spiels, und ihreDauer wahrt so lange 
fort, bis eiue neue Veranderung dariu Statt findet. 



Diese gelten uur fu'r 
die einzelneNote.bei 
der sie steben . 



III. 



T.H.5201. 



58 

.Warcafo, seharferbezeichnet; 

Hrrrese i( decrescendo) . ahnehuiend ; 

Calando, beruhigend; 

Diminuendo, veriuindertid; 

Perde'ndosi, sich verlierend; 

SmorzandOf verliischend; 



Hi In rtlaiiilo . 



•/.uriickhaltend; 



Hnttentando, verzogernd; 

florendo, absterbend. 



I Dieses Wort bezieht sich zuweilen auf eine gauze Noteiu 
I reihe,die starker hervorgehobeu werden soil. 



DieseWorte beziehen sich aufVerminde rung der Starke. 



Diese verlangen nieht nur cine Verininderung der Star= 
ke, sondern zugleich eine imnier langsamer werden.de 
Bewegung im Zeitmass. ' ' 



Senza replica ( ohne Wiederholung; ) 



Einige Bezeiehnungeti anderer Gegenstiinde . ■ 

m . d. (ma no dritta oder main droile ) fur die reehteHand \ wird bei Stellen gehraucht , wo eine Hand 

m.s. (m a no sinistra oder main gauche) fur die linke Hand' die andere iihersteigen soil. 

. . ) wird zu Ende eines Satz.es gesetzt , dem sieh derfoIgen = 

s-attacca subito. (man sehreite gleich welter; j ( , e glei( . h ausp , lHesseil soll . 

I komiat nieist beiTanzeii,Scherzi , etc. vor, und zeigt an , dass naeh Beendigung 
Da Capo (von Vorn ;) , des g e f ]g.t eu f v \ oder Alternative , def erste Satz zu wiederholen ist . 

konimt vor , wenn ein sich f riiher wiederholender Satz , beini 
Da Capo du rchhin ohne Wiederholung gespielt werden soil; 
doch ist es selten niehr gebriilichlich . da der wiederkehrende 
Satz gewohnlich ausgesehrieheu wird. 
, | bedeutet den Schlusssatz , der dem Ende eines Stiicks noehaiigehangt w-ird,kiimmt, 

.ada (Aiinang, ) ( ausser iiiTanzmusik oder Variation en, selten niehr vor. 
Sempre (imnier;) wird oft andernWorten heigefiigt als: 

sempre Pa&n-PP. 
sent/pre foderjf. 
sempre legato . 
sempre staeeato. 
sempre eresr. 
sempre decresc. u.s.w. 
Solo (allein;) konimt nieist nur in Konzertstiicken vor. iinrdem Spieler auzu/.eigen, wo er anzufangenhat. 

I Dieses steht mit Vorigem in Verbiiidung.und bezeichnet den Eintritt der Yor.-Zwisehen - 
T««*(alle) | undNaehspieledesOrehesters. 

/forte i die zur Bezeiehnung des Charakters eines Tonstiieks 
entweder gleich zu Anfange, oder > des Affekts ei 'n zel 'tier 
Periodeu wegen ? lip Lauf'e dessetben vorkommen • 

I 



mesto j f iigiib re , 

paletieo , 

con dolore ? . 

languido , . 

con ii ni m ii • . 

caiilabile, . 
t espre.isiro odev 
I con espressione } 
\ dolce oder . . . 
' con dolcezzd, ■ 



.trau rig, duster . 
feierlich,ernst. 
init Wemuth . 
seufzend , schmaclitend. 
seelenvoll. 
gesangvoll. 
ausdrucksvoll. 
mil Empfindung. 
sanl't. 
mit Sanftmuth. 



\ 



arioso, .... sangbar 
amabile, .... lielilicli . 
con tenerezza., 
iiinocente, . 
eon gratia, . 
leggiero oder 
I egg ie r iss im o , 
scherzando, . 
risoluto, . . 



zartlich, sehmeichelnd . 
. unsehuldig, anspruehslos. 

auumthig. 
. mil Leichtigkeit. 

init griister Leichtigkeit. 
. seherzend, tandelnd . 

entsrlilosseu, kr;U'ti£. 



Wie aueh Autoren das Zeitmass und denCharakter eines Stiicks durchWorte zu bestimmen such en , so 
wird ihre Absiebt dennoch selten vollkoinnieii erreielit, weil dieses zu sehr von dem individuellen Gefiihl und 
der Ansieht des Spielers abhangt , die es ilim zuweilen erschweren, das riehtige Zeitmass aus dem Cliarak= 
ter des Stiieks zuentnehmen. Maetzel's Metrononi ist daher allerdings eine Erfindung von unverkennbarem 
Xutzen; denn derSpieler oder Diligent erfahrt dadiireh augenblicklieh das Zeitmass, in welch eni derKom = 
ponist seine Komposizion vorgetragen wissen will. Uber dieAnwen'dmigdes Metronom's imdrittenTheil. 

* 



III. 



T.H 5§0i 



...60 

Ub ungs- Stiicke, 

worin die ini ersten Theile erklarten Regeln in 
Anwendung gebracht werden. 



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Allegro moderate. 



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Allegro moderate. W 
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*)Bimlnng'en,'Rcg'.§.3:JKai>.2.ALsch.2. 
III. 



(Air Russe.) 

(*) 35 




*) I)cr5= Finger lost au|fen]>Hcklii.'h dcri M''i" ab,olnie die Taste zwcimal anBnschlagrn. 

**) Aliglritcii in it (Irni-illn ri Kiiijjpr. .."■',■ 



1U 



T. H.5201. 



61 



Allegretto. 



10. 



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Allegretto, 



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Allegretto. 



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III. 



J'. H.5201; 



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Andante molt*. 55 = 




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Moderato. ., n i •> :, 

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*) AIiIi">miii|;' ilrr Fin|,-rr,wii' olivn in \Q5. 

in . 



T. H.5201. 



03 







GoLrauch dcsscltcn Pincers ant' /.uii vcrschicdrnrn fasten Irintevcinander. 



III. 



T.H.5S01. 




10. ; 



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M oiler ato. 

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Allegro, 




III. 



T. H.5201 



'Allegretto 







* V* 3 



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111. 



T. H.5201. 



GO 



Allegretto. 



25 




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1 nil u nt i' con aff'etto 



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Durchaiia pnnktirte S»we,wie hirr, wcrdcn ctwaa pilrant vm'i;etr;ij;rii. 

HI, . T . H . 520 1 . 



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III. T. H.5S01. 



70 



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T. 11.5201. 



71 




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T.H.5201. 



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k) Scxtoicnj Ki-i;. §ll.Kap.2.Alisch.2. 



111. 



T. II . 5201 



Moderato 




T.H.5201 



74 



40. 



Allegro non troppo 




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(*■) Fingerwechslung: boi wirderholtrmTonanM-hlaf; 
(**) Gebraiich dcsselben Fingers sprimg'weise. 
(>') Unterlegen , (b) ijberlpeen <lcs Finircis. 
IV. 



T.H.5201. 



75 




*) Zwei g-leiche Noten (jegcn cine Triole; § 9. Kap.2 Absch.2. 

IV. T.H.5201. 



76 



Moderate, 



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Allegro 



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*) GebrocKenc Akkorde; Rep.§6.Kap.4.AJ>sdi.3. 

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*) Vorsseichnungrsvcrandcruiiji'j Re£.§ 8*;Kap.l.Absch>2« 

IV. T.H.5201. 



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T.H.5201. 



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1 Vov traps l" 1 ' *w«S zjaaainiftsngrcliiindciicn Notcn wird <li<' /.write kiirs abgeketigi • 



IV. 



T.H.5201. 




T.H.5201. 



Thema aus Castor unci Pollux vonVog-Ier. 




v. 



T.H.5201. 




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T.H.5S01. 



101 
Z us at z-K apitel. 

I)a das ununterbrochene Stadium vorlieg-ender Ubungen und Handstiirke die Lust des Anfangrers et = 
was ermiidenmochte, so rathe ieh,von Zeit zu Zeit kleine,demOhr gefallige Komposizionen einzumischen; 
nur vermeide manTandeleyenausOpern, Balletten,Ouverture«, Tanze u. dgl. veil sie dem Pianoforte nicht 
eigenthiimlich sind, wederHande norh Finder bilden, die linke Hand zu \renig- beschaftigen,denGesehmaok 
fiir aehte Klaviermusik verderben ,und das Fortsehreiten eines ernstenmusikalisohen Studiums sttiren. 

Ieh glaube daher, dass es dem Lehrer niehtunwillkommen ist . wenn ieh bei dieser Gelegenheit dem 
Sehluss dieses Theils eine Auswahl soleher mir bekannter Musikstiicke beifiige, die. der zunehnienden Kraft 
des Anfangers angemessen, niit fiir ihn geeigneten Komposizionen beg-innt.uud stitfemveis bis zueinervolU 
kommenen Ausbildung- fortsohreitet . 

AUSWAHL FUR DIE ERSTEN ANFANGER. *' 

Assmuyer , /. 25 Handstiirke, ini leichten und angenehnienSt^= \ Haser, kleine Klavierstticke aus alien Tiinen fur Anfanger. 

le verfassl,und der ileissigen Jug-end g , ewidmet.25 t ="Wepki \ (Weimar,beiWeuzl.) 

1J- 6VLieferung.( Wieii ? bei Tob.Hasliii£er.) -I niusikalische Unterhallungen. ( Weimar.bei Weuzl .) 

Clemenfi y M. Sonatines doigle'es, 36.37 und 38 1 ? - Werk. \ Hnslinger,T. Musikalischer Jugendfreund fiir da* Pianoforte 

(Wieu,beiTob.Haslhi£er.) i niit undohne Begleitung* und zu 4 Hiinden-. I\? 1 — 25. 

Czerny,C. 100 Ubungsstueke'niit Bezeichnung des Finger = i (Wien,bei Tob. Haslinger.) 

satzes. Zur Erleichlerung des Unterrichtes fur die Jugend S Hummel, J.1V. 6 Pieces faciles.(Leipzi£,beiBreitkopf u.Hartl.) 

geschrieben. 189*? Werk, 1_ 4*5" Heft. (Wieu,bei Tobias i Kuhlau,F. kleine Rondo's ( Leipzigjiei Peters.) 

Hasliuger.) \ L. ie hi, C. Sonatines (niit Viol.) N? 1.2. 3.( Wieu.bei Bermami.) 

Dinbelli,A. Sonatinen aus alien Dur-und Moll-Tonarlen . i Muller,A.E. instructive LJhungsstucke, 6 Hefle. 

50 ( ;"Werk, 1—9*" Heft .( Wieu,bei Tob.Hasliuser.) ' (t.eipzig,bei Peters.) 

D ussek, L . 6 Sonatines progressives j Op. 20. Liv. 1. 2 . t 3 Sonatines progressives , Op. 28. ( Leipzin,bei Peters.) 

(Leipziy,bei Peters.) $ ffy'; /?"• 28 Pieces faciles .( Wieii.bei Artaria.) 

Gelinek,( Abbe') Sonatine facile IVS 1.2. (Wienjiei Artaria.) r Wannhal,J. Werke fur Anfanger. ( Wieu,bei Tob. Hasliuger.) 

Bei weiterm Fortsehreiten. 

PL E YEL 'S - KOZELVCH 'S - HUMMEL 'S - HA YD TV 'S - MOZAR T '8 - CL EME1STI 'S 

leirhtere Werke, mit undohiie Begleitung. 

Hat der Srhiiler nun einen hfihern Grad yon Fertig-keiterlangt.so g-ebe man ihm: 

MOZART'S- CLEMENTI'S -Df/SSEK'S- BEETHOf'ElS'S- CRAMERS 

schwierigere Kompositionen; 
und hat er inzwischen die Applikatur- Exempel des zweiten Theils dieserSehule g-ehorig- studirt, 

sodann 
CLEMElSTf'S Praeludi'en und Exereitien,Liv.i.2. 
,. ., Gradus ad Parnassum, Liv. 1. 2. 3. 

CRAMER'S Etuden Cah.i_6.(Wicn,beiHasling-er. ) 
und die sehweren Werke anderer, alterer und neuerer , anerkanntenKomponisten. 
ZumSehlusse des Ganzen.zur libung-in gebundener Sehreibart, und zur Ausbildung- des hohern 

Kunstgesehmaeks : 

J.S.BACH'S und HAISUEL'S Werke. 



Ende des erstenTheils 



*' AUe hicr ang-ezeigtcn Musikweike finilet man in der k.k.Hut'-Musikalienhandlung- des Tobias Has li agist in W i < 

V " T.H.5201. 




5201. 



105 




Vo m Fin gersa tze ilberhaupt. 

Die fortsehreitende Kunstfertigkeit auf dem Pianoforte, und die Erfindung neuer Passagen und Figuren, 
haben einen mannichfaltigern Gebraueh der Finger veranlasst ,und desshalb ein fiir die jetzige neuereSpieU 
art passendes Fingersystem niithig gemaeht . welehes hier deutlich auseinandergesetzt werden soil , daohne 
rirhtigen und bequemen Fingersatz sieh Nieniand zu einem guten und fertigen Spieler bilden kann ._ *) 

Unter Fingersatz versteht man die riehtige und zweekmassige A n we n du n g der Finger beiderHande. 
Es gilt hier zu lerhen , dass man iiberall diejenigen Finger wahle, mit welehen alle Tonstufen am leiehtesten 
und siehersten erreieht,alle Stellen derKomposizion am deutlichsten, pracisesten,und aueh fiir den jeder = 
zeit angemessensten Ausdruek am freyesten vorgetragen werden konnen. Damit wird zugleiehBequemlieh= 
keitund Anstand beim Spiele erreieht . ' 

Da manehe Stellen mehre Fingerordnungen, andere aber nur eine E in z i ge zulassen, so habe ich , um 
alle Zweifel zu heben, in den meisten Fallen nur Eine, aber die besteund bequemste, gewahlt . 

Der wiehtigste Finger ist der D auni e n , als der Stiitzpunkt,um den sieh die andern Finger, die Hand mo= 
ge sieh zusammenziehen oder erweitern , mit mogliehster Leiehtigkeit und Gesehwindigkeit . ohne die gering= 
ste Trennung der Tone, hiii-oder heriiber legen miissen.Um dem Sehiiler alle vorkommende Fingerordnungs^ 
FA'lle zu zeigen, habe ich das Fingersystem eingetheilt ,und jede Abtheilung einzelnbehandelt; als: 

U Fort rue ken mit einerlei Fingerordnun g,bei gleiehfiirmiger Figurenfolge. 

2.) Unter set zen des Daumens unter andere Finger; und Ub era eh la gen der Finger ii b e r denl)au= 
men. 

3.) Auslassen eines oder mehrer Finger . 

4.)Vertauschen des einen Fingers mit dem andern, auf demselben Tone. 

o.) S p a n n u n ge u und S p r ii n g e . 

6.) Gebraueh des Daumens und des fiinfte n Fingers auf den Obertasten. 

"3.) Uberlegen eines 1 in ge rn Fingers iibe'r einen kiirzern,und Unterlege n eines k ii r z e r n 
unter einen 1 a n g e r n . 

8.)Abwechslung eines oder mehrer Finger bei wiederholtem Tonansehlag auf E i n e r Taste ; und 
wiederholte Anwendung Eines Fingers auf zwei oder mehren versehiedenen Tasten . 

9.)E ingreifen der H'ande in einander, und Ubersehlagen einerHandiiber die andere. 

10.)St im men ve rt he ilun g unter beide Hand*- ,und Fingerordnungs-Lizenz beim gehundenenStyl. 

Diese versehiedenen Abtheilungen des Fingerordnungssystems konnen sieh vermoge der Lagedertfand 
hier ausschliesslieh nur auf die Passagen der reehten Hand beziehen: in der linken Hand konimen zwar die= 
selben Falle der Fingerordnung, aber zerstreut vor. 

Obgleieh die Anlage der in diesem .Theile enthaltenen llbungen grosstentheils auf stufenweise Figuren- 
Folge gegriindet ist , so habe ieh dennoch nieht vers&umt, dem Sehiiler eine mehrseitige Anwendung der = 
selben zu geben; z. B. durch Einmisehung von Obertasten, springend naeh grossernTonentfernungen,und 
spaunend; sie sind mit dem Fingersatz fiir die reehteHand,wie aueh meist fiir die linke bezeiehnet,undwer= 
den Anfangs mit jeder allein,dann mit beiden zusammen geiibt. Sie sind meist naeh dem Tonumfange geord= 
net,**) doeh keinesweges so sehr darauf besehrankt, dass die unter sieh ahnliehen Figuren nieht zuweilenim 
L aiif e des Beispiels einen grossernTonnmfangerhalten hatten.— 



*) Ich betrachtc daher diesen Geg'enstand als einen der wiehtig-sten meiner Lehre,und habe ihn niehr durch zahlreicheBei* 
spiele, als duvchWortc, fiir alle vorkomincnden Fiille zu erlautern gesurht. tTbrijfens halte ich die grossc Anzahl von Bei«pic = 
. leneben hierauch dadurch furg-erechtfertig-t, dass deren flcissig'e Ibung-dcn Sehiiler aueh sonst sehrfordcen wird. 
**) Has heisst: naeh dem Terz-, Quart-, Quint-Umfang-e u.s.w. urn den Fingersatz fiirahnliche in andern Komposizionen crsclieu 
nenjc Figuren hier leichter nachsuchen zu konnen. 



V. 



T.H.5201. 



10 6 

Aueh hielt ieh es fiir noting, uin dem Seh'uler gewisseVortheile mir Erleiehterung des Spiels an die 
Hand zu geben, den Beispielen zuweilen kleine Bemerkungen beizufiigen; als:i.) wie die Hand beim 
Vortrag gehalten werden soil ; 2.) ob die Finger niehr gesehlossen werden tuiissen; 3.) welebe Note, \ve = 
gen besserer Binduug mid siehrern Ausfiibrung der Figur : zuweilen etwas liinger angehal'ten werden soil ^ . 
mid 4.) besonders. welebe Note der Figur einen kleinen Naebdruek erhalten muss .nni die Passage deni 
Obr verstandlieher zu machen.**) 

I>a die Figuren als versehiedenartige Breehuugen der Akkorde zu betraehten sind.so haben sie gros= 
sentheils aueh den Fingersatz mit denselben gemein; wo es noting war. habe ieb den BeispielendieStamm- 
Akkorde der Figuren, nebst ibrein Fingersatz , vorgesetzt. Vbrigens bestehen diese k'urzenUbungenaus 
einfaeben, zusammengesetzten, in Kettenreihe folgenden, atis melnstimmigen ,und ans andern - tbeils 
aus nieiueu . theils aus beruliuiteriMeister Werken ausgewablten Figuren and Passagen. 

E rstes Kapitel. 

Join Fo rtritck en mit einerlei Fi u g c >• o /• d n v n g 
hei gleiehf'ilrmiger Figurenfb/gr. 

So notbwendig das Untersetzen des Daumens und das Ubersehlagen der Finger itn ganzen Fingers.y; 
stem ist. so sehadet dennoeh eine zu haufige Anwendung, besonders Menu sie zu sehnell wiederkebrt . 
I'm dieses zu vermeiden,bedlenet man sieh "J des in derUbersehrit't angefiilirten Fortrtiekens mit ei = 
uerlei Fingerordnungbei gleiehfo'rmiger Figurenfolge. 

§2. 

Durch diese einfachere Fingerordnungkonnen die Passagen mit griisserer Sieherheit und Rnndungvor= 
getragen werden ; dean die Hand riiekt dabei in miigliehster Kuhe fort , und die Finger, die nur wenig ge= 
boben werden, gleiten gleiehsam von Taste zu Taste weiter. 

§3. 

Vorkommende Obe rtasten andern die gleiehe Fingerfortsehreitung nur insofern, als die Regel bei 
einstimmigen Figuren den Gebraueh des Daumens auf den Obertasten verbietet; sobald sie in ihre friihe= 
re Lag-e auf denUntertasten zuriiektritt, muss aueh >•) sogleieh die friihere Fingerfolge eintreten ; nielii-. 
stimmige Satze ""^machen jedoch eine Ausnahme. 




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Folgende kurze I Imogen maeben den Sehiiler mit vielen auf den Fingersatz dieses Kapitels Bezug- ba = 
benden Figuren und Passagen bekannt,deren fleissige Ubung ihm in der Folge vieles erleiehtern wird. 



.*) Eserscheint iuden Beispielen miteinem kleinen Siernchen ( *) bezeichnel . 

+*) Dicser.Nackdruck davf jedoch niiht gewaltsamunil stiirend scyn, sondern nur ein Urines U berg'ewicht vor den andern. 

No I on bekomme'nj er erhalt den Spieler irichtujer im Zcilinass,und g-icbt seinrn Finiffrn mehr Bestimmtheil und fcinere Fiih- 

liui|f. Ieh befeeichne ill n hier mil ( A) . 



T.H.5201. 



1 

I 

Applikatur-Ubiingen . 

Fo r trueken miteinerlei Fingerordnung 
bi'i gleichfiirmiger Figurenf'olge. 



107 



a.) Die erste dee diei Nnten crhillt etwas Nachdruck gegea die zwei folg-enden; die Hand verhalt sich ruhijf, ohnc sich zu 
erhcben; die Tone wcrden g-lcichsain an einander j;< buml« n . b.) Beim Spannen darf der Finder die friihere Taste nicht eher 
vcrlassen, als bis die zu spannende Taste bereits ang-eschlajfen wii'd. c.) Selbst sjimng-weise darf sieh die Hand beinahnii-Iit 
erheben, scndern niir leicht, jjlcichsam an die Tasten g-ebunden ,auf-oder abwarts gleiten .*) 

Stufenweise Figurenfol|fe. 
Nt. PiuK^rsatz fur die rechteUaud. 

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(drundlag-e \ 5 . 

der Passae-e./ "*" f»»e et,8atz fur die liukeHaudS am eiu**0ktavetiefier xq spiel 




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f > Diese Herein grelten im Allg-emeinen furdeng-aazenZ^" Theil. 

v - T.H.5201. 



108 



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2 3 43 - — - ■ 




V. 



T.H.5201. 



109 




V. 



T.H.5201. 



110 




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a ) Der Finjfer wird zuin zweitenTonanschlag- fast iinmcrklich srhotrn, die Hand abcr bli'ibt jranz ruing-. 

V. T.H.5201. 



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T.H.5201. 



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T.H.5201. 



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T.H.5201 



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Langeres Anhaltendes 5 , =" Fingers 
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117 







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T.H.5S01. 




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^ 5 ... . 

«,) Der Fing-ep wird g-anz leieht von der Taste abg-ezog-en^ohne die Ha ml dabei zu erheben, die nur leicht nachpiickl. 

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T.H.5201. 



/\ a) Die Hand riickt ganz saehte nach,ohne sieh zu ei'heben . 




T.H.5201 



122 




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T.H.5201. 



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T.H.5201. 



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#7^ Die Hand wird leicht verschoben, aber niclil g-ehoDen. 




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T.H.5201. 



128 




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,jWnin mit dem 3— und *'— Fing-er und mit dem 4— und 5_ eine Terz odei^Quarle g-egTiffen wh-d, 
so nenntnian es eine G a b el ; man erspavl in nianchen Fallen, z. B. hier,das Uberschlag-en der 
Finffer, und das Spiel wird bequemer. 








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T.H.5201. 



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T.H.5201. 



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T. H.5201 



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T. H.5201 



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T.H.5201. 



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T. H.5201 




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a) Mil a.usgpespannten nacheinaijder folg-endfn fiinf Fing-ern. 













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T. H.5201. 



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T. H.5201. 



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T.H.5201. 



149 




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T.H.5S0I. 



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a ) Dei* kleine Fiiijjer bleibt iramer ausjpestx-.ecfct 




VII. 



T. H.520I. 



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VII. 



T.H.5201. 



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T.H.5201. 



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T.H.5201. 



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T. H.5201. 



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VII. 



T.H.520J 



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157 



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it) Die Hand wind bin- versfthoben* a her nicht dabei a»fjf«-hnbrii. 



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T.H.5201. 



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VII. 



T.H.5S01. 



159 



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VII. 



T.H.5201 



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VII. 



T. H.5201 



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VII. 



T. H.5201. 



162 




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T.H.5S01. 



163 




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T.H. 5201. 



164 



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a) Die Hand verhaltsich moffliehst ruliig', 5 . 
und wird sehr wenif; dabei erhoben. ^ 



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VII. 



T.H. J 5201. 



165 




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VII. 



T.H.5201 



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Foi'tbewegung' tier Finger bei liegenbleibenden Stiuuuen . 

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234 



Stininieiilheilung' 
untci* li'iili n Hand en .' 



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* 5 5 * 

«J Die Finger werden so leichi und nur t<» vie! von Hen Tasten fjehoben^ als nothig tsl , den Ton wicdcrhoU anschlag?en zu konncn. 



vn. 



T.H.5201. 



167 
Zweites Kapitel. 

Vnm Un tersetzen des Dnumens nnter einen under n Finger j 
iiinl Uhersehiagen der Finger it b e r den Daumen . 

Diese beiden naturliehen Mittel verhindern, dass es an Fingem mangele. und diedaraus entstehen= 
de Besehriinkung. Doeh wie ein zweckmkssiger Gebraueh derselhen die Grundlage des Fingersjstemsist, 
so wird dagegen jede iiberfliissige Anwendung leieht hinderlieh und storend. 

Vo m Untersetzen des D a u me n s . 

§*• 

Das Untersetzen des Daumens findet statt , sowohl a/l bei stufenweisen, als b ' bei springendenTon = 
folgen, in der reehten Hand aufwarts, und in der linken abwarts. 

.„.. , " «)Slufenweise. n 

Aufwarts. ^^^^ y 




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b) S prinjfende, bei ausjfestreckler Hand. 



\tfj$0!0$£ i hitf m m m^ w$ l 




Man gewohne sirh bei Zeiten den Haumen beider Hande inimer etwas eingebogen ( jedoehnieht 
kraniufhaft) unter den Zeigefinger zu halten, dam it er schon zum Untersetzen bereit sei,ehe indie Rei = 
he trifft , und keine Trennung der Tone herbar werde. Has Vorriieken der Hande und Arme ist sowohl beini 
Untersetzen als Uberlegen des Fingers nioglichst zu vermeideh. 

§3. 

Her Daumen darf in stufenweisen Tonfolgen niemals auf einer Obertaste g-ebraueht werden: er muss 
vielinehr , in der reehten Hand aufwarts , und in der linken abwarts, erst naeh derselben auf dieUntertaste 
zu liegen kommen. 

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an.- 1 alt . 



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Naeh Erforderniss wird er bald nach deni 2 =', 3'^',4 l £?, zuweilen sogar naeh dein 5=' Finger unterge 

Setzt " Nach dem 2'jL" 

3 » 




VII. 



T.H.5201. 




aus tat I . 



H- 



ij ^ ui T i jjn iirfijtnirffi 



aJ Bei den, Akkorde durehspringendenund ^ harpeg-girenden Passag-en lasse man den II a u in en(wah= 
rend die andern Finger fortspielen) etwas liinger auf der Taste ruhn, damit die Hand ruhig- bleibe , der 
Spieler einen festen Anhaltspunkt habe , und der Vortrag- klangreieher werde . 




Vn m U h erseh I a g en der Ffnr/er. 

§5. 

Das Uberschlagen der Finger iiber den Daumen findet statt , wie jenes "J sowohl bei stufeirvveisen , 
als h J springenden Tonfolgen, und zwar in der rechten Hand abwarts ,und in der linken aufwarts. 

a) Stufenweise. 




33J5^ jffl J i, JfB E tffJ^t tfr ttf ftffl' tf {^ 



b) Sprinpend, 




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W$£MMi0 0M^i 



§6. 

Die Hand muss sich dabei sehr zusammensebmiegen , damit der sich iiberlegende Finger, besonders 



VII. 



T.H.5201. 



169 

von einerFntertaste zur andern , heinahe vo r den Daumen zu liegen komme . Alle Verdrehungen der 
H'ande und Arme sind hier ebenfalls zu vermeiden. 

§9. 

Bei stufenweisen Tonfolgen kommt der Daumen in der rechten Hand abwarts,und in der linkenauf= 
warts vor dieObertaste zu liegen; als: 



1 3 




... 

■ ■ ■ > ! -.•»' 



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Fbrigens wird auch hier bald der 2*=", 8tf, 4 1 /, und in einigen Fallen der 5^ Finger iiber den Daumen 
iibergesehlagen . 

4 




• 









§8. 



■ 



Besonders ist zn bemerken , dass in Tonleiterfl mitmehren # oder ? g-ewohnlieh auf die E r st e der 
zwei nacheinanderliegendenO b e r t a s te n a -> der 3 f = p Finger, und bei den drei narheinanderliegenden *^ 
der 4'= iiber den Daumen gelegt wird; wefl fiir diese das Fbersehlagen auf die Obertaste bequemer istals 
auf die Fntertaste. 




P$& . 



an-l ;iM . 



§9. 




Was §.4.hinsielitlieh des l'angem Liegenlassens des Itaumens gesagt wurde, gilt hier aueh fiir den 



5= Finger. 



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Grundakk 



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VII. 



T.H.5201. 



170 

56ur zweekmassigsten ITbung- beider Hande , im Untersetzen des Daumens und Uberleg-en der Finger, 
dienen Yorziiglieh die Tonleit e rn in alien Gattungen und Bewegung-en. . , 

Von den Ton letter n. 

§10. 

"■> AUe mit denllnte rt aste n anfangende flnr und jWoM-Tonleitern werden aufwarts in der reehten 
Hand mit dem Dannie n angefangen, und haben mit Einsehluss der Oktave, eine Folge von dreiunddann 
fiinf Fin gem ; hiervon ist nur die F Tonleiter ausgeiiommeii - w o der Daumen statt naeh dem 3 — " Finger 
erst naeh dem 4—' untergesetzt wird . *' 

§11. 

*J In der linken Hand werden sie aufwarts mit dem fiinften Fing-er angefangen, und haben eine Fulge von 
fiinf, dann drei Fingern;die H Tonleiter, welehe mit dem 4—' Finger anfangt, maeht alleineine Ausnah= 
me. ?*) 

§12. 

c > Ab warts ist die Fingerfolge in beiden llauden dieselbe, wie aufwarts . 

Von d<*n, auf Untertasten anfangenden Tonleitern 

im Umfange einer Oktave. 



C dur. 



D dur. 



a j Aufwiirts. .. ^ Abwarls > 

1 'I •*- 
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C moll, 



U moll. 




E dur. 



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F dur. 



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F moll. 



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VII. 



T. H.5201. 



171 



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G dur. 






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O moll. 



IzuSn. 



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A dur. 



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A moll . 




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H dur. 



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(**) VllSII ullllH- . 



H^ 



1 



« mo// . 



§13. 







n^ 



p 



Alle von den Obe rtasten ausgehende Dur and Mo/I Tonleitern fang-en"'' in der r e c h t e n 
Hand aufwarts mit deni 2*= Finger,*-* in der 1 i n k e n aber mit dem 3 =' an; ausser £i>und Hl> moll , die 
den 2=' *>,und die beiden Fit Tonleitern, die den 4= u Finger **) ziiniAnt'ange verlangen. 

§14. 

Da sieh die Finger- Ordnung bei einigen , von den Ohertasten abvvartsgehenden Moll- Tonleitern, 
wegen veriinderter 6*^' und 7=' Tonstufe andert , und ihre eiii'/.elne Auseiiiandersetzung y.n weitlaufig 
ware, so sehe man''-' die in den Beispielen vorgezeiehnete Fingerordnnng als Kegel an . 



It*' d» 



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e) Abweiclmng' abwarl- 



Ct moll. 



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E^moll. 



fM )'n$ t 



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(*) Aiisnahme. 



vm. 



T.H.5201. 



172 



F# dur. 



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(**) Ausuabme. 



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A' dur 1 . 



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m 



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H* dur. 



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Gltmoll . , 



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H' moll. 



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1 



(* ) Ausuahme . 

To nleitern im Um fa n g e m ehrer O k t a v e n • 

§15. 

Spielt man eine vondenUntertasten ausg-ehende Tonleiter durrh zwei Oder mehre Oktaven , so 
setzt man auf war t s inder rechten H a n d (statt die erste Oktave mit dem fiinften Finger zu en= 
digen) den I) a u m e n ein(*) , und fahrt dami"-* in voriger Ordnung fort. 

Enenso wird in der linkenHand auf warts narh der ersten Oktave der vierte Finger iiber den 
Daumen iibergeschlagen (**), bei der H Tonleiter ausgenommen , wo nur der dritte gebraucht M'ird h K 

Abwarts kommt inbeiden Handen der Daumen auf derselben Taste zu liegen wie aufwarts . 



J;iJfl3 , fp0fr , j 



C dur 



C moll 



H dur. \ 



It moll . 







pSj pai i - 



Mil . 



T.H.5201 



173 



§16. 

Die von den Obertasten ausgehenden und mehrere Oktaven durchlaufenden Tonleitern, behalten in 
der rerhtenHand dieselhe Finger-Ordnung wie bei § 13.mit Ausnahme der J?#Tonleiter,wo, statt 
die Oktave rait dem fiinften Finger zu endigen, der Daiimen sehon vor derOktave untergesetzt wird *), 
in der linken Hand aber wird auf der Oktave der dritte Finger statt des zwe iten gebraucht a \ mit 
Ausnahme der Ftt Tonleitern , wo der vierte, und bei H^ moll und E^> moll, wo der zweite Finger iiber = 
gesehlagen werden muss . **' 



D 1 ? ditr. 



F* dur. 



ja&jjpjft . 




* »»<<• r^VJJ )J^j^ tff^jJJ^y i f^J33J ^ftCtflr Ef ^ii ^ 



TffSj 



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18" 




^PPj 



#' moR. 



oderj 5 *J 4 



Tonleitern im V m fa n g e d er TV on e . 

§17. 

Steigt dieTonleiter e i nen Ton iiber die Oktave hinaus, namlirh bis zur None, und kehrt sie yonder* 
selben wieder zuriick , so wird in alien von den Untertasten anfangenden Tonleitern der r e eht e n 
Hand, der Daumen statt narh dem 3=' Finger, erst naehdem 4*=' untergesetzt ,"i und in der linken 
der 4'f Finger statt des 3'= iibergelegt , *) ausser bei den E und H- Tonleitern in der r e eht e n ,*^und 
der fc'-Tonleiter in der linken Hand, (**) wo die gewohnliehe Finger- Ordnungbeibehalten wild. 



Im Umfang-e einerNone. 



C dur. 




Eben so bei der D, F , G,A dur und inoM-Tonleitern. 



VIII . 



T. H. 5201 



174 



E dur.M 



3^p 



Ausnahm** . 
Emgll. J 




i * 



oder. 



m* 



m 



H dur. 



$18. 



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Steigt der Lauf durch zwei oder mehre Oktaven bis zur None, so wird bei der erstenOktave der ge : 
wohnlirhe Fingersatz beibehalten,und die ohenerwahnte Fingerveranderung erst in der letzten Oktave 
angewandt.''-' (<•) 

Hindi nirlirc Olrlavcn /. 

-1- 



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ucli melue Olitaven imv None, r" I JTJj ■* +jTVy> 



^Jfljff 



$19. 



Bei den, von den Oh e rtasten ausgehenden,und bis zur None steigenden Tonleitern bleiht die Fiii = 
gerordnung dieselbe , wie bei § 13 und 1?, nur bei den €#, und Fit moll- Tonleitern ist (wegen des bequemern 
Uberlegens des Fingers von der Unter-auf die Obertaste) nachstehender Fingersatz mit Auslassung des 
zweit en Fingers aufwiirts in der rechten Hand vorzuziehn . 



CD moll. 



vn mon . ^ 



Fit moll 



3 * 




To nfeitern his zur D e z i m e du reh zwei Oktaven. 

§20. 
Iliese Tonleitern weichen zuweilen ( um siejwmdgereehter zu machen) von der gewohnliehen Finger= 
ordnungab^ man sehe die Beispiele.— 

Vo n den Un.tertasten anfangend. 



€ 



dur. 



& 



molt . 




VIII. 



T.H.5201. 



175 



dtir . 



moll . 



dur . 



<§ 



moll. 



& d,n 




oder: 3 



& 



moll. 




ygljjl j ^ 



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Httr^y'^ 




VIII . 



T.H.520I 



176 



feM 



ilur 



moll. 



Jb 



diir 



Jw 



moll 



dur. 



• moll. 




Vffl . 



T.H.5201. 



Von den Obcrtasten anfangend 



\"it 



dur . 



~&* moll. 



dur . 



C? moll. 



w* 



dur . 



&*moll. 




vm. 



T. H. 5201. 



178 



Jt9 dur. 




M2& 



molt 



M l 



dur. 



9k 



moll: 




Bei den rhromatisehen Tanleitern, auf und absteig-end , ist hinsiehtlieh der Haltung- der Finger 
zu merken, dass in beiden Handeii der dritte Finger beinahe horizontal iiber dem Daumenliegenmuss; 
z. B. 



Qlctavcnlaufe 



( /, urn Sohlusse.) 




vni 



T.H.5201 



Terz- oder Decimenliufe 



3 2 



179 




Laufc in Ge|jeii3)<jweg'ung'. 




Besondere Gewandtheit geben dem Spieler die auf-und absteigenden Tonleitern fiir beide Hande in 
verschiedenen Intervallen und Bewegungen. Sie aus alien Tonarten anzufiihren Mare zu weitlaufig;ioh 
gebe daher von jeder Art nur ein paar Exempel und iiberlasse es dem Sehiiler , sie in andern Tonarten 
selbst zu versuehen . 

N=l. inTerzen oderDezimen,bei geraderBt'weg-unjy. 




vm. 



T.H .5201 



ISO 



luyjj 



moll 




VIII 



T. H. 5201. 



181 



PP 



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i^ttyictrrftf 



^ fcftfljft^ 



4 mil iii 




N= % . in der Untersexte, bei gerader Bewegung\ 





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Vffl. 



T. H. 5201. 



182 




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Von der Sexte inder Gegenbewegimg'. 




17^^-^^^ 



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T.H.5201. 



183 



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jjariecr^fif-mi 



fc^^^fe^p^ 




r\?3.VonderTerzoderDezimebiszurI\one sleigen<ljnGeg'enbewejjung^, || 23 * 




vm. 



T. H. 5201. 




1 1 * 

Von der Untersexte zur None steig-end , in Gegenbewegung-. 




VIII. 



T. H.5201. 



N=4. DurundMoIl-TonleiterninDoppelgriffen. 1S5 



3 * 1 2 1 -? 



© tfur. 



dur. 



dur . 



Jw 



dur. 



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dur. 




dur. 



m ji/jffa 

3 5f 

5 5 



^. ^«\ tt ^ j j 



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•^ 2 1 5 *^\~ 

4 3 5 5 




T. H. 5201. 



186 



# 



dur . 



-4M^ 



dur . 



& dur. 



J(d 



moll . 



moll , 



moll . 



Cr* moll. 



t% # moll. 



$* moll. 



VIII . 




T.H. 5201 



187 




vni. 



T. H. 5201, 



188 




Chromatische Tonleiter. 

3 4 5 3 



1 * t *. 3 4 * 




tF i , •] 5 4 



111 j* 3 4 q 



ta£kU4 i, LLU,«.f Ut'Mii 1 




Nun folpen die auf dieses Kapitel Bezug: habendeiitHjung-en. 



VIII . 



T. H .5201. 



II. 



189 



Unt'ersetzen des D a urn ens unter andere Fingery 

and 
Ubersehlagen der Finger iiber den Daumen.— 
Secanden - Umfang. 

/L , * , 




Vffl. 



T. H. 5201. 



190 




f^S^^^W^P^P^^P. 




5> W* m^mm W ■ 



j^JTi' 





(Liuke Hand.) 



Uiiiii,c ii ami .j ]i 4 5 1 

* • ± fr^tH' I I I I I [ Jl|ir 



Ruhige, aber ausg-edehnle Hand 




Te rz - Uiu f a n f» . 
-3-4-J1 



1*3% 1 







Ruhig-e Hand -> ffeschlossene Finger. 



2-3 4 





1 J.1 " 4 3 



% fe 



I m Lu H iff] M ^' ^^#Miff 




•^ :; — --v ^ ir — ^ k ° ^^ — 2 1 l£7«. I i^> ■"■sT 1 _ ■— M"0~O - --fT-p- — — * 



VIII 



T.H.5201. 



«) Hiersprinffl die Hand zurirck 
ohne sicjb jedoch zn erhebeu - 



192 




VIII . 



T. H.5201. 



193 




3 4 5 4 3 1 



Yin. 



T.H. 5201. 



194 



Quarten -Umf'ang'. 




VIII. 



T. H. 5201. 



195 




V IX. 



T. H.5201. 



196 




IX. 



T.H.5201. 



197 




Geslreekt. 




a i a * .. /J » fr 3 1 2 




IX. 



T.H.5201 



(f ii in ten- Umfan g . 



199 





431 A ^- a 



i^^^« f-'.gWJ 3 




2l*-2 ,5 







IX. 



T.H.5S01. 



300 




3 2 3 4 3 1 i 1 1 i a li .j ; 




»"•» 



IX. 



T.H.5201. 



201 




•I 5 



3 1 3 * 3 1 3 1 3 1 



* 35 




Sejcten- Umfan g . 

j T a_ A! a. 5 A * 

—•L^^^rfC MgMK 




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IX. 



T. H.5201. 







i*ivii i*-*. ,, 



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4 5 J 3 5 4 Nd 3 S3 ' 6 4 »** f *» *5 8 f 4^5 & * 5 



£ ± \±Xb±*l 




IX. 



T.H.5201. 



5 % 

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15 3 1 2 5 3 2 




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3 r * 5 



5 5~TE * 5 1 a 1 5i 35 




5135* 123*123 43 * 3 £3 * 



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3*123 



15 2 1 jfg v ^75 \ 2^u 3 2 U^L S 



15 2 1 



2 5 3 2 




1 . I *Vf- 



23 1 23 2 13 23 1 



tmmpmmmmm m 



m 





IX. 



a) Beide Noleii we r den an einander ffebunden ? and bei der zweilen der Finger nur leichl jfehoben. 

T. H.5201. 



205 




IX. 



T. H. 5201. 



.1 




A 2 3 * 53 - 

81i 



SSI 




A * A 

5 212 3*53* * 



j,l,| a 0f m ^ S ■ 1 .r -0 5 2 12 3*53 * * 



52 1 



3 * 



IX. 



T. H.5201. 



207 





^5 



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208 




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25 2o 

5 

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* 2 1 2 3 4 | 2 1 2 3 * 
5 2 1 * 



I J 2 3 is 5 2 12 
5 2 1 2 3 * 




IX. 



T. H.5201 



209 




4 12 



* 3 J 3 4 3 5 * 3 * 3 ^ 



* » » » * 1 * 3 ' si* 1 3 '■*• 




- *A?AH+f£rt* 25 _2 5 , >L5 33J, 




IX. 



T. H.5201. 



210 



5 5_ j, * 

n =21 „ |_ A A 



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2 J-« 2 



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IX. 



T. H.5201. 



211 



A 



w- ikyift^m s 




IX. 



T. H.5201. 



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im^ri^titm ^gi 



3 4 




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3 3 5 12 3 5* 3J 5 2 12 



32 5 1 2 3 5 * • > ' a 2 ^^— 



3 5u f 3375 *7T 2 

,ld.a 2 



r-r* 




& ftijif - 11 



^tf^ at ^ y^ /jfr. l W^ ^^ 



IX. 



T. H. 5201. 



213 




IX. 



T. H.5201. 







* 5 2 



1*52 







2 5*1 2541 2541 2 215 



5 1 2 



^2~ 



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*£■*-' 



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r. ■' a^^™" 3 12 5" o 



1 4 5 2 



IX. 



T. H.5201. 



109. 




* * 215 

a , * % 

3 5*1 2 * 





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i&B%0&B0& mm $ 




23* 5^3i 




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— " ■ ° * o * 5*5* ^^ * 



IX. 



T. H.5201. 



216 



113 



5 4 

3 121 



* 

5.3 - A 



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114 



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118. 




«7 1 5 a r*" "^ 4 5 



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IX. 



T. H. 5201. 



* * f 

51 2 5 42 *3 5 ■* L5 - 



21? 

4 1 2 3 2 1 1 2_J 



119 



ri'l i H ii ^d i JJliP^^^-F^t^ g 






, K "*>!'* 



P ^-.^Lj^ g 




34 4 r 1 3 2 



A a* 
2 



5 4 » 4 ° 



5 m k 5 



fe flrfcitrf i ."rfatL.iitf^SfiMfri^fr" ,it£V? £« M 




IX. 



T. H.5201. 



218 




IX. 



T. H. 5201. 



219 







3^" 3 



t l % fr .UjJl* 








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jA^fW 




T. H.5201. 



221 



li£ 



142. '^Wi l l^R 






Jfcnator Ji^J^ I 



piriif^jNJj^iuj^iwyjj^iu^ i ^jj 



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5 5 - - 

- :^; . — e* ** "- 



^ — ' i s—± s s -f-f- r ■ -■ - »-. gg 



^gUmmm 




T. H. 5201. 



233 



1WJ+-H 




y*MsmmM^ m 



2 nl *ff ,r 



156 #ifflJT* 





1 54 



^tfitfg j i T i ^ a; '^ ^ 




v ;l 8flj.Jg'> : 



X. 



T.H.5201. 



324 



159. §§§3 




160 j£m 




jg^gy j j i 




A* 5 2.1 



[HHl 




^V^ 



4 5 • 





■ » >* Z 212 1 ' 



* a i a i . g , . i i i , 

• ^1 a A 



5 1 Z 1 2 






Die Finder gestreckt und wieder g-eschlossen. 



* 35*2 



225 



165. ^S 




#4 m ui i\ i 



T.H. 5201. 



22G 




m. jgge 



A , 2 ' 



f^tk r 4 A r ¥r f n -g 



^Mj^H 



wjg , ^ Ogjg , * 



*«^s * «»* 



^MM^y ^a .». pii 




U 3 



ri :! » 2 1 3 ; 

a) Die Finger haben deji Daunirn zuiu Sliitzpunkl, 
und drehen sich urn selben ruhig" und leichi hin 
und heriiber. 



/^P^iP^l^iN f ^ijh^ i j^ 



gg gp^B 



¥ 



in. H 




, i* 



J«rJ Die Han a versehiebt sich niit Leichtig-koit . 




x. 



T.H.5201. 



2g? 




^mfrj&toit-M n». ^tfrf^ jjjfr 



^ ^CC£^ I ^MW^I^ I I 



T.H.5201. 



228 








4 tf 3 5 



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a) Unlersetzen des Danmrns nachdem 5*™ Finder. 



T.H. 5201. 



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T.H.5201. 



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T.H. 5201. 



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T.H.5201. 



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T.H.5201. 



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T. H.5201. 



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T. H.5201. 




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T. H. 5201. 



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T.H.5201. 



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T. H.5201. 



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XI. , T.H.52 



T.H.5201. 



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XI. 



T. H.5201. 



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XI. 



T.H. 5201. 



383. 



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249 



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384 



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XI. 



T. b .5X011 



250 



Drittes Kapitel. 

Vam iuslassen eines oder mehrer Finger. 

§*• 

Das A u s 1 a s s e n eines oder mehrer Finger, und das hierdurch entstehende Nebensetzen eines 
andern, ist ein'vorzugliohes Mittel,das haufige I'ntersetxen und IJbersrhlagen zu entbehren , indent es 
einfaeher ist, die Hand in ruhigerer Lage liisst , sie weniger ermiidet,und dadurrh demSpiele griissere 
Sicherheit ertheilt . 

§*■ 
Das Auslassen der Finger ist >* bei alien in gleiehen Figuren auf-oder absteigenden Passagen,so 
wie*Jbei Spannungen zweekmassiganzuwenden ,und jeder der fiinf Finger ist zum Nebensetzen ge = 
eignet. 

§3. 

Die Finger mussen sirh dabei nach Erforderniss bald enger aneinander schliessen , bald weiter aus = 
dehnen, indem der neben ei nzusetze nde Fin ge r action iiber der Taste schweben muss , ehe er sie 
anschlagt. 

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Auslassen eines oder mehrer Finger. 



1312 1 




a) Die Hand schmiegl sich enge zusamnien, 
damit der Einsatz des neben misetzenden ausser der Ordnunjj liegenden 
Fingers mit Sicherheit und I.eieht igkeit geschehen kann . 




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XI. 



T.H.5S01. 



251 




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XI. 



T. H .5201. 



§52 



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10. 




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a) Der Daumen wird ininier, unler die andern Finger g^ebogeng-ehalten. 

1-2 - 3 - 



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Die Finger werdeu sehr enge beisaninien 




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XI. 



T.H.5201. 



253 




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XI. 



T.H.5201. 



254 ' . r7 * 

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5 5 




XI. 



T. H. 5201. 



255 




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XI. 



T. H.5201. 




XI. 



T. H . 5201. 



258 



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XI. 



T. H. 530 1, 



259 




Nonen- ° 

Umfang. n J' 






Hierbei verengl und erweitert sich di^ Hand . 

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.XI. 



T. H.5201. 



260 




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63 



XI. 




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261 









XI. 



T. H.5201. 




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4 3 




24 3 1 



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34 12 




XI. 



T. H.520'1. 









XI. 



T. H.5201. 



264 




XI. 



T. H.5201 



265 




XI 



T. H. 5201. 



2 66 




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XI. 



T. H. 5201. 



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XII. 



T. H.5201. 



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XII. 



T.H.5201, 



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XII. 



T.H.5201. 



270 




371 



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XII. 



T.H.5201 



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213 




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XII. 



T.H.5201. 




XII. 



T. H.5201. 



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T.H.520I. 



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276 






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157. 



XII 




T. H.5201. 




277 



158 




159 



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XII. 



T. H. 5201. 



238 



Viertes Ka pitel. 

Vom Ve rtauschen des einen Fingers mil dem 
andern auf demselben Tone. 

§1- 

Dieses Kapitel hat zwar wegen des oftern Finger- Auslassens einige Ahnliehkeit mit dem vorigen- 
ist aber dennoeh ganz anderer Art; da das Einsetzen eines andern Fingers stets auf einerund dersel = 



ben Taste statt findet."-* 



§* 



Es ist ebenfalls in vielen Fallen ein Mittel,uberfliissiges Untersetzen des Daumens und Ubersehla = 
gen der Finger zu vermeiden,und dem Spieler den Vortrag zu erleichterh . 

§3. 

Der Einsatzfinger muss mit Leichtigkeit die , von dem andern verlassene Taste , ohne Trennung der 
Tone, einnehmen, und die Hand dureh ruhiges Naehriieken dem Vortrag die gehorige Bindung geben. 

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IV. 



Ve rtauschen des einen Fingers mit dem 
andern auf demselben Tone. 

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a) Hier muss der vertausche'nde Finder die Stelle des fruher auf demselben Tou gebrauchlen Finders leiehl 

und run if* einnehmen, und jede hefliffe Beweg'ung' der Hand vermieden werden. 




XII 



259 




5 * 3 



VII. 



, T.H. 5201 



3 1 * 




XII 



281 



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XII. 



T. H. 5201. 



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XII. 



T. H. 5201. 



283 



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XII. 



T. H. 5201 



984 



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XII, 



T. H. 5201. 



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XI! 



T. H.5201. 



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Kettenreihe Figurenfolge 

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YII. 



T.H.5201. 



290 




XII. 



T. H. 5201, 




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T. H.5201. 



292 




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A/3 8i3 5 



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T . II . 5201 




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T.H.5201. 



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T. H.5201 



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T. H.5201. 



a 9 6 



In D o p p e 1 g- r i f fe n . 




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3 254 



■■ . , 1 a 4 g j 






X III . 



T. H.5201. 



297 



Funftes Kap itel. 

Von den Span n u n g e n und S pr it a g e n . 

I. SPANNUNGEN. 

§1. 

IndiesemWorte liegt sohon die Bedeutung des Ausstreckens der Finger und K r w e i te r n s 
der Hand, welches urn so friiher angewohnt werden muss, je mehr es, ausser bei stufenweisenTonrei = 
hen,einHauptbediirfniss des Pianofortespieles ist. 

§2. 

So gross die natiirliche Spanne vom Daumeii zum zweiten Finger, und von diesem zum drittenist.so 
klein ist sie vom dritten zum vierten, und von diesem zum fiinften Finger. 

Letztere sind daher auf das Spannen einer Terz besehrankt ,es seinun s -> im frei angeschlagenenAk= 
korde, *J im Durchsprunge, oder c -> bei arpeggirenden Stellen; nur die htichste IVothwendigkeit kaun eine 
Ausnahme entschuldigen. 



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Iii 2-8 -und 4 stimmigen Satzen gestattet der Fingermangel eine Ausnahme;als: 



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xni. 



T.H.520I. 



298 



§3. 



■ 



Dass bei Spannungen die Hand flacherund die Finger ausgebreiteter,als bei Stufengangen.zuhallen 
sind,zeigt sich von selhst; nur diirfen die Finger nie ganz platt, sondern die Vorderglieder imnier etw'as 
abhiingig auf den Tasten zu liege n konimen . IMe Hand bleibt so lange inderausgestreekten Lage , als dir- 
vorzutragende Stelle das Spannen niithig niacht: treten aber neben einander liegendeTonreiben wieder 
ein , so muss die Hand sogleieh eingezogen werden und die Finger miissen wieder ihre gebogene Stel I u ug aiu 
nehmen. 

§*• 

Aurbtritt bier in vielen Fallen das ini erstenKapitel erwahnte langere Liegeulassen des Dauniens zur 
sieherern Lage der Hand ein: z. B. 



Ausfii lining- 




Folgendes Beispiel.wo der zweite Finger voni Haunien an.s. a lie Intervalle bis zurOkta\espannt-dii-nt 
zuni Schliissel der Fingerordnungfiir die nii ehs t e n bis zu den entferntesten Spannungen. *' 

Aufsatz des S^.Fingers. an f der 2*™ Strife. 



Bei Kig-nrcn in 5 =" Umfang-. 



■- I 2 » 5 • 2 



. •» .i 5 a a 




S3I 



T^™ Umfang. 



;l 23582 



im 8 V =" Umfang-. 




Der 2'S Fi n ger a n f der 3*-" S t n fe. 



Bei Figm-on im 5'=" Umfang 



im 6';" Umfang-. 

1 2 3 5 32 



T 1 j » 







4 i! 1 2 j S*2 3 







!*'"=" Umfang-. 



'-• 12 3 68 2 



im 10'"?" Umfang. 



f^fSiiliS^fiif 




A I i meriting. Dass. die, die Oktavc iiuprstcig-endcn Kiguirn • fiir crwachspjio ?i:hiilo.r g.-.-igm I sinil, vcrstchl sirh vonsHbst. 

\U\. T. H.5201. 



299 



Der 2*< Finger auf der 4- f ™ S t u fe . 

Tm 6 V ^Tmf'ang! V" im "f' m ' n Umfang-. 



II 83*32 



1245*2 



- 1 2 4 5*2 



im8 v T u Umfang. 




; 128532 



im 9 u S n Umfang. 



1/123532 



im 10 m / u Uinfang. 




Der 2*- e Finger auf der 5 f ™ Stufe 



■ 1 2 3 5 3 2 12 4 



im 8 V S U Umfang' 



Vj 2 3 im 9 "" IL ' mfa "8-- ,24 



'i/l 2 3 




10 m S" Umfang-. 



1 2 4 




Der 2*-' Finger auf der (P*™ Stufe 



;' 124542 



im9"£ u Umfang. 



im 10T u Umfang. 2 g 
13 4 



l 2 4 5 4 2 



& "W% W^ W^ ' 111 IH IJ JJ ^ ?'^J JJJ J ! PF^ P^ PF^P 

•J Vs 3C >^ 9 3 * <F # ^"3" ^ -J- 4 * 



95 



01) er- Quartet] I'mfang'. 



i.'iajL 



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im O licr- Qi iinten-Uinfang-. 

W p*J» j JJ I >MJj «g] m tfr^^W W WW 



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f 



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im 10 m J" Umfang 
': 123532 4 




3? 

Z>pr 2 f S Finger auf 'der 7*™ Stufe 

>b 
^5 



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e 



01).4'J Umf.\ .■• 
7 1 2 4 7 1 2 3 



im Oher- 5 =" Umfang 
12 4' 






I 



J9«r &'- Finger auf der <f*L" Stufe. 
mf. 

m 



gjggga 



,-' iin()h.i-4 i, :"Hmf. '•..■' im OlM)r-5*? u Umf tug 

12 4 5 4 2 7 i 2 4 





JVoeh g:rossere Spannungen bleiben der Individual ititt des Spielers iiberlassen. 

II. SPRUNG E. 

Wie sicjidie Handbei Spanmingen naehenifernt liegenden Tonen ausstreekt,so ist dies aueh bei 
Spriingender^all; nur mit deni Untersehiede,dass die Tone beiersteren an.einander zu ziehen, bei letz = 
tereu hingeg en kurz abzustossen sind. Die Arme diirfen sieh dahei weder z.u sehr bewegeu- noehdarfsieh 
die Hand voh dei- Tastatur zu hoeh erheben, weil sonst die Sicberheit verloren g-ebt und man leieht unter 
oder iiber den reehten Ton greifen wiirde._ 



VIII. 



T. H.5201. 



300 



s 



pannungen und S,p-rung e. 



■ $$}a\{p\ 




1 2 f^^ 



3 ■'■■: 

a) Die Hand erweitere sieh allnTanligp, und verhalte sich mog-lichst ruing- dabei 

4- 








L fhl t ± & 



W 2*£ S 

. -vjt 2 #P # 5 







oj Die Finjjer niiissen sich ausdehnen. 

2 2 5 41 



i gj Ai^^j i ^jj!M^ i ^^ ^ 



5 - — 

4 — 



^P 






r - ' ^ ^^ Der Daumen bleibt imnier in ausg-estreckter Laff 





5 

i ? 



25 3 2 

.1 5.3 2 
o^ Die Hand wird bei denigprunjf weniger aufjjehoben,als sie sich lcieht herab schieben und die 
Einsatznote grleichsani fanffen muss, uiujede Ti-enimng' der Tone ra verme idrn . 



1*21 2 5 4 2 



25*2 1521 



J 4 ... ■>. I 4i a £ 3 , *, 



* 2 3 14 



^aiCTiL 



^rirly'fr^ 




2 35124 
a J Die Finder Ziehen sich welter undenjfer. 

* 3 4 3 1 * 3 1 4 3_1 *_ 



s» mp^ppp jpg#p 



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f 



xm. 



T.H.5201. 



5 

a ~ 

2 _ 

a "a. 



301 



6. 



B S P 



Mmjtfjfftffff i tfma te 



Die Hand bleibt hierbei immer in ansirespannter Lag-e. 




;; 5 * « ^21 2 5 3 1 



, 5 



* ,i f teg tt,4t f.b/ r 




tfflitfm'jji^. 



2_ * 




{ 1 2 j 




— 3= ^ 



gr a 



5*1 nTTl 252 12 5 25* 254 



? — r* 



mm&tf&fm 



1 2 




302 












u. 



*/J Der Dauinon 1st dt'i» feste Stutzpnnkl ,um den sich dor 2'=T und 5'= Fin^'p hiniiber mid heruber drehen* 

XHI. l.H.5201. 




5 
3 

A 2 (")\ * A 



^19.g^gP 




° * » oj Die Hand sehiebt sich hin = 
5 3 aufohnesiehdabeizuerheben. 
2 




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>^ +j+ -+1+ +^ 



M.m 



* 1 * 



A 1, 

2 ft 



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S 




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J^ju^ 



J 



r 1 — 'V- - 'r ^f 



m**-m^^^ 



Tf 



if unlei'c!\ote wird ^ehaschl 
und kui'z abg-efertig-t . 

2 N A 





xm. 



T.H.5201 



304 



25.^ 




. S 4 8 «> Der Daunien asieht sich, wenn er 



^ebraucht fti^ worden, unter die andern Finger, um gieich fur die Folge bereit zu lichen 

12H2 ^^ rlfl^ 



S 






i n^2 



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m 



m 



Hi a f ife ^ 



SSIl 



37. 



m 




j- 



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a) Die dritte'Wote wirdgleichsam gehascht. 



IfU tiT*fE*\$*ft*\f%f*\ fttfaffi 



2«: wbcftuwA *\*$vA- mm 



W *^vAr*Wr*VM'' 



pss 



J aj ^Der 2*= Finger wird "nioglichst sehnell denTonfangenaiiber ■*■ 



5 



* # 



39 -^« 



5 $ k ^ --^ den Daumen cesehnellt 




j _f V , > 



^^^^P^ ^p 



Pi WBW 



2 * * - - - 




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xni. 



T. H.5201. 



305 




XIII. 



T.H.5201. 



306 



A,i 



37. S!§ 




T. 11.5201 



3(17 



3 1 2 1 1 1 2 3 



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1 ~^T j^/? 1 ' ' i H 



1 2 1 I 2 



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43 



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T 



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44. S^ 



I^ i jO ^ i ^^y^ i j ^ 




XIII. 



T.H. 5201 



308 




■ i J 1 'if 8.5 4i i5i r* ?, i , r 

4 .5 i [ .» » 4 3| ^A. 41 al 

5 • »• g-. ■ »f> 55-g-5 5,^ , 5jF l^y 5^ , *1»- . 

so. vj?-i j f-tmj rjri j f r f u r r r i r r r i jVr n , rr n a rte ig 



.i .« 

or & 



1 *i » * tl^ < ,7 -a*- 



51.^ 



fsjs^ 



"■*" *^" .t.n:.. — » D „„ M„i» ...:..j «.„*'.'..„„„ 



«/ Die untere Note wird ffefanpen . 




53.^ 



ft 



m 



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XIII. 



T. ft. 5201. 




5?.Se 



^ -&■ 'a)Vreiev Fin^ereinsatz. ** "" * 



- a 2 ! 'A 



58. ^V,V ? j | ^J> r ^I|j^ r _/> 



^ 



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S 



^^■j>cgip- 




xm. 



a) Der 2 + = Finder wirft sich iiber den Daunien. 

T. H.5201. 



310 

S ec hste s K apitel. 

f'om Gebrawh des Daume ns und des fit n ft e n 
Fingers auf den Obertasten . 

§1- 

Vor Bach, von vielen selbst spater noch,wurde der Daumen fast nie und der fiinfte Finger nurse U 
ten auf den Obertasten gebraucht; daher verursaehten die damaligen (iniVergleiehe mitunsern)sehrleieh= 
ten Komposizionen dem Spieler sehon gTOsse Sehwierigkeiten . 

Die jetzige Schreibart maeht die Anwendung dieser beiden Finger auf den Obertasten ganz uneut = 
behrlich , und auch durch diesen Gebrauch wird das unniithige Untersetzen des Daumens und Uberschla = 
gen der Finger oft vermieden,und in vielenPassageneinhequemerer, siehrererund zusammenhangeh = 
derer Yortrag erreieht ; nur muss das wirklieh bequemere Fortschreiten zum Grunde liegen , weil Miss = 
braueh leirht neue Ubelstande durch fehlerhafte Fingerordnung erzeigen wiirde . 

§*• 

Hinsichtlich der Lage der Hand ist zu bemerken, dass bei Stellen,wo bald der Daumen, bald derklei= 
ne Finger auf den Obertasten gebraucht wird, die Untertasten nicht vorn, sondern mehr zwisehen den 
Obertasten gegriffen werden miissen."'' 




PV pg 



Bei Stellen aber,die ganz auf den Obertasten liegen, zieht sichdie ganzeHandiiberdieselbenempor. h ' 
Diese Lage der Hand ist dann eben so zubetrachten, als wiirde die Stelle auf Untertasten gespielt. 



ik < h im^0^ M ^ 



& 




§3. 

Der Daumen und fiinfte Finger werden auf den Obertasten gebraucht a) beiSprungen, * ; Spannun= 
gen, °) in gebundenen und mehrstimmigen Satzen, ''-'iiberhaupt auf Obertasten liegenden Tonarten.und 
auch e > otters bei stufenweisen Tonfolgen , wenn sie nur bis zum fiinften Finger emporsteigen ,wie bereits 
ini ersten Kapitel § 14 bei der F# rfur-^Tonleiter bemerkt wurde . 




\U1. 



T. H.5201. 




311 



^Mr* 



' 'l^jV' JTJJ'n ■ ■ n n. 'Mj. t^ui tJ 














T.H.5801 



313 



VI. 



Gebrauch des Daumens und funften Fingers aufden Qbertasten. 




3 "2 1 3 * 2 3 5 4 3 •*■*; "■» 12 

DieUntertasten werden moglichet vorne und awischen den Oberiasten g-egriffenj damitletztere 
bequemer erreicbt werden, and die Hand in ihrer ruhijjen Lag-e bleibe. 

jH — * 

* ~ 5 * 5 X -, , 





\jg^y\iy 



» * 2 4 5 1 



2 3 5 1 2 



24 1 2 3 1 

Hier zieht sicb die Hand g*anz nber die Obertasten empqr t nnd die Untertasten werden 
zwischen denselben eingregriffen. a) 






3? H 15 4 3 4 
14 3 2 3 




^tffiijOTiF;'!.! ■ ■■■•» 




* afff? 2 ' 2 * 



jr 

4 
» a 

«J Ob ;,;'«■ beideAnmerkrinijenjfeUen ini Allgemeinen in alien Fallen, wo dee haufipe Gebrauch der Obertasten hub Grunde lii'ift . 

Xm. T.H.5201. 



313 



j*jjl'rj i JjW^ i i# »ig 




xm. 



T.H.5201. 



314 




;{ 5 1 2 a j Die Hand aieht sich leichtiiberdi^* Obevtastenenipor.^ 




\in. 



r. II .5201. 



315 



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5 3 ffT" 4 «; Dei- dritl 






-H-3 3 8- 



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^P 



.1*2** 



5 4 5 ■* 5 * 

itte Fing-ermuss geg-endie Mi Me der Oberlaste zu, pebojjen 
eing-esetzt werden 9 damilihn gleieh darauf der Dauni4»n,der sich 
hinter ihm in BereitseUaflhallen muss, bequeni ablosen ktinne* 




316 



il& 



:-ltif ~*£¥. -Arf^ 



•> ■ •/ 15 4 2 1*52 



1^^... Jferf* 







2 3 2 



1 2 1 2 




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33. fe 



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sr w^s 2 •.• - 'Hi ■» *^2 r . ' r * > 2 3 5-12 u*-i -#5 » £12 



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* 1* 5' 1 



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T. H.5S01. 




V 2 

* 



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Ufa "S 

«J Hier zieht sich die Hand etwas mehriiber die Obprtaslen,daniit 
der Daumen bequemunterg-elegt werden konne. 
5 




5 — 1 







^■^^rir^f i Lj^ fnrrjjjiirji^i'rti^ 



xrv. 



T. H.5201. 



318 




jftfl i ' Li 'i^irfr iiitfV 



42 




». m$>m)tx,ftn I te t & \Srfil$p&z fe 



& 



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..., ,« -<TL k 7T^. . H.y. .?*ff^^ri*f , ■■ 



XIV. 



T. H.5S01. 



319 



■»-j i a ii lift it, 11" m 



^r \> f r^ 



\>± 







55.^ 



5e. ^ V v[hff'fi^ 1 i Tj 1 jr V^ifejil i ^ 



XIV. 



T. H.5201. 



3S0 



5 •>; 




64. 



k 3 1 M 1 .T* .. 6 « r, 5* 



1 



15Q> 



5 55- 5 ' ! 5 * 



XIV. 



T. H.5201. 



321 



; J^\A^^^^i^ ; fe^ 



5*5 5 S § 



H 




8 



5 * .? , 2 1 5 3 •• * 3 

— — = - , ff^ i|< ^ r 1 1 -.- p q- 




XIV. 



T. H.5201. 



322 

S iebentes Kapitel. 

Vom Uiberlegen ernes liingern Fingers iiber einen kiirzern, 

und 
Unterle g e n eines kiirzern u n t e v einen liingern. 

Beide sind ebenfals als Hiilfsmittel zu betrachten , das iiberfliissige Untersetzen des Daumens zur griis= 
sern Bequemliehkeit der Hand bisweilen zu ersparen;nur suche manes nieht z« h an fig .und immeram reeh = 
ten Platz anzuwenden. 

§1- 

Uet dritte? vierte und fiinfte Finger ist fiir die hierher gehorigen FiiHe am meisten gesehiekt . 

§2. 

Beim Uberlegen beugen sich die langern Finger iiber die kiirzern, w'ahrend letztere sich leiehtun= 
ter jenenhervorziehen; z.B. der 3 4 = iiber den 4'S U , der 4'r iiber den 5*™ ; und «war^ in der r e c h t e n 
Hand aufwarts , von einer Untertaste auf eine naheliegende Obertaste ; und ebenso *^in der link e n 
abwarts. 







I'Qi l^. n '/' ^ r& ^h -^ Mm 



§3. 

BeimUnt erl e ge n ist es umgekehrt; die kiirzern Finger werden den. langern, wie der 5'* Finger 
dem 4 , '",und der 4= e dem Z { % a untergeschoben;und zwar"- 1 in der rerhten Hand ahw&rts, von einer Ob er = 
taste auf eine nahe Untertaste ; b ) in der linken eben so aufwarts 




H n #1| 3-» , „ 1 



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1 »"*~5 £ \f\)» - 




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4,5 *+ 5 




Zuweilen folgt IJber-und Unterlegen gleich aufeinander; 



Mi 



mmm. 



. sM ss *^ ; — i^-^i 



lajj^ji^ji' mm ^m 



XIV. 



T. H. 5201. 



323 



§5. 



Es gibt auch Falle, wo beim liber- oder Unterlegen ein oder zwei Finger ausgelassen werden,undder 
zweite oder dritte Finger ii b e r den fiinften , oder umgekehrt der fiinfte unter den dritten oder zweiten 
gelegt wird; was theils iiberflussiges Untersetzen des Daumens erspart,theils das im nachsten Kapitel 
erwahnte Finger- Abweehseln ersetzt; es ist daher als ein sanftes Verschieben der Hand zu betraehten, 
die ihre Lage dadureh verandert; z. B . 







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5 

§6. 

Ks gibt norheine Art IJberlegen mit gleieher Fingerordnung und gfeieher FigurenfoIge,diemanVo r= 
sp rin gen (nrit dem Finger) nennt. Es findet sowohl hinauf als herab stall • und ist von den in dieseiu 
Kapitel gezeigten nur dadureh unterschieden, dass dieses Fortriirken entweder°^dureh eine zwischenste = 
hende kurze Pause, oder 6 -> dureh einen leiehten Abzug des Fingers von der Taste , getrennt wird. _ 



a) 






4 -3 + 



, |ffiff*f i fr^r*rirr«iffirrFpffr pi rji»>j>j. 



a; 



U + » a+a »+. " . +2 «t 






4 +» 4 



.+» 4 




XEV. 



T. H . 5201. 



VII. 

Uberlegen eines liingem Fingers iiber einen kiirzern. 




a) Der sich iiherleg-ende Fing-er fasst die Taste weiter vorn, , 
das Ganze wird gebunden vorgetragfen . s .0 ~P~ 

S4S4 A* £f 3 , 



3*. * 




XIV. 



T. H.5201. 



325 



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2 4 


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XIV. 



T. H. 5201. 



326 

15. 



5 ,. A -^ 

5 4 * * * * ^~ 

1 J ^- 2 2 #. » ft a a 2 s , 2 s i ft_L 





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5 4 



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M-* 1 * 4 '5 3 2 x a 5 4 



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4 3 1 



5 u*^ I 1 4. 



r^ i ^V^W ^ 



* 3 

A L 2 



i^. i t^i w& 




XIV. 



327 




2 4 5 1 

Unterlegen elites kiirzern Fingers unter einen liingern- 










a^ Hier zieht sichderlciirzere Finger hintei- die andern, 
uiu zum Anschlag'e g-leieh bereit zu sein 



fefc&iiiiVivtii Ls . .. Jgg.. 




i£JT 



5 1 R* 2 , oj Hier schiebt sich 




'ft. 3 







^a 




XIV. 



[ 328 




i 15 3 




XIV. 



T. H.5201. 



329 




* 5 




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5 5 ..^n. A 





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5* 



2 1 1 5* 1 2 g 1 iff 5*3 1 154 ] 2 



St 



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53 * 



XIV. T . H . 5201 . 



S 



330 



Unter- und Vherlegen der Finger. 

,5 




T. H.5201 



Mehrstimmi g e Beispiele 



331 ! 



5 3 4 i 



3 4 5 



l-o-t-r^ 



« 




V /' i 2 . 7- -I 12 14 



/, 4^> 

3 * 2 1 3 

2 1 



Pi a * 1 3 1 4 ri 5 4 r 



1L 2 ! 

4 3 




55 



^Ai 



rfiit?*3 yjjirtt nil 



A 
2 i£ 



W i%W rrTi w% nam 




XV 



xiv. 



T. H. 5201 



333 



5 5. 
2 1 



5 5 



51. 



m 



^J?„ K r W r), + 



3 



3 2 1 



M^ 



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« 



1 2 4 ■"» I ■! \ 2 




3 5 3*5 SlSj'V^ .J' 5,ki._ S 




"• figff 



XIV. 



T. H.5201 



p 




11 1 J *9|1|1 I * 1 I 1 ? , t 5 4 * 



333 



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y it *- 1 -! 






".Win inw utiM1.;Mul 

1 j n 5 1 5 5 DieHand wird bei abjjestossenenOktaveng-ang^en nur unmer 

"5 a _i_ j__m._ i'_ ji_- i_. -_ A 




1 *5 
5 hi.- Hi 

slossen deuTon kurz und leicht an 




T . H 5201 



334 




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XIV. 




T. H. 5201 . 



335 




If** 



, » | 2 1 

5 5 1? * » 
5 5 5 5 



5 a 5 5 



Achte s K apite 1. 

Vom Ahweehseln eines oder mehrer Finger mi/' derselben Taste-, 

bei wiederhottem und nieht wiederholtem Tonansehlagi 

und umgekehrt: 

Vom mehrmaligen sogteieh wiederholten Gebrauek 

.eines und desselben Fingers auf z w e i oder mehrenTasten. 



a) Vom F i n g e r- A b w evh se In. 

§*• 

Es findet auf zweierlei Arten statt; entweder oh ne Wi e de r an s c h 1 a g des Tones , oder bei 
iiftererWiederholung desselhen. 

DasWechseln des Fingers ohneWiederansehlag des Tones gesehieht gewohnlieh vo r oder naoh 
einer Spannuug, um sieh dadurrh wahrend des auszuhaltenden Tones mit frisehen Fingern zum Weiter= 
schreitenzu versehen. Die Finger miissen sieh sehr eng an einander schmiegeu , und der, den Ton zuerst 
aosehlagende Finger darf die Taste nieht friiher verlassen, als bis der ihn ab 1 o s e n d e bereits seineSteI= 
le iibernoninien hat , was jedoeh sehnell gesehehen muss , damit der Ton nieht tifter als e i n m a 1 gehort\rer=. 
de; z.B. 



XIV. 



T. H.5201. 



336 




Durrh das Finger-Abwechselnbei offerer WiederholungEines Tones, gewinnt man ebenfalls theils 
fri.sehe Finger, theils griissere Schnelligkeit zur Wiederholung' des Tonanschlags; indem ciftere schnelle 
Wiederholung mit Einem Finger zu sehtermiiden wiirde- 

§*■ 

Bei solchen sehnellen Tonwiederholungen miissen die erforderliehen Finger iibereiivander , gleichsam 
in senkrechter Riehtung gehalten,und hinter einander,meist vom fiinften Finger nacli dem Daunien,selten 
unigekehrt , von der Taste abgeschnellt -werdea. 




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XIV. 



T. H. 5201. 



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337 



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b) F^om me hr ma Is navhelnander.wiederholten Gehraueh 
desselben Fingers aufz we i oder mehren Tasten. 

§5. 
Auch Dieses ersetzt zum Theil das Untersetzen des Daumens und Ubersehlagen der Finger, erleiihtert 
die Ausfiihrung maiicher Stellen, und gibt ihrem Vortrag grossere Bindung und Rundung. 

§6! 
Rs wird augewandt : 

a) bei ge sc h 1 iff e ne n Stellen, wo derselbe Finger von der Ohertaste auf die zunachst ober - 
oder unterhalb gelegene Untertaste abgleitet; 

b) in niehrstiiiiniigen Siitzen bei Spannungen und Bindungen, wo derselbe Finger von einerUnter= 
taste zur andern naehriickt, ohne zwisehen beiden aufgehoben zu werden; 

c) auf zwe i versehi edene n Tasten , die dureh eine Pause getrennt sind,wobei der Finger 
aber nur leicht gehoben wird; 

d) bei kurz a. h ge s t o s s e n e n Noten; 

e) naeh einem Sprung ohne Zwisehenpausen,wo es als ein neuer Hand-Aufsatz zu betraehten 
ist s und endlioh, 

f) in niehrstiinmigeu Tonleitern auf deiiUntertasten.wenn eine ganze Noten- Reihe nachVor = 
sehrift entweder geschliffen oder abgestossen werden soil. _ 



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1 1 



XIV. 



T.H.5201. 



33 S 



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xiv. 



T. H.5S01, 



VIII. 



33t) 



Abweehslung eines oder mehrer Finger aatf finer Taste 
bei wiederholtem Tonansehlag. 



2 1 2 1 — — , 31 




Der 2=*und 3t? Finffer muss senkrechl iiber denielwas eingebojj-enen Daunien su stehen kommi-n. 



5 *3* 




Die Finger diirfen bei dem Fingerweehsel nur lriehl und soviel erhoben werden, dass der, den Ton zu iibernehmende 
Finger seinen Platz eiiiuehmen und den Ton wiederholt anspielen kann . 

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5 i " g 

o) Der 4-*Fing*er gleitet vonder Taste ab , wahrend der 3= e seinen Platz einniinmt. 

5 4- 



, , 2 . . 3 2 




24 1 3 5' 5-^4 * a I 






^ f3 2 * 2 ". 

a) Leichter Abzug des4'=" Fingers, obne die Hand dabeihocb id erheben . 



3 12 * 



* •' r> r* 2 



340 




XV. 



T. H.5201. 



34l 



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12 




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5 43 2 




1 2 3 3 2 - A 44 3 2 J 
i>, -i it 3 -i ' t 3 4 .1 2 




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xv. 



T. H. 5201. 



342 



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fe,j-fefr,r,f j§ 



$\ii£ F\ \ j*w k 







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XV. 



T. H.5201 



33 








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5 5 2 1 2 3 




344 



5 2 1 5 5 



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13 



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T. H.5201 



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4 2 2* 
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xv. 



T. H.5201. 




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gfflj 1 ,1.1 , «,>„ty-Jf^t L ,0,*?.^^ 






a) Dei- Daumen zivht sich allmahlig-ein, um zum nachslfn (iebrauch 
in Hermit sell aft xu seiiv. 




xv. 



T. H.5201. 



34? 




XV. 



T. H.5201 




5 ir^' ■ r 2 




56.;feg 



15*3 
15*5 



XV. 



T. H. 5201. 



349 




21 2 1 



21 

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l^fj M i J 'tf^iitfif66lftftf 



5 *5 



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57 



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5 


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5 




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XV. 



T . H . 5201 . 



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5 5 



l 2 1 5 4 



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1 



351 




" a) Freier Handaufsatz. 

Fingerw.eehseln auf einem Ton 9 ohne ihn wieder anzusphlagen* 




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-rrnnrr? * 



™. thln\\ 7ffl \ \ l i f 



:3 



, _l a) iDjer erslereFincerdarf dieTastenicht eher verlasseir,»ls bis siederandpi 




n. ^lyjj fl 



Gebraueh desselben Fingers bet wiederholtem A nsehlag desselben Tones. 



2 45 




5 5 '241 



XV. 



T. H.5201. 



352 




ftk'JEfEi 



i^M ' ^^ ' fJf ' ti^f t 'f " 



HI. 




xv 



T. H.5201. 



353 




'■■■■■ 5 

1 




5 5 



5 5 



5 5 




V^vU^ , ( 



3 : g a= lt 88. ^r i j iTjj ITj f 



XV. 



T. H.5201. 



354 



Abgleiten mit d emse Iben Finger, 
von der Obertaste aufdie zundchst ober- oder unterhalb iiegendeUnter taste 



0_W 




57 L-l S 

a) Der Finffer wird beini Abgleiten 
^ -^ um etwas Weniffes eing-ezogen. 

1 s ~- *'*;•, 



»#>im Aherlpit.pn *J 





15*1 2552 1 






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,. i. * _ 5 : i. « t *Jmi i \ - * rrn I . if? I i - c 






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XV. 



T. 11.5201. 



91.$ 






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I 3 5 



5 2 15 5 



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*. 3*. gfc #■ ^#" )f#f- ftH- y 



5 1 & 4 ' 1 1 \ 




W* ederholterGebraueh desselben Fingers n a eh e i n a nd e r, 
auf zwei odermehren versehiedenen Taaten.— 




XV. 



T.H. 5201. 



105 



t{£'7"T*M'"*££ ■ £$} £$$ *t£ t£ ' t£ £*• 



1 5 ~% 11 
15 6 2 1 




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xv. 



T. H.5201. 



357 






> .^i 








a) DerFing-er wird unmerklich gehoben 9 iind schleift gieichsam zur andern Taste iiber$ die Hand vermeide die allzugxosse 
* Bewejfunjy. 5 - 

$i A 5 




4 . a ;*-' ■■ 5 

& 1- 5 1 «J FreierFingereinsatz; man Termeide die Hand hoch von den 
Tasten dabei zu erheben. Sicherheit verschafTt die Uibune. 
5 5 




XV. 



T. H.5201 




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118. 




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n »* H ft n n 'H r* » * * *» s r» ^ * ' 




5 4 4 

£|.Ait .;E£, jlj 






-4-* 







HUmo. 



JXaehriieken mit demselhen Finger auf zwei versvhiedenen Tasten . 




a) Dep naehriickende Finder wird kaum gpehoben, sondern gleitet niehrzur and em Taste iiber 



^WTOi i i;^ ™- <fmW v j$M0^ 




2 5 



■** 5 



xv. 



T. H. 5201. 




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xv. 



T. H.5201. 



360 



MehrstimmijyeBeisp ie 1 e. 

Fingerwechseln auf demselben Ton bei wiederhot fern Ansehlag . 




XX 



T. H.5201. 



361 




3 * 5 * I J 2 3 4 :i i ,. BB 



A -v A A 

a? if It 



flnO. flkffl lgfY : 




XV. 



T. H.5201. 




'12 24 "^^ 

* 4 5 ' 5 «J A Die Hand wird ffanx unmei'klich dabei erhoben. 



2 A 1 2 I A 



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3454 — 44 



34444455 



„3- 4___4 5 4.i, 



XV. 



T. H. 5201. 



363 



144 






\ * 14 






2555 * S 55 



145. 




xvi. 



T.H.5201 



364 



Dieselben Fi n g er bei mehrmal wiederholtem Tonanschlag. 

- A ,.±c 5 \— * S— * 5 




14 



8 - ^ <7 fyjyyyyy^6 




tf^Efgtfyyffi 



ui^^^^i^A^A^^^^n^ 




XVI. 



T.H.5201. 



365 




* 5 2 3 4 5 2 3 



Mehrmaliger G e b r au e h 
desselhen Fingers naeheinander auf versehledenen Tasten. 



4 5 




1 1 

5 3 2 

2 4 



54 54 



5 5 

3 2 



54 

5 



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2 * i . 1 1 

5 5 „■'' 

2 2 4 5 5 

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2 5 3 5 3 2 4 

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5 



XVI. 



T.H.5201. 



366 



153 



154. 



3 43 5* 3 \ 5 £2 3 5 4 3 - 



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XVI. 



T.H.5201. 



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XVI. 



T.H.5201. 



368 




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XVI. 



T.H.5201. 




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XVI 




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4 * 5 n 5 3 4 
5 



T.H.5201. 



3*0 



195 



2 ■ 112 3 2 112 3 



176 



199 




Neunt e s K apitel. v 

Vom Abweehseln, JJberschlagen 

und E in g reife n der Hande. 

Diese Gegenstande kommen jetzt weit seltner vor, als ehedem, indem sie oft durrh eine Hand ge= 

leistet werdenko'nueu,undeher eine Spielerei fiir die Augen, als eine Schwierigkeit fur die Finger sind . 

Daaber derSrhiiler dennoeh niit ihnenhekannt sein muss, so wollte ieh ihre Anfiihrung nieht unterlassen. 

§1. 

. lias Abweehseln, Ein-und Ubergreifen der Hande ist leicht aus der Sehreibart zu erkennen ; denhes ist 
dabei als Regel angenommeii, das.s die heruntergestriehenen Noten der linken ,und die hinaufgestrichenen 
der rechten angehoren: nurbeim iibersfhlagen ist es weniger der Fall,weiles zu\veilen,besonders wenn 
die Noten beider Hande auf demselben Notenplan stehen,Undeutliehkeit veranlasst. 

§2. h 

Indessen pflegt man solche Stellen an demWeglassen der Pausen auf dem Notenplan, von wo aus die 
Hand iiberschlagen soil, zu erkennen; offers zeigt auchdieUnmoglichkeit, den Satz anders spielen zukoiu 
nen, die Nothwendigkeit des llbersrhlagens an; endlirh setztman zu noch grcisserer Deutliehkeitder iiber= 
sehlagenden Stimme dieWorte: mono dritla (reehte Hand)^m««'> sinistra (linkeHand) , oder verkiirzt : 
drftta j sinistra ■, _ m. d. ? m.s ._ oder franzosiseh m. d roite, m. gauche bei . 



X\ I 



T.H.5201. 



IX. 



371 



(Unter bei 

de vertheilt. 



Abwet'hseln> Zfbersehlugen und 
E i n g r e i fe n derUiinde. 

4 

? 2 



f1 M|),i,UUUUUun) 



mm T'fTro 

d leichl abffefi'i'tiet^ohne die Han ae dabci Hoi 



fmwm 



Die No ten werden kura and leichl ab£eferti£t,ohne die Han de dabeihoch 
zuerbeben. Es darf duvelijfehend in alien diesen Beispielen keineHand 



*)*^V~ auf denTatlen lie^en bleiben,w;ihrend die andere spiell. 

a 3 * ? t 2 



■ UkUJ^W^iUl, 



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Wie vorher. 



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(Abwechselnl ^ *S ' ■ . 

derHiinde./ K* * , — S B h 2 -?4 — , 



Die einzelncNote fler linkep H;tml y Swfvd Kurz und leichl Allffe$tossCfll 9 und das Gauze so ^rgelrajj-en, als wiit'dei 
vier Sechzehntheile ungetrennt von einer Hand allein f*espieU. I \^ 



(Abwechseln und \ 
IJberlegeii derHande./ «*B 



tf J W 

J^T wfj Die linke Hand wird vor 




die reehte geselzt. 
3 3 




A-%fVr.A/ il 



^r^f 



JiJjJSi. 



s 



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XVI. 



T.H.5201. 



372 

(Abwechseln.) 



5. 




a) Wahrend die linke Hand niit der rechten wechselt,niuss eine der andern gleich Plata machen. 



| Uberff reifen \ 
V derHand. J 



6 



^P^^^P 9 ^]^ 



a) Hier w;i'd die linke Hand ii b e r die reehle g-egriffen . 



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(Bin-undtlbergrew 
fen der Hilnde. / 



23 23 23 



43 *3 



2 3 2 3 



S 



S 









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2 3 

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«,) Die linke Kalidg-reif'l unltr die rechle. 



n o ^^ O 1 

§ ggj a„ gg jg 



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h) Hier g^reifl die linke Hand ii b e r die rechte. 



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(UbergreifonN 
der Hand . J 



12 





JiJfel 



rt^) Die liuke Hand iiber der rech-len 



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3 L4UB k ft-". J ™ /Abwechselnund X _^__^^ <"fe L 



a) Hier lanffl die veelile Hand ii 1> e i die Unite 



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■XVI. 



T.H.5201 



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10 



a) Dierechte iihe v die linke Hand. S 






W!i h) Die linke ub e v die rechte. 3 J]« i 



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If 





11. 



Obg-leichdieseinkleinen Noten fttd faustfischriebenen Akkorde iibereinander stehen, so werden die Tone 
dennoch,wiebei g-ebrochenen S^kkofden,vonnntenhinanf hintereinander rasch,und die oberstelelzle 



.** ' 




XVI. 



T.H.5201. 



374 

/Eingreifen 
Vder Hand. 




j i ill ' , , i P i fii , I v. . m 







1 



jj| cj Die Unke Hand wird ii b re rider rechlen t*iuj, r r = JfyrifiVn . 

f - ,■ ■.'■■' l t y 5 . 

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fag S a 1 BJ k * fa 




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3 



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f . . r.-. r • f 

nj Die Hiinde w**iden niojflichsl wonijf jfohoben. gflA| 



5 



375' 




y~ (r*r~ a ) ^ iev & ve *R ** ep * w ^He Finger der linken 
Hand fiber den Dauwender rechten;lelz 



(ere ziehl sich etwas zuriiek, dauiit die linke xiuu Eing'i'eifen niehi* Spielrawu faabe. 
Die Hnke Hand bleibt iiunier in ausgestreckler Lag-e . 



11. 



S p^tefe3 g% 



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52 



15 



s 

52 



15 14 



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5 



25 

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XVI 



a) Die linke Hand greift fiber der rechien ein. 

T.H.5201. 



b^ e 



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51 



!76 



18 




a) Wie vorher. 

5 
2 



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1 



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XVI. 



T.H.5201. 



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XVI. 



T.H.5201 



3 78 




XVI 



T.H.5201. 



379 
Zehntes Kapitel. 

Von der Stimmen-Vertheilung und Finger-Ordnungs-Lizenz 

beim gebundenen Stgl- 

§1. 

Int gebundenen Styl kommen,so zusagen,alle Arten des Fingersatzes voriwereine Fuge gut vor = 
tragen wilf, muss daher mit diesen bereits genau bekannt sein. und den Mechanismus der Finger voU 
lie in seiner Gewalt haben. 

§2. 

Besonderes Augenmerk rictote der Spieler auf die Stimmenfuhrung,damiter gleich erkenne,wieer 
sie gescbickt trennen ,und die Mittelstimmen unter beide Hiinde vertheilen soil ; er verweile mit den F1n= 
gern weder kiirzer noch linger auf den Tasten,als es der Werth der Noten genau angibt; denn er ver s 
11 i mint so nst . sollte er auf einer Orgel spielen, eine Anzahl falscher, ausserder Harmonic liegender Tone. 

§3 

Der Vortrag muss durrhaus gebunden und fliessend sein ,und die Eintritte des Themas miissen erwas 
kraftiger hervorgehoben werden . _ 



I m gebundenen & t y I . 



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32: 



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*)Anmerk u ng.Ri rechte) L.( linke) zcijj t an , in welche Hand die Stimmen vertheilt und aufgenommen werden sollcn . 

XVI. T.H.5201. 



380 



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T.H.520I, 



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XVI. 



T.H.5201. 



382 



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Allegro. 



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XVI 



T.H.5201. 



383 



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XVI 



T.H.5201. 



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T.H.5201. 



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XVI 



T.H.5201. 



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XVII. 



T.H.520I. 



388 



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XVII. 



T.H.5201. 



389 




Ende des zweitenTheils. 



x,vn. 



T.H.5201. 




.iiOi 



393 




E r s t e s I? a p i t *• I . 

Ion df/i Au .is eh mueknng en mid Ma n #V r eh ( Verzie run gen) 
uherhanpt , ntli.st ihren X e i eh ell. 

Atissehmuekungen,Yor,- i\achsehlage,und andere Manieren sind inder Musik wegen genauerer\er= 
hindung der Tone, des Zusammenhangs der VSelodie. des Nachdrueks,und des guten und srho'iienVortrags 
unentbehrlich; do eh, da die friihere grosse Aii/.alil soldier Zeirhen . und ihroft sehr gsringerllntersehied, 
viele derselben den Schiller vernarhlassigen Mess , in de.r neuen Schreibart aber inehr ganz uunnthig wilr= 
den. und andere deni Spieler, zur Gewissheit des gewiihsehten Vortrags,durch IVoten vorgeze'ichnet wcr= 
den : *) so scheint mireine Fiuschraukuug derselben theils nothig, tbeils rath s am . 

§1- 

I eh tbeile die Ausschmiickuilgen in ■/. \v e i K 1 a s s e it : in SOlche, die (lurch bes olid ere Z e icll en \orge- 
stellt-iind andere. die /.werkmassiger (lurch Pfoten angegeben werden. 

§ 2. 

Fur die erste K'lasse braucheii wir jet/.t beim Pianoforte nur folgende v i e r Ausschmuckiiugs/.eicheu: 

1. den eigentliehen Triller,(tr) mit deni Nachsehlag ; 

2. den u ne i ir e n 1 1 i c h e n ,oder: das Zeiehender bios sz el r il lert en Note (•»" ) oh ne Nachsehlag. 

3. den S r h n e 1 1 e r(^) und 

4. den Doppelschlag,(v>) von oben,und (.v ) von unten . 

Alle vier koiinneu au f die Noteu,rfer Doppelsehlag allein otters auch •/, wisehen dieNoten zu stehen. 

IMe zur zweiten Klasse gehiirigeu Yor-und Naehsehlage,Z'wiseheitschIage, l)oppel-,Vor-oder Ansebla= 
ge,Sehleifer, und andere, friiher (lurch besondere Zeirheu dargestellte Manieren werden jetzt diireh kJeine 
Noten angezeigt._ 



i Zweites.Kapitel. 

Vn m T r iller. 

§1- 

l)er Tril ler (tr ) ist eine gleichmassig srhnelle, und geiuass seiner vorgeschr iebenen Zeitdauer,of= 

ters wiederholte Ahwerhslung zweier nebeu einander liegeuder Tone \ na'mlichder Note. fiber der er gesehrie = 
beu steht,und ihres zuniichst oberlialb liegenden ganzen oder.nach Erf order n,hal ben To ues, den nianHnJfs= 
ton neiint. £ g 

Der Trillerist . unter den Ausschnmckungen die schwierigste, weil er. naeh I T mstiinden,iiiit jedein derfunf 
Finger auszufuhren ist: es wird daher nothig, ihn zeitig zu iiben; deun nur die gleiche Schnellkraft derYor<lcr= 
glieder der Finger giebt ihiu den rtmdeu Anschlag.**' Ieb empfehle hierzu die niir von Mozart selbst |irak = 
tisch niitgetheilte. mit alien fiinf Fingern abvvecliselnde Trilleruhung. ***' 

*) Will.lciii.mil .inch die friiher iiblich gcwcscncll Zeichcn, wegen lies Vortrags der damaligCEi Komposi/.ionrn, kciiiien lerncn,so linilct 

ii- in iiltcrn l.chcbiiclicrn hinlanglichc Et'lauterung. 
**) Manche Lelu-liiirhcr gcbrn an, iter Tritlc'r sol! itirht scliucll gemacht werden. Dies mas; fiii'dasIangcnten-Clir. lev und den KiclfltU 

gel gcllen: allein fiir das Pianciforlc »asst cs nicht mchr; denn iiiclils ist deni Gchor und Gefiihl nnrrlragliehcr, ais ein langsamcr , 

(natter und waltelndcr Trill 

***> RcchteHand. 
Linkc Hand. 



XVII. 



T.H.5201. 



394 



§ 3. 

Man ist hinsichtlich desTrillers hisher beiin Alten stehen gebliehen.und begannihii iiuiuer mit der 
obern Hiilfsnote, was sich wahrscheinli*h auf die ersten, fiir den Gesaugentworfenen Grundregeln griiiu 
det, die spiiterhin aueh auf Iiistriuneute iibergegangen siud. AIIeiu,wie jedes Instrument seine eigenthiini: 
liche Spielart , Applikatur und Lasre der Hand hat, so hat sie aueh das Pianoforte; und es ist kein Grundvoi; 
handen,dass dieselbe Reg-el. die fiir die Kehle gegeben wurde, y.ugleich fiir das Pianoforte gelten miisse . 
und keiner Verbesseruiisr fahiar sei. 

§*• 

Der Hauptgruiid. welcher mich bestiumit y.ur Aufstellung der Kegel . das jeder Triller von der 
N o t e s eib.st , iiber der er steht , und niebt voin obern H ii If st o n ( ohne besondere Aninerkuiig-) anfSn= 
gen soil; ist der: weil die Triller- Note^. auf die gewohnlich eine Art Sehlussnote folgt, dem Gehore eindriiW 
gender, als die Hiilfsnote sein .und das Tongewicht auf das gute der beidenTaktylieder. nanilich auf die 
T r i 1 1 e r n o t e , ( + ) fal leu muss ; •/. . H , 



Ausfii lining. 



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§5. 

Her Triller fangt also ( ist es uicht anders best i mint vorgeschrieben) in i t d e r H a u p.t n ot e ;iii -niulcii 
digt sich aueh stets mit derselheh 1.); soil er vo n o b e u oder von u nte n anfangen . so muss dieses dureb ein 
A u s a t z ii ii tfhe ii von oben . oder von uliten bemerkt werden V.) . 



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Jeder eitrentliche Triller muss einen N a disc h lag erbalten, wenn dieser audi nicht aiige'tnerkt ist:ge= 
Mattet iii ii aber die Kiirze der Trilleruote oder die nachste Toiifolsje nielit, so ist er kein eigent licherTrih 
ter , sondern nur eine getrillerte Note 7.11 iieuneii ,und da if niebt mit dem tr. Zieichen be/.eiebnet wcr = 
den. Man sehe das 3 1 ' Kapitei.— Her dem Triller an/.ufiigende IV a ehs eh I a tr besteht aus der ante r h 
'A u sal /.-und der Trilleruote selbst , deren Interval I entweder eine 11 gan/.en.oder ha I beu Ton ausmaeht ;* z.B. 

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Naclisritlaj;. 

Her Nachschlag ist eben so sehnell wie der Triller; jiup bei einer sogenannteii Hauptfermate ,hesonders 
wenn Begleitung andrer Instruiiiente dabei ist, wird er langsam,"-' iifters aueh no.cn mit verlaiigerteni 'Aw = 
sat/, ^gemacht, damit die Begleiter den Schlussfall In den Hauptton desto deutlicherapifassen, 11111 mit dein 
Ppieler /.ugleieh in das Tempo oder Tuttl elir/.ufallen. 



XVII. 



T.H.5S01 



395 



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a.) 




I»er sogenannte Kettentrilter umfasst eine Keihe stiifenweiser oder spring-enderTone, atif denenei 
ununterbrochen foftgesetzt wird ; der Naehsehlag wild danii nur der I et zt en Note der Trillerkette ange = 
han iff. 

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Aiisfutming. j 



Aufwarts kaim jeduch . werin es das Tempo zulasst - der Na-e.hsehlag naeh jeder Note stattfindeiudaim 
muss er alier besouders beig-esetzt sein ; als : 





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§8. 



Ks giebt noeh einen falsehen Naehsehlag-, der aber selten mehr gebraueht wird;als: 

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*' Bci stdfcnwcisejaufsteigCRilfn chromatischen kettcntrillern falH. wenndie Hauptnote auf oincrt'ntfiitastt: H'-icI i ilicsclbolciija 
SchlussoilosTrilliTs wcg,(+)und <J.r Hiilfst.m vevbindH sich gle'ich mit dem Haiiptton iter folgcjidcn Ttflierrtotc. 



XVII 



T.H.5S01. 



31HJ 



§9. 



Noch ist zu bemerken.dass siehder Triller, wie iiberhaupt J-ede Manier,naeh der Vorzeiehnung- des 
Stiicks richtet: erfordert die H ii 1 f s not e eine Veranderung, so muss"-* das zufallige Verset/.ungszei = 
(hen iinmer iiber deni Triller angezeig't werden, und tritt derselbe Fall auch beim Naehsehlag ein. so ist 
es am sichersten,*-* ibnmit kleinen Noten auszusehreiben, und diesen die erforderliehenVerseUungszeu 
chen bei'/.ul'iigen. j fc 




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§10. 

Beim Doppeltriller gelten alle friiherii Reg-el n. so-wohl in Be/.ug- auf den Anfang-ston, als aufdeniVaeli 
sell lag. Kr kann mit einer Hand n> in Ter/.en ,"*J in Sex ten- oder aueli/^dreistimmig- niit heiden Hiiiideii aus= 

gefiihvt werden. 

tr :":u:::"~:"::::;:::;-:^c;" A.jfr: 

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Mit 

bi-iilrn Hiinilrn., 



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oil. 

mit In 


i.l.n 


H.in.l 


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1'injf i"i 


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Es giebt falsebe Doppeltriller, liei denen" J bios die Hanptnote trillert, und die nntere entWvder gana 
liegen bleibt,oder *•* jedesmal zur Hanptnote mit angesehlagen wird. 



it v i n r V Ha n tl . 



in it b c J i « n H ii n il c n . 



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mit e i n c r It a ii ■! 
b.) *- 










XVII. 



T.H.5801. 



mitcine-r Hand 




397 



L-g u — L. u l. ■ — 3 — b — tr-t s — L L I L X . I L 



Ferner giebt es Falle,wo wahrend des Trillers die andern Finger die Melodie,entweder a ^unter - 
oder oberhalb, oder^beides zugleieh oder *' getrennt ausfiihren. 

rail finer H a n <l . 



k'iihriin 




Drittes Kapitel. 

Von dem unei gent lichen Triller oder 
den g etri 1 1 ert en Not en . 
Diese Noten werden war ebenfalls ihre ganzeWerthdauer biudnrrh getrillert , sind aber keineswegsniit 
dem ei gent licit e n Triller zu verweehseln , da sie^wegender Tonfolge,*'' wegen derknrzen Dauer der 
Note ,fceinen Nachschlag erlauben . 

Sie werden mitC~U>) bezeichnet,undderEintritt gesehiehtehenfalsniit derTriIlernote,(im Allgenieinen.) 




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*) Wenndujipclte oiler «t was cntfeinl liegendelVotennebst dem Triller zu greifcn sind,( wic obrn bei iyund r,)nnddie SpanncderHand 
di-nTi-illeriinnntei-bi-urheii foi-tzufiihrcn nielit eelaubt,so fcann man denselbeo wahi'cnddcr Mel. .die fiihn nden Nnle zwar anssctzcn, 
allein die Fortsctzung des Trillers muss sngleieh wiedex eintrcten, damit dem Grchjur dieTienniing iiiibeineilcbai' weiile. 



XVII. 



T.H.520f. 



398 

1st solehen getrillerten Noten eine andere, auf derselben Stufe stehende , angebunden,mit der sieh die 
Trillernote endiget,oder steigt die Mgu,r dann au f w a r t s , so schliesst man der getrillerten Note "Jdenun= 
tern Hiilfston (einen falsehenNaehsehlag) an, um der gehundenen dadurch einen bestimmtern Eintritt zu 
geben; geht naeh der getrillerten Note die Flgur a b w a rt s , so tritt die angehundene streng mit deni Zeit= 
mass em*-*, und erhalt nur einen etwas starkern Naehdruok. 




Viertes Kapitel. 

Vo mSchnetler. 

Diese Manier ist eineVerkiirzung der vorerwahnten getrillerten Note. Das Zeichendes Sehnellers ist:(-+0 
Er erseheint a -*auf langern,wie *Jauf kiirzern Noten, ist bei letztern vonbesonders guterWirknng;fangt 

ebenfalls mit der Hauptnote,iiber der er steht,an,und wirdnebst seiner obern Hiilfsnote mit den Fingerngieirtk 

samherausgesehnellt; z.H. 

*-''•'.■'+ «|* ijT +^ "jj-s b.) 



a.) 






j-jfAifrri ^i, h i] l h M "i'T II "■r.-n,,n Lj , | i LAj h u jh UJ |, 



Fiinftes Kapitel. 

Vo mi Doppelsehlag. 

§1- 
Der Doppelsehlag ist einaus derHauptnote und dem obern. und untern Hiilfston bestehende 
Notengruppe,die sowohl auf , als zwisehen den Noten erseheint, und weder zu schnell, noehzu sehlaff, son= 
dem lebhaft , rund und etwas kraftvoll vorgetragen wird. 

§2. 
Er wird auf dreierlei Art vorgestelltund vorgetragen, namlieh:"' von der Hauptnote selbst mit eineni 
Zusatzniitehen ( A«)*\vom obern Hiilfston herab ( s/a), und ^vom untern Zusatzton hinauf angefangen («5;)*^ 



Ausfiihrung 




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Die zufailligen Versetzungszeiehen werden dem Doppelsehlag ebenfalls beigesetzt,und zwarj- - bezieht 
sieh das Versetzungszeiehen auf den Hiilfston ^iibe r das Doppelsehlagszeichen; bezieht es sieh auf den 
Zusatzton,*- 1 u n t e r denselben; und bedarf man deren zxvei , namlieh fiir die Hii It's - und Zusatznote zu = 
gleieh^beide nebe ne i n ande r gemass ihrer Folge._ 



*) DttdicNotcnstccherfchlcrhafterweisS dom Dopjiclsolilajczoichon eincrlei Strllung geben • der Doppelsehlag mast von oben 
hcrabjodcr von untrn hinauf gemacht werden sollcn,«o werden dicHcrren Musikvei'lcgei; darauf aufmcrksam gemacht .ih= 
rea Stechern den (Jntcrschicd der zweici-lcj Stcllungcn dieses Zeiclicnsein/.uscharfcn und sic zur Befolgung an /.u ha Men. 



XVII . 



T.H.5201 



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Bei zwisehen z w e i Noten, Oder tiber einemPunkt vorkommenden Doppelsrhlagen , 
wird nurder von oben herabgehende gebraueht. Bei erstem Fall wird der Doppelsrhlag erst vorEintritt 
der zweiten Note ausgefiihrt: bei letzterm aber sehliesst der Doppelsehlag nii t der Note selbstsehon 
iui Eintritt des i'unktes. der dann seinem Werthe naeh auszuhalten ist. ^ 

Zwisehen den Noten. ... „ .. .^ _ it 




Die zur zweiten Klasse gehorigen Verzierungen werden nieht durrh besondere Zeirhen,sondern dureh 
fcleine Noten angegehen, und bediirfen ( dieVor-und Zwisehenschlage ausgenommen) keiner besondern 
Erlauterung. 

SechstesKapitel. 

Von den Verschlii gen 9 Zwisehensehlagen 
und andern Verzierung en. 

§1. 

Selbst die Vorsehliige werden jetzt oft durch gewohnliche Noten in regelmassige Takteintheilungge= 
braeht; indessen giebt es Falle, in denen man sienoch dureh kleine Noten ausdriiekt. 

§2. 
Sie sind als Vorhalte oderVerzogerungen derHauptnote zu betrachten , der sie einenTbeiIihresWer= 
tbes entziehen , und werden in 1 a n g e und k u r z e eingetheilt . 

§3. 
Der Ian ge oderaecentuirte Vorschlag niimnt der.aus gleichenTheilenbestehenden Hauptnote 
die Half i<> ihres Werthes;*^es ist daher zweekmassig,denWerth des Vorschlags gleieh dureh das ihm ent= 
sprechende Niitchen zu bezeiehnen, als : 



* > Er heisst dor ac centu i vi e , weil der Nachdruck inehr aut ihn , als auf die Hauptnote fall t . 



XVII. 



T.H.5201. 



Die Vorzeichnung bezieht sieh ebenfalls auf die Vorsehliige.und die zufiilligen # Oder v werden ihnen, 
wie den andern Noten, beige fiigt. 

§*• 

VorNotenmit einem Punkt, die daher dreitheilig sind, zieht der Vorschlag zwei Drittheile d. h. den 
Werth der Note an sieh , und diese wird erst auf dem Punkt angegeben. 



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f s\?rT\r iI itifW u&)J. 



Steben zwei Punkte bei einer Note, so zieht der Vorschlag ebenfalls deft Werth der Note an sieh ; die 
Note selbst tritt dannmit dem ersten Punkt ein, und halt den Werth beider Punkte aus. 




^m^M 



§5- 

iii mehrstimmigeu Satzen bezieht sieh der Vorschlag nurauf die Note (Stimme) , vor der er stent ;dieaiu 
dern Stimmendiirfendadiirch von ihrem Werth nichts verlieren,undmiissen mit dem Vorschlag zugleich an* 
geschlagen werden . 




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Der kur ze VorschlagnimmtderHauptnote, sie sei von langer oder kurzer Dauer, mit Oder oline Punkt, 
fast garnichts von ihremWerthe , indent er gleichsam nur mit dem Finger angeschnellt wird;und e.s t;illt uicht, 
wie bei jenem, der Accent auf den Vorschlag, sondern auf die Haupt note. Erheisst daher der accent U'i = 
re n de Vorschlag. ZumlTnterschiede wird erstcts (lurch eine sen rag durchstrichene 8'S Note dargestellt; z.B . 



XVII. 



T.H.5201. 



DerZwisohenschlag hat insofern einige Ahnliohkeit mit deiu Naehsehlag desTrillers,als er,wie 
jener,nachder Note steht, der er angehort. Er wird durch eiiien kleinen Bogen mit ihr verbunden. um an= 
zuzeigen,dass seine Ausfiihrung noch in denZeitraum des vorigen,undnieht des folgendenTakttheillsfallt. 




Der l>oppelvorschlag,Sehleiferundaiidereziisaniniengesetzte, derWillkiilir des 
Koniponisten iiberlasseneVerzierungen bediirfen keiner nahern KiklJirung. da diese dureh dieSehreibart 
von selbst in die Augen.fallt; sie gehiiren der Note an , vor der sie stehen . 

It o ppel- Vn r - o d er A nsoh I ii g e. 



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T.H.5201. 



402 



Svhleifer. 



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#^f rsvhiedene andere Ve r z i e rti n ff en. 



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Sip wenleu sammtlich niit Sehnelliffkeit vorg-etraffen. so. dass die Hauptnote inn 
wen iff von ihreni Werth verliert. 



XVII. 



T.H.S201. 



Beispielezur Erlauterung d e . 
ersten Abschnitts. 



40 3 



Andante . 

(VoiuTone selbst anfan^end.) 



Tri Her. 




Allegro moderate. 



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Allegro maestoso 

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*) Rpgcl, Kap.2. | 5. 

XVII . 



T.H..5201. 




XVII. 



tJzi 



T.H.5201. 



Kettentriller 



*) 



405 



Au&fiihruiig. 



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*) SiehcKap.2.§?.9.undlO. 

XVII. 



T.H.5201. 



406 




XVII. 



T.H.5201. 



405 




Fit r beide Hunde. 




XVII . 



T.H.520I. 



408 




XVII 



T.H.520I. 



a. 5 jj 



.If if dazu gegri ffenen Nebenst tinmen. 



409 




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12 28 






16. 




XVII 



T.H.5201 



^ 10 Allegretto. Uneig-entliche, blos j^etril lerte Noten. 

(VomTone selbst an =' fang-end.) ' 



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Allegro eon brio . + : J: 



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/^/ Wenn auf die g^bundene TVillci-A 
ynoteeinei Pause -#- folgt. / 



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*) SichcKaii'.'S. 

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T.H.5201. 



411 




*) SicheKap.*. 

XVII. 



T.H.5201. 



413 



( Auf der IVole , von obon hei-ab.) 

Andante. $f^- s~. 



) Dop.pelschlage. 




Andante eon moto 

«"<- A fT~f 



Beisp ie le,worin a lie 3 Arten angel* racht si ml . 




*) SichcKap.5. § 2.;i.4. 
XVII. 



T.H.5201- 



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Allegro moderate. 



Zwischen zwei Nolen. 



(Vunoben.) <f> 



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T.H.5201. 



,14 



Larghetto 

( Von oben.) 



Auf d em Punkt. 




XVIII. 



T.H.5201. 



Allegro moderafo. 



Auf zwe i Punkten. 



415 



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10 



( Von oben und mi ( en .) 



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Andante. 



Bei Doppelgriffen auf denNoten, 




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416 



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Vnpoeo Allegretto. B e i Do p pe lg ri f fe n zwischen den No ten. 




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Andante eon moto. 






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Will. 



T.H.5201. 



Un poco Adagio 



Auf dem Punkt 



417 



11 







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Allegro maestoso 



Auf zwei Punkten 







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XVIII 



T.H.5201. 



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Allegro tnoderato 



Lange Vo rschlaige 



*)' 




*) SichcKap.6.|. 3.4.5 

xvin. 



T.II.5201. 



<— ^ 4- i^ F- — # — r -^ f - # — ^ 21 — :v = z i»-t — 



419 




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T.H.5201. 



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Allegro moderato 



K u r z e Vo rschlag-e 



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T.H.5201. 



421 



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Larqhetto . 



Kurze nnd 1 a n g e Vo rschliige vermischt 




XVIII. 



T.H.5201. 



422 



Allegro moderato . 




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XVIII. ' 



T.H.5201. 



Doppelvorschlage, S c h 1 e if e r, 

und andere Verzierungeu.*' 



423 



Lento . 



(DoppelYorschlige.) fl -^ 




*) Kai>.6.§7.8. 

XVIII. 



T.H.5201. 



424 




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T.H.5201. 






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/ Aiidi're durHi klrim* IMoIrn \ 
^ anjrodeiitete Vei*zit'runj|on./ 



425 



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XVIII. 



T.H.5201. 



426 

ZWEITER ABSCHNITT. 



Erstes Kap itel. 

Vo m Vo rt r age iiberhaupt. 

§1- 

Manunterseheidet,unddas mit Recht,richt i gen und seliiin e n Vortrag. Den letzten pflegtman 
auch Ausdruck zu nennen; aber, wie mich diinkt, nicht genau genug. Richtiger Vo rt r a ghezieht 
sieh auf das Mechanische des Spiels , was bezeichnet werden kann , und im Vorhergegangenen von mir 
bezeiehnet worden ist; s ch6 ner Vortrag bezieht sieh auf das Abgerundete, einem jedem Musikstiiek, 
einer jeden Stelle desselben , Angemessene , auf das Gesehinaekvolle und Angenehme,namentlichauch 
in den Verzierungen , was bios angedeutet werden kann , und was auch ieh anzudeuten mieh bemiihet ha= 
be; Ausdruck bezieht sieh unmittelbar auf das Gefiihl, und bezeiehnet im Spieler die Fahigkeit und 
Fertigkeit , was der Komponist fiir dies, f'iir das Gefiihl, in seinWerk gelegt hat , und der Spieler ihm 
nachempfindet, nun auch in sein Spiel und dem Zuhorer an's Herz zu legen— was auch nicht einmal an= 
gezeigt werden kann , ausser allenfalls dureh allgemeine Kunstworte , die aber wenig Bestimmtes ha= 
ben ,und eigentlich nurdenen niitzen, welche die Sache schon in sieh haben. Verhalt es sieh so,sofolgt 
daraus , dass der Ausdruck des Spiels zwar geweckt, gebildet, erhoht und verfeinert , aber niehteigent= 
lich gelehrt oder gelernt werden kann, weil er in der Seele liegen und unmittelbar aus ihrin das Spiel 
iibergehen muss ; weshalb auch von ihm hier nicht eigentlich gehandelt, sondern nur auf Manches , was 
ihnund den schonen Vortrag betrifft,hingewiesen werden kann_weshalb auch Letzteres inmancheiu 
bisher vorgetragenen geschehen ist und nun noch etwas bestimmter geschehen wird; es folgt endlich: 
dass vom richtigen Vortrag allein ausfiihrlich gehandelt werden musste. 

§2. 

Was den schonenund geschmackvollen Vortrag betrifft, so kann dieser dureh Anhorung gut vorge= 
tragener Musik,ganz ausgezeichneter Kiinstler, besonders seelenvoller Sanger, gebildet und angeeig= 
net werden. ITberhaupt herrseht meist bei Kiinstlern und Komponisten, die in ihrer Jugend guten Sing = 
unterricht genossen, nicht nur ein reinerer, beurtheilungsfahigerer Sinn fiir solchen Vortrag vor, son = 
dern auch ein lebendigeres , regsameres , reicheres und zarteres Gefiihl fiir den Ausdruck , und mithindie= 
ser Ausdruck selbst in ihren Komposizionen oder in ihrem Spiel; und jener Vortrag, wie dieserAusdniek, 
wird weit seltener bei denen gefunden , die nur allgemeine, gleichsam aussere Begriffe vom gutenGesan= 
ge besitzen . *) Was aber, in Hinsicht auf jene beiden Vorziige bios naehgeahmt und eingelernt wird , 
das wird, und nicht allein von Kennern, leicht und bald als naehgeahmt und eingelernt erkanntundmacht 
dann meistens noeh weniger eine gute Wirkung, als ein bios riehtiges, fertiges und sieheres Spiel. 

§3. 

Es haben in neuern Zeiten Maiiche versucht , was ihnen zueinem schonen Vortrage und zumAusdmck 
in ihrem Innern gebricht , dureh mancherlei Ausseres zu ersetzen, ihrem Spiele damit, in Hinsicht auf je= 
ne Vorziige, nachzuhelfen und diesen Mangel zu verdecken—dahin gehoren, namentlich beim Pianofor = 
tespiel: Verdrehungen des Korpers, Heben der Arme, absichtliche Veranderungen der MienenundBli = 
eke; ein mit immerwahrender Anwendungder Pedale hervorgebraehtes Ohrengeklingel; ein, bis zum 
lTl)erdruss oft angebrachtes, willkiihrliches Dehnen (tempo rubato) ; ein mit IVoten iiberhauftes Verbrii = 
men der Gesangstellen , das die Melodie und den Charakter am Ende oft kaum mehr erkennen lasst: al = 
lein ieh warne Jedermann , diesen Affectationen oder unlautern tlbertreibungen zu folgen , ^ondern jeder 
Sache das zu geben,was ihr gehuhrtyund ganz gewiss zu se,yn,dass dureh all dergleichen Hiilfsmittel 
nicht nur nicht geholfen, sondern eher das Gegentheil bewirkt ,und auch ihr, der Sache, Nachtheil gebracht 
wird— was ja verstandige Zuhorervon neuern zu Missbilligung und Verdruss erregenmuss. (So wird z. B. 
dureh ubertriehenes Dehnen dem Allegro dasBrillante und die runde Einheit, dureh iiberladenes Verzieren 
iWmAdagio sein wahrer Charakter und die Anmuth genommen.) Ieh will damit keineswegs sagen,dass man 



*> Hassc,NaHmann,Glii(k,b<M^loHaydn,Mozait,im(iaiob< l iUHiilrstinKninponis<onallrvZi-itt>nsaiis(nini!iv(-r.Jiis''nil. 

XVIII. T.H.5201. 



427 

sich im Allegro nicht zuweilen etwas hingeben,und im Adagio keineVerzierungen anbringen soil: allein 
es muss ohnetJbertreibungund am rechtenOrte geschehen. Wie weit aber das rechte Maass geheund wo 
der rechte Ort sei : das muss der innere Sinn und das eigene Gefiihl weit bestimmter angeben , als irgend 
eine Regel oderLehre. Diese kann hiernur vor offenbar Falschem oder Unstatthaftemwarnen,aufWah= 
res und Angemessenes im Allgemeinen hinweisen, und manche, die Sache genaubezeichnende Beispie = 
le, diesWahre und Angemessene ansehaulicher zu machen, im Einzelnen beibringen: hierdureh aber 
kann im Innern des Sehiilers geweckt werden , was hieher Gehoriges noch sehlummert ,und gebildetwer= 
den, was von ihm bios dunkel empfunden wird. 

Was nun hierzu zunaehst mir dienlieh seheint, das versuehe ich,nach Kriiften, in demF61gendendar= 
zustellen . Anders und mehr verlange man nieht ; denn es seheint mir dureh allgemeine , geschriebene_ 
nieht bei speeiellen Fallen miindlich mitgetheilte Worte.und dureh unmittelbares , selbsteigenesBeispiel, 
weder deutlieh genug , noeh fruehtbar gemacht werden zu konnen; wenigstens vermag ich es nicht und'ma= 
che keinen Ansprueh darauf,es zu vermiigen. 

Z weite s K ap ite I. 

Einige H a u p t b e me r kungen, 
den schonen Vortra q und Ausdruek hetreffend. 

§1 

Urn einen schonen Vortrag und die Fahigkeit zu jedesmal angemessenem Ausdruek zu erlangen,wird_ 
was namlich die aussere Zuthatbetrifft—erfordert, dass man ganz Herr seiner Finger sei, d.h. diese miis= 
sen jeder moglichen Abstufung des Tonanschlags fahig sein . 

Dies kann jedoch nur durch die feinste innere Fiihlung der Finger, die sich bis auf ihre ausserste 
Spitze erstreckt , bewirkt , und dadurchder Tonanschlag von der leichtesten Beriihrung der Taste,biszur 
hochsten Kraft gesteigert werden. Die Finger miissen daher dem Spieler beim leisesten Beriihrenundbei 
der lockersten Haltung der Hand eben so,wie bei festeniAnschlag und angezogenen Muskeln, gehorchen. 

Hat er einmal dieses Feingefiihl erlangt, um jene vielfaltigen Nuancen hervorbringen zu konnen , 
so aussert sich dies nicht allein im Einfluss auf sein Gehor, sondern es wirkt durch dieses, nach undnach, 
auf seine dadurch reiner und feiner gewordene Empfindung,legt damit den Keim zu einem wahrhaft sch(i= 
nen Spiel in seine Seele, und macht ihn fahig, auch was in dieser von Gefiihl sich regt , durch sein Spiel 
dem Xuhorer kuud zu geben, d.h. ausdrucksvoll zu spielen. 

Ieh weiss keinebessere, als diese aus der Natur selbst hergeleitete, allgemeine Anweisung anzuge = 
hen; denn alle iibrigen Bemerkungen gehoren mehr dem mechanischen Tlieile des Vortrags an ,wobeidas 
eigentliche Gefiihl weniger in Beriihrung kommt , oder sie sind keine allgemeinen Anweisungen , son = 
dernbeziehen sich bios auf Einzelnheiten. 

§2. 
Der Spieler studire den Charakter jedes seiner Tonstiicke; er werde iiber denselben ganz mit sich ei= 
nig und in ihm f est: sonst kann er unmoglich, ihn, diesen Charakter, imGanzen des S tucks , und dann die 
besondern Modificationendesselben, imVerlaufe des Stucks,wie derKomponist beides bei seiner Tondich= 
tung im Sinne hatte, und die Einsicht und Empfindung des Spielers und Zuhorers mitzutheilenwiinsch = 
te , in sein Spiel legen und dureh dasselbe in diesem erwecken— man kann ohne dies sein Spiel nicht schon, 
noch weniger ausdrucksvoll nennen . 

§ 3 : 

ITber den speeiellen Charakter eines Stiicks kann allerdings nur wieder im Speeiellen und bios iiber 
das vorliegende Stiick gesprochen werden: zu allgemeinen, iiberall anwendbaren, iiberall nothigen Be = 
riicksichtigungen gehoren folgende: 

Der Spieler muss sein Spiel gleich in der ersten Zuriistung, Anlage , Fassung und Gattung— so zu sa= 
gen: gleich von Haus aus — so einrichten, dass stets ein unverkennbarer Unterschied bleibe, ob er ein Alle= 
gro (wenn auch in zum Theil langen und gebundenen Noten) oder ein Adagio (wenn auch in zumTheil kur= 
zen Noten und reichenFiguren) vortragt. Jedes fordert eine andere Art der Behandlung, und was dem ei= 
nen niitzt, das schadet dem andern. Selbst schon dies, was sich im Grunde von selbst versteht, lasst sich 

XVIII. T.H.5201. 



428 



durch sehriftiche Anweisung schwerlich,obgleich durch eigenes musterhaftes AusfuhrendesLehrersleicht. 
deutlich genug niaehen , indem hier der Empfindung und dem Geschmaek unmittelbar dargeboten wird . 
was diesen doch /.uniichst angehort , indessen es dort erst durch Vermittelung des Verstandes an diese ge= 
langen soil: indessen mo gen folgende allgemeine Bestimmungen hier Platz finden. ( Dass es iibrigens 
weit schwieriger sei , Adagio, als Allegro, wie jedes geschehen soil, vorzutragen; dass manmithinweit 
seltener jenes , als dies, also vorgetragen zu ho'ren bekomme: das ist bekannt genug.Was im Allegro 
alien falls ausreicht, das kann man, hei nicht geringen Talent und bei gutem Unterrieht, dureh beharr= 
lichen Fleiss wohl erleriien: aber was im Adagio befriedigen soil, das setzt,ausser jeneni ,auchnochmehr 
vo raus, namlieh Geist im hohern,und Gefiihl im tiefern Sinne desWorts.) 

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Das Allegro fordert Glanz, Kraft , Entschiedenheit im Vortrag,und damit dies mogliehwerde,theils 
eine energische,theils eine perlende Schnellkraft in den Fingern . Die im Allegro vorkommenden sang= 
baren Stellen kiinnen (wie friiher schon gesagt) zwar mit etwas Hingebung vorgetragen werden: alleinzu 
auffallend darf von dem herrschendenCharakter und vom Zeitmass nieht abgewichen werden, weil sonst 
dieEinheit des Ganzen leidet,und dieses ein zu rapsodisches Ansehenbekommt; siehe das Beispiel A.) 

Der Spieler schwanke nicht beim Takt im Tempo , sondern ergreife (mag er auch bei Gesangstellen 
anhalten,odcrgewissePassagenemweniganderamodificiren)iiiier gleich vom ersten Takt an sein bestimmtes 
Zeitmass; es miisste denn die Stelle so beschaffen sein, dass das Tempo wahrend einer Reihe von Takten 
immer langsamer werden sollte , was aber der Komponist gewohnlich danu durch rallentando, oder wo 
das Gegentheil stattfinden soil, durch accelerando poco a poco andeutet;Siehe B .) Er iibertreibeauch nie 
das Tempo, und markire in den Passagen zuweilen die Niederstreichnote , so erh'alt er sich im Takt, und es 
wird ihm jedes Orehester leicht akkompagniren kiinnen. 

§5. 

Das Ada gio fordert in der Regel Gesang, Zartheit, Ruhe,mehr Netigkeit und gleichmassigeHah 
tung. SeinVortrag steht daher einigermassen im Gegensatze mit dem Allegro; deii hier miissen die Tone 
vielmehr angehalten, getragen , aneinander gebunden und durch wohlberechneten Druck singend gemacht 
werden. Die im Adagio angebraehten Verzierungen miissen meistentheils mit mehr SchmelzundZartheit 
vorgetragen werden, als im Allegro; sie miissen den Zuhorer mehr anziehen, als fortreissen ,ihn mehr 
anmuthen, als iiberraschen. Sie miissen aparsam vertheilt werden, damit der schone, einfache Gesang 
durch sie nicht verloren gehe? auch miissen sie hier weniger schnell,aber zarter und einschmeichelndervor= 
getragen werden. Besonders behutsam behandle man die hohen Tone der obersten Oktave, damit die Zu = 
hiirer nicht mehr Holy.. als Ton horen. Uberhaupt beruht beim Adagio Alles auf dem wohlberechneten star= 
kern oder schwiichern Druck der Finger, auf einem gebundenen Spiel, zuweilen auf dem leisestenAhzug 
des Fingers von der Taste , und auf der feinen Fiihlung der Finger. Siehe C .) 

§6. 

Stufenweise aufwarts steigende Tone und Laufe werden, der Natur gemass,naeh und n&cherettcen- 
do (angezogener) und herahgehende dM«iraw«nrfo(nachlassender) vorgetragen, urn ihnen Lichtund Schat= 
ten zuertheilen. Es gibt aber aueh Falle, wo dieses umgekehrt statt findet, oder wo sie durchgehends 
gleich stark gespielt werden miissen: dieses hat dann der Komponist best iiur.it vorzusehreiben. 



Will. T.H.5201. 



(Aus meinen A moll-\ 
Konxert,Op.S5. / 



Zergliederte Beispiele, 

den 4 l = und 5=" § betrefiend . 



429 



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Von hjerausmassig ini Zeitmass 



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T.H.5201. 



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inmerk miff . Alles Naehgeben in einzelnenTaktenbei kurzen Gesang-stellen,bei gefalligen Mittel- 
Icleen, muss fast nur unmerklioh geschehen,und nie bis zum Adagio herabgezog-enwerden; 
so aueh , dass der Abstand zwischen dem Zuriickhalten und demVorvvartsg-ehen nie zu aiif= 
fallend geg-en das Haupttempo ersrheint. Die kleinen Verzieruns'eii nn'issen dabei vomSpie= 
ler so bereehnet sein, dass sie dem strengen Zeitmass weder etwas entziehen, nooh zule= 
gen, sondern mit dem Takt gleiehzeitig heendet sind . 



XVIII . 



T.H.5201. 



434 

/Ausdeni3^Solo 

^des vo rig-en Allegro 



cresc. I r 




XVIII. 



T.H.5201. 



/Binenach und naoh gesehwinder wer= \ 
[ dende Stelle, als Geg-ensatz derVoris'en. } 

Allegro modem to . 



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XVIII. 



T.H.5201. 



436 













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XVIII. 



T.H.5201. 




elwas im Tempo anhaltend ; mu <las Ohr givicbsam auf den Hauplschlussfall vorzubereiteu. 



Anmerkung. Aiisser den bemerkten Stellen muss der Spieler sein Zeitmass <fa.s gauze Laryhetto hiu = 
durc-ti streng- beohaehten, und den Effekt naeh Erfordern theils dureh Zartheit , theils 
durcli Kraft , d.h. dureh sanftern oder starkern Druek der Finger, hervorzubringen sn = 
ehen . Hie Begleiter diirfen voiri Spieler iiber das herrsehende Tempo keinen Augenbliek 
irre g-eleitet werden? sondern er muss sein Stiiek so riehtig - nnd geregelt vortragen , dass 
sie ilinohne Fnrelil begleiten konnen, und nicht uothig' hahen. fast bei jedem Takt auf 
eine Abweiehung- voin Zeitmass zw horehen. Der Spieler ist dnrrh solches Abweiehen 
nnd seine Willkiihr oft selbst Sehnld ,wenn er aneh von guten Orchestern schleeht ak = 
kompag-nirt wird. Mas Zuriiekhalten ini Adagio wird am zweekmassigsteubeidenHaupt- 
Sehlussfallen angewandt. Manehen Spielern geniig-t auehofters dieZahl dervoniAutor 
vorg-esehriebenen Aussehmiiekungsuoten nieht , sondern sie vermebren sie nochunnotbig, 
und verderben und benehmen dadurrh dein Adagio den sehimen und annmthigenCharakter. 
leli rathe daher, statt des iiberflussigren Notengepranges, lieber auf einen singenden,aus = 
drueksvollenund sehmelzenden Vortrag- zu studii-eu . und sieb ini Adagio ( ini Allg-enieiiien) 
mit /Aveckma'ssig- angebrachten , und dem Tonstiiek ansremessenen k 1 e i n ern Verzieruiu 
g-en 7.u begniig-en . 



"ilX. 



T.H.5201. 



438 



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ijber den Vortrag 1 einejc niehrere Takte laiig-en verzierten Gesangstelle 
am Schlus&esde9 Adagio in meiner Sonate Op. 106. 



Adagio. 



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T.H.5201 



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XIX. 



T.H.5201. 



44 




Anmerkuntf. Bei solehen Stelleii ist zu bemerken: 

1.) dass jede Hand ganz selbststandig fur sich handeln muss; 

2.) dass die linke Hand das Zeitmass imnier streng-beobaehte;denn sie ist liicr die teste Basis . 

worauf dieVerzierung'snoten in nianeherlei Anzahl undohne regulare Takteintheilung- ge = 

ha ut sind ; 
3.) untersuche man vorher, welchej Takt gegen den andern eine grtissere oder kleinere ZahlVer= 

ziernngsnoten enthalt . womaeh sieh der langsamere oderschnellereVortrag-derselhen rielitet; 
4.) sniele man die erstern Pfoten des Taktes lieher weniger sehnell.als die naeli mid narli folgen = 

den , damit man die let'/.tern am Elide des Takts nieht debnen iiiiis.se. urn den noeli iibrigenZeit= 

rauni desselhen ausziifiillen, oder nieht et\va gar eine Liieke entstehe; 
5 .) miissen die Veizierungen mit Leiehtigkeit , Zartheit und moglichster Bundling vnrg-etragen 

werden. 



XIX. 



T.H.5201. 




441 



S-s. 



Wie in der Sprache die B eton un g gewisser Silheti oderYYorte noting ist.uin die Rede dem Hiirer 
eiiidringiirh mid den Sinn der Worte deutlicher z.u marhen.so findet soleh eine Betoiuingaiich inderMusik 
statt-und es ist dasselbe natiirliehe Gefiilil ,wie bei der Sprache, welehes der wahr empfindende Mnsiker in 
sieli tragtund was hieriiber ihn leitet,ohne dass er erst nieehaniseb darauf hingewiesen xu werdenbrauehte. 
l»a ieh aber dieses Gefiilil nirht selten heiSehiilern verniisst habe. SO bin ieh (urn ibneu einigermasseneinen 
Begriff von der Saehe zn g-ehen ,und ihrftefiihl fur sie naeli mill naeb 7.11 erwecken,) auf folgende Art ver= 
t'ahren: 

Ieh liess sie einTonstiicki welches sie bereits niit Fertigkeit inne batten, stellenweise. etwa von 4 zn 
4Takten,spieleii,undnur sodann bei jeder Stelle von ilmen erkliiren - welehe Xoten gegen anderebetont 
werden miissten, vorziig-lich aber.wo ihr natiirlicherinnerer Sinn den Hauptausdruek der gair/.en Feriode 
hinleg-te; iiig-leichen , welehe Tonfolgen in Gesangstellen niebr ang-ezos'en oder naehlassend vorzutragenseiii 
wiirden. 

Sind sie darin astir niithigen Kinsiebt getang-t.so wird es ilinen daim leicht, durchaufnierksaiiiesSelbst= 
stiidiuni und Aiihorimg ausgrezeiehtieter Kiiiistlcr das I'brige 7.11 thiin. 



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kcin Aiisilruckszeiriirn dari'itirr stcht. 

XIX. T.H.5201. 



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trees dor [Naclidi'iick ffolr^t. 
**) Wrnn zwei Notcn zusammRngcscliHITr.il sind, m> wiyd dfo or si c liclnni, und ilcv Rnecr niclit cvsl bri dov dvitton,sondcni sohon 
boi dcr z wo i t on Note von dor Taste Loiohl abgczogen. 
XIX. T.H.5201. 



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*) YVenn anf zwei zusaiuiiieiig-ezug-ene Noten eiue Pause folgi , wii'd dee Fing-er eben falls leichl und kuez >on 
deeTasle abg^ezog-en. 



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) Aufwai-ts sfeig-ende Siilze werden naeb und naeh meislelwas slavkei* ang-ezogrn ■ 
**) Aunit eine Hand die and ere n'aeli , so muss sie d ousel ben Auxlrnek daltei beobaehten. 



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XIX. 



T.H.5201. 



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Adagio 




*' Dei* begrleiten.de Figwal-Bass mass die reehte Hand iiu piano, fttrfe 9 crescendo 9 tieerescentlQ} rifardantln* 
accelerando j elc. ebenf'alls unlerstiitzen •> wenn es audi bei ihm nicht besonder* an^ezei^l sleht. 



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XIX. 



448 



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*' Salze von juniklifN'ii Noten werden moistens so vorgelragren ; als stun don l*ausen stall Pnnltton dazwi= 
■ selien ; es ware denti der Fall, da ss ihrer mt'lii-o unlet* e in e m Sehleirbo.jvn zasaiiim«*ng'ezoj^oii warenj 
wo sic daiin niehl ktirz abjfefertig'l , sondern aiig'ehalteu voi'jyeli'agieii werden umsseiij z. B. 




(kurz.) 



(an«rcliaiien.) (Uurz.) 



Aiusfiitu'iiug. ) [wi^ 




§8. 

Gesangt'iilireiide Figuren da if man niclit wie andere Faasagen kurz altfertigrn; ihr Yortragiiiuss g-e = 
huudeii sein, mid der Gesang' tieraiisg-etiitlten werden 



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XIX. 



T.H.5201. 



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XIX. 



T.H.5201. 



450 



§9. 

Fruher wurde sehon der Betoiuing- gewisser, auf das gute Takttlieil fallenden Noten erwiihiit ,dies<' 
Betonung kann al>er zuweilen auch niit guteni Effekt a ^ini Aufstreich (Contra tempo) lieiWi eilerho = 
lung derselhen Stelle oder Passage -vveehseln , oder b ) durch piano oder forte verandert werdeu . 



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XIX. 



T.H.5201. 



% 



D r i 1 1 e s . K a p i t e 1 . 

loin Ui'brmn'h der P e <l a I e . 

§1- 

Her Yortrag mit selir oft aufgeholiener Itampfim.ar ist. a Is Deekmantel eines unreiueu und notenversthlii: 
ekeudeu Spiels, so sebr Mode gewo-rden .dass man niebt selten einen Spieler niebt wieder erkennen wiirde. 
we 11 11 man ilm oluie Anwenduug der Pedale liorte. 

§2. 

Obwobl der wahrliaft grosse h'iiustler.um dureli (iefiibl mid Kraft auf seine Zubiirer y.u wirken.garkei = 
ner I'edale bedarf- so ist deiinoch die Auweudung der aufgeboheneii DiuiipL'uiig - zuweilen aueh verbiiudeii 
mit dem gewobnlielien Piauo-7iiig, bei inaiielieii Stellen von angenebmerWirkiing: ihr (iebraueli ist jedoeb 
mehr im langsauien, als im sebuelleu Keitniass. nnd niir bei lang'sameii Harmonieweebsel zu enipfelilen . 
I»ie iibrigen I'edale sind iiberfliissig mid baben weder fiir das Instrument noeli fur den Spieler Werlli. 

§3. 

Per Seliiiler wende dalier das Pedal nie an. Iievor er seiu Tonstiiek nielit vollkominen rein mid deutlieli 
vorlragen kann. I'berbaupt inaelie jeder Spieler den miissigsten (iebraueli davon ; denn man irrt sieli .wenn 
man glaubt, class den /iiitiiirer eine oluie Pedal rein mid sebiin vorgetragene Passage, wobei er jeden Ton 
deutlieli verniiiiiiit .weniger an/.ielie . als mit dem Pedal, wobei er ein Mosses Kaiiseben eiuer Reibeunter= 
sieli ziisamiiieiisebmel'/.ender Tiine vernimmt. 

\nr verwobnte Oliren kiiniien solelien Missbraueb billigeu; verstandige Manner werden gewiss nieiner 
Meiimiig beiptlicbten . Weder M o ■/. a r t noeb C'lehieiiti bedurfleji dieses Mittels . urn sieli den boebverdieiu 
ten Kiilini der aiisdrueksvollsten mid griisstenKlavierspieler ibrer Xeit zu erwerben: ein Beweiss,dass man 
audi o li ii e Anwendimg' dieser werlbloseu Millel /.u der eb renvoi Isten Stufe gelaugeii kann 

leb fiilire bier einige Fiille an. wo (lie aiifgeliobene Daiiipfung am sebiekliehsteu angewandt wird. 



Lari/o; 





XIX. 



T.H.5201. 



Adayio. 

Aufjj-ehobt'tie Dampfung^iuil deni Pianozug". 
jjt -fy /£> 



t 

153 




XIX. 



T.H.5201 



454 

Viertes IC a p it el. 

Uher die zweekmiissige Behundlunfi der verseh iedetten Pianoforte 
van detttttehein oder eiiglisehem 9feehanismus . 

§1. 

Da ieh oft bemerkt liahe, dass die besten Spieler dureh eineu iingewohuteu Meehauismiis der Instrument 
te verlegen wurden,*) so halte ieh es nieht fiir zweeklos. Eiuigeshieriiher zu sag-en. 

§2. 

Es liegen bei dem Pianoforte iiherhaupt zweierlei Meehanismeu zum Grinide: der d e u ts c be ( soge=: 
liaunte Wiener), der sieh mit Leiehtigkeit,uud der e n gli sehe , der sieh minder leicht beliandeln liisst ; 
die iihrigen siiid/iusanimensetzungen beider Arten, oder nur theilweise Verauderiingen derselben. 

§3. 

Es ist nieht zu liiugnen ,-das jeder dieser beiden Meehanismeii seine ejgeneuYorziige bat. NerWi e = 
ne r liisst sieh von den zartesten Hiinden leieht beliandeln . Er erlaubt dem Spieler, seinem Vortrag°e alle 
mogliehen Nuaneen zu geben, sprieht deutlieb uud prompt an, bat einen runden floteuartigeuTon,dersieh. 
besonders in grossen Lokaleu,von dem akkompag-nirendeu Orehester gut unterseheidet -und erschwert 
die Geliiufigkeit uieht dureh eine zu grosse Anstrengung.**' Diese lustruniente siud aueh dauerbaft.und 
beinahe im halben I'reise der Englisehen. Sie wollen aber auch naeh ihreu Eigensehaften bebandeltsein. 
Sie erlauben weder ein heftig-es Austossen uud Klopfeu der Tasteu mit gauzer Sehwere des Amies , noeb 
einen sehwerfalligen Ansehlag". die Kraft des Tons muss allein dureh die Sehnellkraft der Finger hervor = 
gebraeht werden. Voile Akknrde werden z. B. meist ganz raseh gebroehen vorg-etrageii,und wirken so 
weit mehr , als wenit die Tone zusammen auf einmal noeb so stark ang-eseblag-en werden. _ Fiir Manner = 
hiinde wiihle man solehe lustruniente, die nieht zu seiebt oder, vie man aueh sag-t , zu flaeh im Ansehlag 
sind . 

§*• 

Dem englisehen Meehanisnius muss man,wegen seiner Dauerhaftig-keit und FtilledesTones-gleiolu 
falls Reeht widerfahren lassen. Diese lustruniente g«statten jedoeh nieht den Grad'von Fertigkeit , wie 
die Wiener, indem sieh der Ansehlag der Tasten hedeutend gewiehtiger anftihlt, sie aueh viel tiefer fallen, 
und daher die Ausliisung der Hiimmer bei wiederholtem Touansehlag nieht so sehuell erfolgen kann.Wer 
au solehe Instrumente noeh nieht gewiihnt ist, lasse sieh dureh dies Tieffallen der Claves und dureh den 
sebweren Ansehlag der Tasten keineswegs storen ; nur iibernehme er sieh nieht im Tempo ,und spiele alle 
gesehwinden Satze und Rouladen durehaus mit der gewohnliehen Leiehtigkeit . Aueh die kraftig vor/.utra = 
genden Stellen und Fassagen miissen , wie bei den deutsehen Instrnnienten, dureh die Kraft der Finger, 
nieht aber dureh die Sehwerkraft des Amies hervorgebraeht werden; denn man gewinnt dui+eh heftiges 
Srhlagen, da dieser Mechanismus nieht zu so vielfaehen Tonabstufungen , wie der unsrige , geeignet ist , 
keiuen stiirkern Tongebalt , als die natiirliehe, kraftige Elastizitat der Finger hervorziibringen vermag. 



*) Ich mcine nieht , dass sic sieh in einen otuaski'n/.oin nder stiaffein Ansehlag nielli hiillen fin (Ion Itiinnrn; ilc-nn soviel Gowalliiboi' 

das Instrument mnss jederS|>ieler(>hncdios besit/.cn. 
** II ass hici- nur von (Ion Instrument en dee vnvziiglielieh Wiener nnd andoecrileitlsehoc Veefoeliffec die K (do ist , verstoht sieh von 
selbsl. 



XIX. T.H.5S01. 



455 

Imersten Augenbliek fiihlt man sieh war etwas unbehag-lieh, weil Mir, hesouders ini Forte bei Rouladeu, 
die Taste bis auf den Grund fassen,was hier mehr oberflaehlich geschehen muss, da man sonst nur m it 
hiichster Anstrengung- fortkommenund die Fertigkeit doppelt ersehweren wiirde. Dagegen bekonimt der 
Gesang, und bekommen alleBindung«n,auf diesen Instrunienten durehdie Fiille des Tons einen eig-enen 
Reitz und harmonisehenWohllaut. 

Indesseu habe ichbeobaehtet,dass,so stark diese Instruinente ini Zimmer touen,siedeiinochineiiiem 
grossen Lokale, wo nieht die Natur,doehdieWirkuug-ihres Tons veriindern,uud beikonipliy.irtererOrohe= 
ster-Begleitung wenig'erdurchdririgen,als die uns rig-en; welches, naeh meiner Meinung,dem oft gar zudi= 
ckeu, vollenTon zuzusehreiben ist, naeh welohemsiesich von demTone der meisten Orehester- Instruinente 
zu weuig absondern. 

Fiinftes Kapitel. 

Titer I\'utzen> G e h r a u v h und .4 n u> e nd u n g 
des Malzetttehen Motronom s (Zeifmessers .) 

§1- 

lliese Erfiiidung neuerer Zeit ist eine der niitzlichsteu im Gebiete der iWusik.uud erfiilH ihrenZweck 
vollkommen;*' nur gieht es noeh Viele, die bei der Anwenduugdes Metronom's irrig nieinen,er sei dazu 
hestim int ,dass man seinein gleichmassigen Gauge diiroh alleTheile des ganzen Stiieks hindureh folgenmus= 
se , ohne dem Gefiihle dabei Freiheit /.u lassen. 

§2. 

Fur die Kom poni ste u hat der Metronom den grossen IVutzen -dass ihre Koniposizioneu ,diesieuach 
den Graden des Wetrouom's bezeichnen, in alien Landeru im gleiehen Tempo ausgefiihrt werden ; und dass 
nieht , wie sonst . ohneraehtet der sorgfaltigst gewahlten musikaliseheii Kunstwiirter, der Effekt ihrer 
Werke dureii I'bertreibung oder Schlafrigkeit des Zeitmasses verloreu geht. Die Iaugeii Fbersehriften 
werden dadureh entbehrlich- indem das g-anze Zeitsystem in <lrei Haupthewegungen: die 1 a n g s a m e , 
die m a s s i ge und die gesc h wi nde getheilt wird , und somit hocllst selten unrein, den besondern , in 
einem Stuck herrsehenden Affect aiuleutendes Wort heizufiigen noting- ist. 

§3. 

Aus der von Miilzel selbst ahgefassten Tabelle N=l.sieht man, dass im laugsamsten Tempo die zur 
Gradebezeiehnung zu wiihlende kiirzeste Note nieht u n te r einer Achtel-IXote ist; im massigen nieht un= 
ter einer Viertel-Note; und im sehnellsten nieht unter einer halben Note; aus Tabelle N2 2. wie versehieden= 
artigfriiher die Ansiehten der AutoreniiberdieBfzeichnungder Bewegung ihrer Werke dureh dieselben 
Worte waren, und wiesiesieh selbst oft darinwidersproehen haben; welehe Fbelstande nun wegfallen. In 
N23.sieht man die Grade- Eintheilung- des Metronom's abgebildet. 

Spieler und L i ebhabe r erfahren mithin (lurch den Metronomdas reehle,vom Alitor bestimmte 



*' Es ware schrzu wiinschcn,das jedci-Komnonist unci Kiinstlcr im Bcsitz eines Metroiioin's ware; (las jcner soineWoi-lte soi-gtaltig 
dai'nachbczeiehnctc,diesci' das Tempo lies voi'zutragenden Stiieks darnach auffaste, und audi, (lies' Gute zu foidern, die L diver 
ihrc Schiiler allgcmciner dainil vcrsorgtcn .Dies wiii'de hnffentlioli veranlassen, lantechlagendc Metronome zu solihen Preisen 
zuliefrrn,dass selbst der wenigbenrittclteKantor auf dem Lande im Stande ware, sich einen sulchcnanzuseliaffcn. 



XIX - T. H.5201. 



45 G 

Tenipo:sie sullen aber keineswegs ilea einzelnen Sebljigen ilessellten fcnechtischfolg-eii,und dadurchaneiueni, 
zuweilen niithigeu Anhalten oderVordringen geliiudert werden.Oft habe icb iudesseu Liebhaber , sogar 
Kiinstler geftiuden , deneu iiberiuassiges Kileu Gewonbeit war: dieseu ist als das Beste auzueiiipfehleii<sieh 
einige Xeit strenguacli item Metrononi zu iiben.um iiach und nacli die geborigeRube zu eilangen. 

§5. 

Auolifiir Anfang-er ist der Metrouoin von INutzen, iudeni sie, stets streng- audenTakt gebunden , 
ein riebtigeres Gefiibl fiir deiiselben erbalteii ;doeb verstebt sicb, dass der Sebiiler bereits seine kleinen 
Stiieke folgereebt spieleu muss. Das Spielen uaeb dein Metrouoin ist ihiu aueb besonders uiitzlirb in denlliungss 
stiiuden wjilirend derAbwesenbe.it des Lehrers. E r stelle den Metrononi nebeu sieb , bore genaii auf seineiiGang'i 
riebte zuweilen das Auge auf desseii Bewegung^und traebte,seinenSeblageu gauz getreu imTakte zu tblg-en. 

Bei eineiii solebenYVegweiser, der zu Auge uudOhr spricht ,niiisste der Scluiler sell r von der Natur 
vernactilassigt sein, weini er es niebt im Kurzen dabin braobte, riebtig im Tempo zu spielen . 

§6. 

IVoeb bemerke ich, dass das Spiel nieht zugleich m it dem Metrouoin aufaiigen muss: man bore erst kur= 
ze Xeit auf dessen Gang', ebe man zu spieleu aut'angt,iiin die Bewegung'des Stiieks g-eborig- aufzufassen ; 
denn das Ok'r wird im Anfang leiebt dureb die Sebliige des Metronoin's getiiusebt . 

IMese Bemerkuug gilt ebeufalls fiir den Komponisten, weuiierdenGraddesZeitiuasses zurBezeieb = 
uiing eines Werkes aufsuebt . 

Man t rage iibrigens Surge, dass der Met ronom niebt ungieicb ode rsebief, sou ileru i miner test und g-era= 
de stebe. 

Tab. I. 

iuiC,(t}, 5 , 

#sii | »fii )#Tt>^m>#»i>|»ioii#mi|»«i» |»7n *mi *nii*iim,*iiiipmtpTi> p«n p«n ffliniOim pni»pi:uipni»p i:-.iiOmi Pan Otmt 
fiir hinesainrZritiiias.sr. A fiir gomassigl c . .•"•. f ii i' g es c li w i n il e. 



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50 _60 _,To _, «o BO -.1011 1111 



-: &i p_! — fii. — p_! — SLi — p 

f ii r I a n g S a m <■ . /'•. I" ii V IS <■ m ii s s i g t <• . A f ii r g <• s <• Il w i n il e, 



im tai^ 

III! y-y-j, , 
60 6" ill «0 90 100 III) 120 ISO 140 lio HO 90 Kill 110 iW 



f ii i" I .an' g s a in c . A fiir ffomXssiete . A f ii r ic >• s <• Ii \v i n il 



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id 60 7o no »ii loo no iviii 

j p 5 ap B »p . ,,pm>p..,p„H,p„„p,t,,p. i . n pH„^ f. 0. 0- 0- 0- f- f , 



XIX. T.H.5S01 



l-oir 



Tab. II. 

B e 11 e n is u n g der B e w e g u n g e 11 . 



Nahnirn der 
A u t o i' e n 



bei Paer 

•i Paer 

., Mehul 

.. Mehul 

vi Clementi 

-- Clementi 

5, Cherubini 

,. Cherubini 

5j Cherubini 

., Mehul 

•• Berton 

, 5 Spnnfini 

,i Spontini 

Ti Beethoven 

•i Beethoven 

.. Beethoven 

„ Clementi 



Cherubini 

Cherubini 

Cramer 

Cramer 

Cramer 

Cramer 

Cramer 

Cramer 

Viotti 

Berton 



v) Nieolo 

„ Catel 

„ Paer 

V) Berton 

vj Cramer 

n Cramer 

v, Paer 

„ Paer 

v, Paer 

n Berton 



Crspi'iinjj liche Bt^eich 
nmijf des Sliifks 



Allegro moderalo 
Alleyro mo dura to 
Alleyro modern to 
Alleyro modern to 
Alleyro 



Alleyro motto 
I' rex to 



4 nd n 'it >'• hi 

Moderalo 

Alleyro noil Initio 

Presto 

Modern to 

Andante 



Anduntino 

Andante 

Pia tosto moderalo 
Alleyro ayitnto 
Lento 
Andante 



ZeUiuas^naehdes Au 
Anj;.ib«* geiuiiss d 



lorsWilU'iiuud 
uMelrunuui • 



r 
f 

r 

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r 
r 
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50 Grade 

80 

72 

8!( 

54 

50 

112 

126 

T2 

<>(> 

176 

T2 

«a 

152 

176 

22* 

96 



76 

164 

63 

116 

138 

138 

100 

258 

52 

152 



52 

126 

50 

100 

92 

66 

120 

120 

112 

300 



Im Zt'ilma-- 



c 
e 
c 

G 

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c 
c 
c 
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c 

G 

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c 

c 



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f 

t 



51 

B 
8 

I 



Tab. HI. 



tirade- Eiuthciluug 

des 

MKTRONOM. 




50. 


50. 




hi. 




54. 




56. 




5H. 


60. 


60. 




63. 




66. 




69. 


70. 


'1. 






76. 


BO. 


80. 




84. 




»». 


»<>. 


91. 






96. 


IOO. 


1(10. 




104. 




IOH. 


no. 


112. 






116. 


lid. 


l'2(l. 




126. 


130. 


132. 






138. 


1*0. 


144. 




150 . 


152. 




160. 


160. 




XIX. 



T.H.5201. 



45S 



S echstes Kapitel. 

Vom Stimmen des Instruments. 

§1- 

Von der Nothwendigkeit und Annehmlicbkeit eines rein gestimmten Instruments ist Jedermaniiiiber= 
zeugt. Daes aberofters (hesonders auf deni Lande) anGelegenheit fehlt,sieh eiueu Klavierstimmer zu 
verschaffen, so finde ieh es nicht unzweckmassig, eine kleine Anleitung beizufiigen. nach welcher man 
sein Instrument selbst stimmen lernen kann . *> 

§2. 

Sorge, Frit zen,Marpurg, Kir nberge r ,Vogle r etc. haben in friiheren Zeiten,wo manuoch 
Klavichorde , Kielfliigel oder Pantalons und Pianoforte spielte , bei denen jeder Ton nur zweidunneschwa= 
ehe Saitenhatten, mehre zweckniiissige S.ysteme iiber diesen Gegenstand aufgestellt: da nun aber die ge= 
nannten Instrumente fast ausser alien Gebrauch gesetzt,und dafiir die Pianoforte allgemeiu eingefiihrt 
worden sind, bei denen jeder Ton anstatt zwei, d re i, fast 4 his 5 mal sfarkere und dickere Saiten als da = 
mals hat, so lassen sich die verschiedenenVorschlage nun nieht mehr so leieht ausfiihren, sondernmanmuss 
eineTemperatur befolgen, dieum so leirhterund bequemer zu stimmen sei, je weniger man bei Vielen , 
welehe sieh mit Stimmen befassen,einso seharfes Gehbr voraussetzen kann ■ dass sie die feinen All we i = 
chungen in den verschiedenen Akkorden der ungleieh schwebenden Tempera tur sollten genau un= 
terscheiden konnen.Die Erfahrung Der jenigen, welehe besonders inWien eineigenes Gesrhaftaus dem 
Stimmen maehen , bestatigt es , dass naeh der naehstehenden Akkordfolge, die Temperatur am leiehtesten , 
und das ganze Instrument am sieherstenund haltbarsten zu stimmen sei: 

odci 



m 



rrr'r^Wf^ ' C'F^ri - ' f- 



E R K Ii ARVNG. 

Da das erste a im Diskant der Ton ist,welchen sich die Violine imOrehester von der Oboe oder Fliite 
angebenlasst,so hat man aueh die Stimmgabel auf diesen Ton gestellt, und die Temperatur oder Grundstini= 
mung fangt mit diesem Tone an. Man stimmt dieses a so gleichlautend mit der Stimmgabel, dass , wenn diese 
wahrend ihrerVibrazion auf den Stegdeg Resonanzbodens gehalten wird, zwischenbeiden nieht der ge = 
ringste Unterschied mehr zuhiiren ist. 

Dann wird zu diesem a das kleine a im Basse, und »u diesem das grosse A im Basse gestinimt . So = 
dann stimmt man in derangezeigten Ordnungalle Quintenauf warts, die niithigenOktaven aber vo n 
obenherab,bis der ganze Quinten- Zirkel durehlaufen ist , der sieh bei dem kleinen rf endet . 
rf 



*) Es ware schr wiinschenswerth, class iiberall cine glcii he Stimmiing eingefiihrt wurde.Welehenl'nannehmlirhkeiten ist man nii'lit 
ausgesetzt,besonders bei K I as ins I rn men I en ! Bald stimmen sie nieht zuin Pianoforte, bald nieht (inter sieh imOeeheslii'jdenn das 
eine Instrument ist naeh dee Drcsdncr, das andcre nach der Wiener, das dritte naeh der Berliener Stimmiing gefertigt , nndsteht 
bald im Rammer-, bald im Theater-, bald im Kirehentone.Wie ist es da miiglieh, eine roine,g)eiehe Stimmiing zu bewirken? f»as 
grosste Hinderniss zu alien Zeiten warcn die Sanger. Moehten sic dorhcndlieh in alien Landern iiber eine gleiehe, nieht zu hoeh 
und nieht zutief schwebcrideStimiiiiing ubcrein koimncn, und im Theater, Wld alia camera ,\m<\ wo niiiglieh aueh in derRirrhe, 
diesclbcStimmungannehmen; sie wiirden dadurehiiberall ihre gewohnte Stimmiing antreffen, und mit geringerer Anstren = 
gung singen konncn,ohnc ihre Zuflurht zumTiansponiren nehmen zu miissen, aueh weniger sieh ilcrGcfahranssctzon, /,uilis= 
toniren. 



XIX. 



T.H.5201. 



45a 

Sollte man es zu schwierig halten,dieTemperatur bis in das grosse G herab zu stimmen, so wahle man 
nachstehende Fblge von Quintenund Oktaven, welche fiir das ungeiibte Ohr leicht zu fassen ist: 



£*^ 



^ 



oder 



^k^ 



k*if 



kti 



P i f p 1 



Probe. 



£ 



f 



Um nun aber die angezeigte Teniperatur richtig und sicher, so wie iiberhaupt das ganze Instrument 
rein zu stimmen, ist die genaue Beobachtung folgenderRegeln unerlasslich. 

i.) Keineeinzige Quinte darf vollko mmen (mathematisch) re i n,oderso scharf gestimmtwerden, 
wie solehe der Nachklang der Saiten in der Contra-Oktave des Pianoforte angiebt ; sondern es nuiss je= 
der Quinte von jener Reinheit etwas abgebrochen_sie muss etwas a b warts tiefer Iau = 
ten d gestimmt werden; denn wollte man alle Quinten rein stimmen, so wiirdedie zwolfte,alsdie letzte, 
um soviel zu hoch sein,dass man in dieserTouart gar nicht spielen konnte. *' 

ITm das Gehiir in Beziehung auf die abwarts sohwebende Quinte fest zu stellen,theile man ihre Rein = 
heit in dreiTheile ein, in den schlechten, guten,und ganz reinen. Schlecht ist die Quinte,wenn siegeg«n 
ihrenunternTon zu t ie f klingt.Gut ist sie,wenn sie zwar nieht ganz rein, aber doch soklingt,dasssiedem 
Ohr nicht anstossig ist. Rein neunt man sie, (mathematisch) wennsiedas Gehor vollkommen befriedigt, 
oder wie oben gesagt,wenn sie wie der Nachklang eines tiefen Basstons klingt. 

2.) Man gehe von keinem Tone auf einen andern uber,bis nicht alle drei Saiten des ersten vollkommen 
rein sind, indemes sonstunmoglichist,ehieriehtige Quinte zu stimmen. 

3.) Alle Oktaven werden vollko mm en rein gestimmt. 

4.)Um die Teniperatur nicht mehrmal stimmen zu miissen,und damit man siehbeimWeiterstimmendes 
Ubrigen Klaviers auf selbe verlassen konne ,stimmt man zu jedemTone auchdessen ob e re Oktave , wenn 
auch erst nicht ganz rein , doch wenigstens ziemlich gleich hoch . 

5.) Ist man mitder Grundstimmungbis zur letzten Quinte d—a gekommen, so entscheidetdiese,ob die 
vorigenll Quinten richtig, oder zutief, oder zu hoch gestimmt worden. Klingt das a zurf g ut ,wederzutief, 
nochzu scharf, oder zu rein, so darf man annehmen,dass die Teniperatur iiberhaupt richtig ist. Klingt a zurf 
aber zu hoch, so sind alle friihern, oder einige der letztern Quinten zu tie f, zu sehr abwarts gestimmt. 
Klingt a zu rf zu tief , so sind die vorigen Quinten zu s c har f , zu rein gestimmt . Um jedoch sicher zu gehen , 
vergleiche man das kleine a im Bass mit der Stimmgabel.Gemeiniglich ist es gegendiese (besonders bei 
neuen Instrumenten) etwas zu tief geworden , und trifft nun , wenn es wieder naeh der Stinimgabel gestimmt 
wird, mit dem rf als eine gute Quinte zusammen . 

6.) In jedemFalle aber ist es nothwendig, die Teniperatur nocheinmal,und das zweitemal vorzuglieh 
aufmerksam durchzu gehen, indem nicht nur der reineKlangdes ganzen Instruments davonabhangt , son= 
dernauchmehre Saiten sich wieder anders werden gestimmt haben. Man lasse siehdieseMuhe nicht ver = 
driessen; stimme auch wieder die obere Oktave jedes Tones beilaufig der untern gleich, damit die Grund = 
stimmungum so weniger siehveriindere . 



*'■ DiecigcntlicheErorterung, Erlautt'iiingund Beweisfiihrung von derunbedingtcnINothwcndigkcitdiescrForderung,gehort 
in den physikalischcnund inathematischcnTlieil der Tonkunst , von welehcnihicr die Rede nieht sein kann.Hier ist genug , zu 
wissen: auf das angegcbneVerhaltniss der Tone gegen einander ist alle unsie Harmonie,und auf diese alleunsrc Musik gegriin= 
det und auferbaut .Diese ware nieht nur niehi ausfiihrbar , sondern selbst nieht vorhanden und auch nicht moglich , ohne jenes 
Verhiiltniss der Tone gegen einander. 



XIX. 



T.H.5201. 









460 



7.) 1st man das zweite mai mit dem Stimmeu derTeinperaturfertig,so schlage maualle Grundtoiieder= 
sellren mit ihren Quinten,TerzenundOktaven an . da in it man der vollkommenenGenauigkeit versiehert 
ist . 

8.) Nun werden die Tone derersten Diskant-Oktave nach denendes Basses gestimmt,aher /.u jedein 
Ton , den man ganz rein stimmt , wird aueh wieder dessen obere Oktave in die beilauf ige Hohe gezogen . 

9.) Soil aher ein Instrument durchaus rein werden, und seine Stimmung niclit nur auf einige Stun = 
deu bder Tage, sondern auf Woehenund Monate erhalten,so muss zu jedeni Tone, der rein gestimmt 
wird, aueh dessen untere Oktave angeschlagen und vergliehen werden, ob sie einander vollkommengieich 
si n (I . Es muss also z.B. j e d e r Ton der e r s t e n Diskantoktave mit dem gleichen in der kleinen Ok= 
tave, j e d e r Ton der z we ite n O k t a ve mit dem in der kleinen und ersten— jederTon der d ritt e n . 
Oktave mit dem gleichen in der kleinen, ersten und zweiten— und jed e r Ton in der viert e a, mit dem 
gleichen Ton der kleinen , ersten , zweiten und dritten Oktave vergliehen werden . 

10.) Erst nachdem alle Diskant-Tone gut sind, wird der Bass O ktave n we i se nach denTemperatur- 
Tiinen gestimmt . 

Die Art der Engliinder, ihre.Pianoforte zu stimmen,unterseheidet sieh vonder uusrigen bios dariu , 
dass sie o h ne Stimm-L ede r,blos mit derVersehiebungderTastatur, erst eine,dann zwei, dauu alle 
drei Saiten stimmen . Dadurch wird das StimmenderTeuiperatur leiehterunddas ganze Instrument reiuer. 
Die vielen sehleehten Pianoforte, welehe besonders in friiherer Zeit in Deutsehland gemachtvvurden,bei 
denen die Hammer nicht riehtigauf die Saiten trafen, sind Ursache, dass diese Stimmung beiunsnicht allge= 
liiein eingefiihrt ist. 

Die Pianoforte von Streieher und A.St e i n , lasseu sieh alle mittelst derVerschiebung stimmen, 
ohne dass manmitdem Stimmleder (wasiiberdies noch eiueneigenen Beiton verursaeht,) vieleZeit zuver= 
lieren branch t . 

§3. 

Man traehte sein Instrument immer in gleich ho her Stimmung- zuerhalten, und esgenau nach der da= 
beibefindlichen Stimmgabel stimmen zulassenoder selbstzu stimmen, weil das Instrument sonst zu sehr 
darunter leidet , und am Ende die Stimmung nicht mehr halt . 

§*• 

Es ist ebenfalls nothig, dass das Instrument ein paarmal das Jahr hindurch innerlich vom Stanhe 
ge re i n i ge t we rd e . 



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461 



S i e b «' n t e s 1% a p i I <■ I . 

f«w /'reien l*h a n t trsi ren f ( Extemporiren) und JPrii ludireh. 

Hier/,11 kann eigentliche Anweisung weder gegeben , nocb empfangen werden; doch lasst sich 
manehe uiitzliehe Bemerkuug unci Erfahrung dariiber mittheilen . 

Zum freien I'liantasiren wird vorausgesetzt : 

a.) als Naturgabe, die , der eigenen Kil'indung, des Seharfsinnes , iles feurigen Sehwunges 
und Fluges der Gedankeu, mid die der eigenen Aushildung, I'nigestaltung . Fortfiihrungund verkniU 
pfung' , sowohl des Selbsterfundenen , als aueh dessen , was man von andern als Stol'f, sich dariiberzu 
verbreiten , aufiiimmt ; 

b.) a 1 s Fo 1 g e gr iiud lie he r B i 1 d u n g • , eine so grosse Geiibiheit und Sieherheit in denGe = 
setzen der Har monie und ihrerniauuirht'altigsten Anwendimg, dass man , ohne an sie bestinimt zu 
drill. en , nielit melir gegen sie verstosst ; und eilie so grosse Geiibtheit und Siclierheit im Spi el, dass 
die Hiiude ohne Zwaug, gleiehviel in welcher Ton art sieh der Spieler befindet , das ausfiihren.was 
der Geist denkt.uiid /.war es ausi'iibreii , olme dass es des klaren Bewustseins iiber diese meehani= 
schen Verriehtungeu bedarf. Was der Aiigenhliek dem Kiinstler eingiebt , dart'., auf dem Instrument 
te , riehtig. sieher und angeiiiesseu vorzutragen , dem Kiinstler niebtsehwerer werden und seinenGeist 
nieht mehr in Aiisprnch nehnien , als es dem wissensehaftlieb gebildeten Manne wird und seinenGeist 
in Ausprueh nimmt , riehtig, bestinimt und angemessen zu spreelieu oder zu sehreiben; sonst liiuft 
er Gefahr, entweder zu stockeii uud sieh zu verwirren, oder zu Geiueinplatzen mid zu Eiiigeleruteai 
seine Zuflucht nehmen zu miisseu . 

Um dieses mehr zu verdeutliebeu , glauhe ieh nieht besser thun zu konnen , als wenn ieh hier den 
Weg vorzeiehne , auf welehem ieh mir selhst das freie Fhantasiren angeeiuet habe. 

Nachdem ieh das Klavierspiel , die Harmouie init alien ihren Wendungen , <lie Art riehtigund gut 
zu modulireu , die euharmouisehen Tonverweehslungen , den Cpntrapuiikt ete. hereits so in nieinerGe= 
wait hatte , dass ieh sie praktiseh aiiszuiiben im Stande war, und niein Talent selbsteigener Erfin = 
dung, (meine Fahigkeit, uiusikalisehe Ideen aus mir selhst zu erzeugen,) als das erste , beialleninur 
einigermassen bedeutendem freien Phantasiren vorauszusetzende Erfordernis , dureh das fleissige 
Spielen der vorziigliehsten altera und neuern Komposizionen erweitert , geniihrt , bereiehert,mei= 
nen Gesehmaek gereinigt , erbohet und befestigt hatte, mir dadureh aneh die Art, uiusikalisehe lde= 
en zu ordnen , zu verbinden , sie fort- und auszufiihren, ansehaulieher und geliiufiger gewordenwar: 
so benutzte ieh, wahreud des Tages besehaftigt mit Unterriehtgehen und Komponiren gewiihulieh 
des Ahends , wo ieh mieh frei , heiter uud aufgelegt fiihlte, die Stunde der Damnierung, um mich 
am Klavier phantasireud , bald im galanten .bald im gebiindenen und fugirten St.yl , meinen Ein = 
gebungen ( ineiiieii Ideen , Kentnissen und Gefiihlen ) zu iiherlassen. Ieh riehtete dabei meine Auf= 
merksamkeit vorziiglieh auf gute Verbiudung und Fortfiihruiig der Ideen, auf strengen Khythmus, 
aueh bei aller Takt-Manniehfaltigkeit des Ausdrueks und Cbarakters , auf abweehselndesKolorit 
clurch iVlanniebfaltigkeit der Vortragsarten , reieheres oder sparsameres Figuriren , iModuliren, 
Verziereu u. dgl. , und hiitete mieh besonders aueh, dass , wenn mir das Fort- und Ausspinnen ei = 
ner Idee gelang, ieh mieh nieht zu sehr in die Lange und Breite verlohr— wozu man in soleheinFaJle, 



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462 



damit aber entweder in althergebrachte Formen oder in Kiinsteleien Ieicht gerath, und so , bald 
steif and monoton, bald kleinlieh.iind unverstandlich wird . Dieses niein Phantasiren versuchte 
ich nun entweder bios auf nieine eigenen Melodien , wie sie niir ini Augenblick zukamen,zugriin= 
den, oder auch irgend ein bekanntes Thenia mit hinein zu verwehen, Letzteres wollte ich jedoch 
weniger variiren , als es gauz frei aus deni Stegreif in maneherlei Gestalten , Foriiien.Weiidungen. 
gebunden oder(uarh dem gewohnlichen Ausdruek) galant hearbeiten und durrhfiiliren. 

Nachdem sich soiait alliuahlig die Faihigkeiten, der Gesehmack und die Beurtheilung mehr 
ausgebildet und festergestellt hatten , ieh niir damit nach einigen Jahren ruhigen Studiums auf 
in e inciii Zimnier eine vollkommeue Gewandtheit und eiue Art von Zuversieht in der Sache er = 
worben batte, und der -Mecliaiiisimis ineiner Finger das , vom Geiste in deniselben AugenhlickEin= 
gegebene , sieher und oliue Sehwierigkeit auszufiihren vermochte: so versnchte ich,— aber langere 
Heit hindurch nur imnier vor wenigen Personen , theils Kennern , theils Nichtkennern zu phan = 
tasiren , und dabei im Stillen zu beobacbteu , welche Wirkung das Vorgetragene auf beide Theile 
meines kleinen, geniiscliten Publikunis machte_wobei ich weit weniger iliren Worten nach Been= 
digung, als ibreu Mienen und andern Regungen wahreud des Fortgangs meines Spiels, vertrauete. 
Obschon inir nun an der Kufriedenheit der Kenner bei weitem am meisten gelegen sein musste: so 
war niir do eh auch an der, der Niehtkenner , gelegen; denn es giebt ja in der ganzenWelt keinei= 
gentliches Publikum bios von Kennern , und vor dem Publico zu phantasiren , wollte ich ja lemen; 
auch iniissten das sehr pjedautische , eigensinnige Kenner sein , die nicht zwischendurch auch Et= 
was gern vernahmeu , was inehr die gemisehte Liebhaberwelt anzieht , oder sehr talentlose ,unge= 
lenke Kiinstler , die nicht auch dies so zu gestalten und auszufiihren vernioehten,dass es ,nehenAn= 
derr .auch dem Kenner gefallen kouute. Offentlich phautasirend hervorzutreten , wagte ich aber 
durchaus nicht eber , bis ich nach vielfaltigen Erfabrungen in jeuen engern Kreisen , gewissseinkoiu 
te , b.eiden verschiedeuartigen Theileu , woraus sie zusanimengesetzt waren , und momiis jedes grosse 
Publicum zusanimengesetzt ist — so weit das iiberbaupt niir moglich ist,zu genii gen. .letzt nun geste= 
he ich , dass ich_ und schon seit betrachlicher Keihe von Jahren— auch nicht eiuen Augenblick ver= 
legen bin, vor jedem Publico , und bestiinde es aus zwei-his dreitausend Sfiuhorern, zu phantasiren, 
luiige man nun vorziehen , dass ich dabei mich meiuen eigenen Kingebuugen und Gefiihlen alleinuher= 
lasse, oder niir vorgelegte Tbeiuata deuselben zu Gruiide lege. Ich fiible mich sogar friseher,freier, 
unbefangener und frohlicher sobald ich mich zu solcheiuPhantasiren , als wenn ich mich hinsetze , 
eine niedergeschriebene Composition , an welche ich mich ja docli mehr oder weniger kuechtischbiiu 
den muss, vorzutragen. Dies Letzte fiihre ichunbefangen bier an , keineswegs um mich vor meineu 
und der Leser Augeu herauszustreichen , sondernum Andere a«is meinen vielfaltigen Erfahrungen 
an mir selbst zur I'berzeugung von der Wahrheit zu ermuntern oder darin zu bestarken: dass— die da= . 
zu geeigueten Anlagen vorausgesetzt— K e it , Ge duld und Fl e i s s an's Ziiel geleiten. 

Mit Vorstehendem , was seinem wesentliehen Inhalte nach in der ersten AusgabediesesWcrks 
zu lesen war, glaubte ich dem zu hoherer Vollkommeuheit sich ausbildenden Kiinstler das Nothige 
und durch schriftliche Worte darstellbare iiber das freie Phantasiren g-esagt zu haben;auch mich 



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4G3 



eben hier , wo von einem Gegenstande gesprochen wird, der den Gipfel oder Schlussstein derYir = 
tuositat ausiuaeht , nur an ihn wend en zu nn'issen. leh glaube Beides noch. Gleichwohl kamenseit= 
d'em an niieh mehrere Ausserungen von der Fnzulanglichkeit des von niir Beigebraehten , und 
Anforderungen, ieh nioehte den Gegenstand nieht bios so im Ganzen zusammeugefasst ,son= 
dern audi niehr in das Einzelne eingehend , bebandelt ; oder aueh , ieh nioehte ihn niehtblos 
naeh jeneiu Hlthenpunkte hin , sondern aneh innerhalb einer mittlern , gewohnliehern Re = 
gion, darzustellen gesucht haben . Diese Ausserungen und Anforderungen kamen nieht 
von Kiinstlern , sondern von geschiekten , ausgezeichneten Liebhabern, oder von Beur = 
theilern , die in deren Namen sprachen ; von denen ieh die Einen ,wie die Andern , gar 
selir zu aehten hahe. I) a ruin beniiihe ieh niieh hier , auehdiesen, so gut iehs vermag , zu 
dienen und setze f iir sie jetzt Folgendes hinzu , indent ieh dahingestellt sein Iasse , ob 
aueh hin und wieder ein Kiinstler von Einigem fiir sich Gebraueli zu maehen niithig und 
niitzlieh finde , oder nieht. 

Ieh uehine Liebhaber an , die , naeh gutem Unterricht in allem theoretiseh-und prak- 
■ tiseh-Elementarischen , sieh ini Spiele , was Fertigkeit , Sieherheit , Gesehmaek und Ausdruek 
betriff't , betrachtlieh geiibt und ausgebildet haben . ( Wollten Andere frei phantasiren,sowa = 
re es dasselbe , als wollten sie malerisehe Compositiouen liefern,ohne zeiehnen zu konnen, 
oder als wollten sie diehten und ihre Diehtungen mittheilen , ohne die Sprache iniie zu haben.) 
Aber es will jenen Liebhahern , wie ieh niir sie denke, nieht gelingen, die ihnen zuweilen zu= 
konimendeu eigenen Ideen geordnet und zweekmassig auf dem Instruniente sofort auszufiihs 
ren. Dies wiinschen sie aber ernstlieh; doeh nieht , um damit offentlich hervorzutreten,sou = 
dern nur sieh selbst und etwa einige Freunde in dieser Weise init Geist und Seele zu unter= 
halten:sieh selbst und ihnen genug zu tluiii. 

Was oben fiir Kiinstler uuter a , und b , vorausgesetzt ist : das bleibt_ die Natur derSaehe 
verlangt es_ aueh bei ihnen vorauszusetzen ; namlieh den Gegenstanden i nur nieht demGra= 
de naeh . „ Nieht dem Grade iiaeh"; deun man maeht an sie, die Liebhaber, zwar dieselben 
Anforderungen in den Hauptsaehen, aher man maeht sie nieht in Nebensaehen , und aueh 
nieht , was jene betriff't ,. in gleiehem Maase_ sowohl in Hinsieht auf das Geistige, als auf 
das Meehanisehe . So ist , naeh Reeht und Billigkeit , b e i ihnen kein Aufheben davon zu 
maehen, wenn im Laufe des Spiels z. B. die Gedanken zuweilen nieht sogleieh zufliessen 
wollen und sie sich , um nieht zu stoeken , ein Weilchen in allgemeine Phrasen , Laufe , Ar = 
peggiaturen u . dgl. fliiehten; oder wenn eine Hauptmelodie , eiiiThema, ihnen zuweileneher 
entsehliipft , als sie aus ilim gebildet haben , was sich aus ihm ohne Zwang bilden lasstund 
sie wohl aueh zu auderer Zeit daraus gebildet batten: wenn sie mithin, gleichfalls uni nieht 
zu stoeken , naeh einem andern Auswege greifen , und ware dieser Ausweg im Nothfall und 
fiir den Augenblick nur ein sogenannter Gemeinplatz ; oder wenn ihnen im Mechanischender 
Ausfiihrung , im Spiele selbst , mitunter Etwas nieht voUkommen gelingt_ u. dgl. m. Wie 
nun aber Andere in solehen Hinsichten an die Liebhaber nur miissige Anforderungen maehen: 



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464 



so sollen auch sie sellist in solehen Fallen weder ungeduldig werden , ivoch verzagen und ab = 
lassen i audi wean sie ganz bestimmt einsehen und fiihlen , sie vermogen nieht zu erfiillen, 
was sie niit Andern_wie es aueh ganz irecht ist— voni Kiinstler allerdiugs verlangen. Xur 
dass sie sieh dessen bewusst bleiben und nicht in Selbstgeniigsamkeit und Selbstschmeiehe = 
lei verfallen , weil sie sonst nieht weiter kanien_\vas aber durch bftere, ausdauerndei'ljung 
gewiss gesehieht: und wer in alien solehen I) in gen nirht weiter kunimt , der kbmmt zuriiek . 

Bei soleher treuen (Jhung- und allmahliehen Forthildung glaube ieb nun verschiedene Er= 
t'ahrungen dem Liebhaber empfehlen zu diirfen , die ihni zuni Vortheil dienen konnen. 

1, Ein Hauptiihel, das dem freien Phantasiren ( soil es namlieh von einiger Bedeutungsein) 
bei nieht wenigen Liebhabern Hindernisse legt und fast alien es ersehwert ; ein Ubel , das auch 
uur naehuud uach , meistens ziemlieh spiit , ganz weggeraunit werden kann_ ist das vorhin er= 
wiihnte, zu schnelle Yerfliegen der Hauptideen , der eben erst hervorgetretenen Melodieen,die, 
gehbrig behandelt, vielleicbt einen sebbuenund ausgiebigen Stoff zu maunichfaltigerund an= 
zieheuder Fortfiihrung aligegeben batten. Die nbthigen Taleute und Fertigkeiten hier ,wie in 
dies em Kapitel iiberall, vorausgesetzt _ bat dies Fbel seinen Ursprung meistens darin, dass der 
Liebhaber , hat er keine .\oteu vor sieh , sellen geuugsame Fassungund Kuhe behiilt , um seine 
aufgeregten Kriif'te auf Einen Punkt beharrlich zu fixiren uud fur ihn zu verwenden; undzwei= 
tens , weil er von Gewandfheit und Geliiufigkeit in h a r mo n is ch-e r Fort- und Ausfiihrung nodi 
nieht geiuig besitzt , und besitzen kaiin-iini schnell , und ohne gestbrt oder aufgehaltenzu wer= 
den, zu bemerken , Mas in soleher Hinsiebt sicb mit eiuer soleben musikalisehen Idee,mitsoleh 
einer Melodie , a.nfaugen liisst_wo dann freilich, in Widen Fallen, die Einbildungskraft a'b = 
springt uud das Gedachtnis zerstreuet wird. Der Grand des Vhels giebt die Mittel an die 
Hand , ihni mit Erfolg zu begegnen . Ieb rathe daher , was das Erste betrifft : bei einsamen 
Studien und I'liiingeu bedeuke und wiible man vo rhe r , ehe man zu spielen beginnt.dieHaupt= 
melodieeu , die man seiuem Vortrage zu Grunde legen will, wiederhole sie sieh ganzbestimint 
in der Erinnerung, dann auf dem Iiistrumente , und sehon bier vorlaufig mit da und dort ver= 
iinderter Haruionie. Bei dieser Beschaftigung wird sieh nun aueh Maneherlei melden , was 
sieh aus so einer Melodie , theils wie sie iiu Ganzen ist, theils aus einzelneii Stiieken undEiiu 
sehnitten derselben , dureh weitere Fortsetzung, dureh Verlegung in andere Stimmen ,dureb 
kleine Ausspielungen oder eigeutliehe Imitationen ete. werde hilden lasseu; und auehdies su= 
ehe man vorlaufig sieh zu merkeii — nieht angstlich , als wolle man es auswendig lernen,doeh 
aufmerksam, um es sieh einigerinassen einzudriieken . Hat man so die Grundlage in der Er = 
iunerung befestigt und dureh solehe fragmeutarische Vorversuehe sieh maneherlei Stoff zur 
Ausfiihrung gesammeit : dann erst beginne man fortlaufend seiuen Yortrag; dann yird man 
nieht leieht in jenen Fehler verfallen oder doeh ihn sehnell besiegen; denn es wird , bald dies, 
bald das , was man sieh fiir die Fortfiihrung ersonnen , so ziemlieh wieder erwaehen ,ja.ingliick= 
licher Stunde nicht nur dies , sondern es wird wohl aueh noeh IVIanehes, was man nieht vorher 
ersonnen, in dem, dureh das Spiel selbst gehobenern uud belebteren Geiste hinzutreten , und 



XX. 



T.H.5201. 



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jenes sich weiter ausbreiten , aueh sich zusammenhangender und iiberhaupt besser gestalten. 
Wenn aber auch dies Letztere, bevor man im freien Phantasiren schon betrachtliche Geiibt = 
.heit erlangt hat , nicht i miner , ja nicht oft gel in a en will: so hat man doch den Vortheil,dass 
man sich damit jenes Ubels der Zerstreutheit , des Ahspringens u.dgl. naeh und nachentwiihnt, 
und dann wird aurh immer ofter und immer besser gelingen , was Anfangs nur selten oder spar= 
lich gelang.— Bei dem vorhin angefiihrten Zweiten rathe ieh : Man mache , bis mansrhon be = 
deutende Gewandtheit und Gelaufigkeit in h ar men is e he r Fort -und Ausfiihrung erlangt hat, 
die gewo hnl ieh ern Formen , Gsinge und Wendungeu des ge b u n de n e n St.yls zu einem Haupt = 
gegenstande seiner Privatiibung ,theils durch fleissiges Spiel von Fugen und andern contra = 
punktisch ausgearheiteten Stiicken ,theils durch eigene , wenn auch erst kleine , und, will sichs 
* nicht anders finden , selbst bios in den gewiihnlichen Kreisenund Formen sich hewegendeVer= 
suche. Dahei besorge man ja nicht, man werde sich so an den bios berechneten , trockenen , 
langweiligen und seelenlosen Fugensehlendrian gewtihnen : besitzt man wirklich Geist , so 
wird sich dieser, durch solche tlbungen nur noch mehr im Engern, im Gedrangtern und Behara 
lichern zusammengehalten , zuverlassig nicht niederdriicken oder gar ersticken lassen ; er 
wird nur desto mehr sich hindurchdrangen , einer strengern Ordnung sich bequemen lernen , 
eine edlere Richtungzu fassen und zu behaupten sich angewohnen , und dann auch in andern, 
selbst ganz freien Formen und Bewegungen , nicht nur ungehinderter , sondern zugleich iiber = 
haupt geordneter und nach edlerer Richtung sich aussprechen. Pficht bios die immer neuen , 
eigenthiimlichen und schiinen Ideen , noch die geniale , oft iiherraschende Aufste!lunguiidGrup= 
pirung derselben , noch auch die hochstmannichfaltige , stets vollendete Art des Ausdrucks im 
Spiele selbst , sondern_ allerdings zugleich mit jenem Allem — gauz wesentlich und in sonder = 
heit eben jener Vorzug, den ieh zuletzt erwahnt habe, und der den Meister in erstaunlicher 
Vollkommenheit , Kwanglosigkeit und Mannichfaltigkeit stets zu Gebote stand , gab z. B. Mo = 
zarts freien Phantasieen ihren Reichthum , ihre Fiille und Wiirde , ihren festen Zusammenhang 
und ihren wahrhaft unbeschreiblichen Reiz, nicht nur fur Kiinstler und Kenner , sonderu auch 
fiir jedes nur empfanglirhe und iiberhaupt gebildete Publicum. 

2. Es sind zwei Fiille , wo der Liebhaber (und der Kiinstler auch) einsam oder vor Andern 
auf seinem Instrumente phantasirt: entweder , er will ohne besondere Absicht sich bios sei= 
uen Gedanken und Empfindungen in seiner Kunst iiberlassen -> oder er will auf irgend ein be = 
deutendes Musikstiick , das er vorzutragen gewiihlt , vorbereiten— will sich und die Zuhiirer 
im voraus dafiir erwecken , dafiir stimmen , fiir St.yl und Charakter desselben empfanglicher 
machen , damit es inn so mehr seine beabsichtigte Wirkung thue. Dies Zweite nennt' man 
bekanntlich praludiren. Was bisher gesagt worden ist , ist fiir beide Falle gesa-gt , und 
iiber den ersten habe ieh nur noch eine Warnung hinzuzusetzen , gegen welche leichtund oft 
gefehlt wird , obgleich sie sich_ auch aus dem Vorstehenden_ von selbst ergeben so lite. 

Der Phantasirende , wenn er vor Andern spielt , hiite sich , ihnen allzuvieles zuzumu = 
then , indent er entweder iiberhaupt zu lang und zu breit wird , oder , indent er besonders zu 



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lange in einer und derselben Form und Stimmung- , oder auch nur in solchen , die einander 
nahe verwandt sind , verweilt; vielmehr sind wohlg-ewahlte und mit Maas ang-ebrachteCoiu 
traste stets ermunternd und von guter Wirkung. ( Es ist gemeint , dass , nachdemderPhan= 
tasirende z . B . eine Weile in ernster _ sei es nun feierlieher oder feuriger Stimniung- und 
Bewegung, oder auch in gebundener Ausfiihrung'sart , grespielt hat,ernun unvernierkt in ei = 
ne sanfte,freundliche Melodie iibergleite und diese eine Weile ganz einfach behandle ;oder 
umg-ekehrt j dass er eine solche Melodie , hat er sie einfach vorgetrag-en , dann ein wenig-be= 
lebter fortfiihre , nun aber sie von ganz anderer Seite fasse , sei das nun als Thenia zu krafti= 
ger, contrapunktischer Ausarbeitung- , oder als Leitfaden und gleiehsam als immer wieder = 
kehrender Refrain zu freiem, frohlichem , humoristischem Spiel— u. dgl. m.) Damit nun aber 
der Phantasirende , wenn ihn Anderehiiren , fahigr und geschickt sei , das hier Verwarndte zu 
vermeiden und das Bmpfohlene zu leisten : so nehme er , aueh wenn er fur sich allein spielt , 
auf Beides wenig-stens einigen Bedacht . 

Was aber den zweiten Fall betrifft_das Praludiren_ so srheint mir besonders Folgen = 
des zu erinnern . 

Dass , wer auf ein bestimmtes Musikstiick g'ehtirig' vorbereiten will , dies sehon g'enau ken= 
nen und eben jetzt_auch nach seinem St.yl und Ausdruek— vollkommen in der Erinnerung- ha= 
ben muss: das braucht kaum erwahnt zu werden. Die Vorbereitung' seiner selbstoder seiner 
Zuhorer auf solchein Musikstiick wird nun aber am fiig-lichsten , zweckmassig'sten und wirk = 
samsten auf zweierlei Weise stattfinden: entweder durch Uberleiten oder dureh den C o n = 
t r a s t . B eide Verfahrung'sarten sind auf die Natur der Saehe und der mensehlichen Empfin = 
dung's weise gegriindet . Die grossen Meister der Vorzeit , Sebastian und Karl Philipp 
Emanuel Bach, Handel ■, Scarlatti , spater auch Mozart, i; alien dem ersten Verfahren, 
als dem uatiirlichern, unbeding-t denVorzug: jetzt wahlt man weit ofter das zweite , als das 
iiberraschendere und scharfere . ( Das that meistens auch Beethoven, und aus demse!benGrun= 
de .) Ausser in besondern Fallen , wird der Liebhaber wohl thun , sich ofter an jene anzuschlies^ 
sen 5 die Griinde dieses meines Raths liegen vorziiglich in ihm selbst : ich iiberg'ehe sie nur da = 
rum , weil sie sich ohne Weitlaufigkeit nicht darstellen liessen._ Eine eig'entliche Vorsehrift 
iiber den Gang- der Ideen und iiber die Art ihrer Ausbildung- lasst sich fiir beide Verfahrung-sar = 
ten nicht g:eben : auch das Praludiren soil ja freie Eingebung- und Ergiessung sein, wiire dann 
aber nicht mehr frei. Doch,um die Sache selbst deutlieher , anschaulicher zu machen,und al = 
lenfalls denjenig'en , welche noch g-ar nicht in ihr geiibt sind , einig'e Handleitung' zu g-eben ,his 
sie solcher nicht mehr bediirfen, mog-en zu jeder der beiden Verfahrung-sarten hier einig'e 
Grundlinien g-ezogen werden. 



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Wir nehmen als Beispiel an: es ist ein grosses , er nates und feuriges Bravurstiick, griind = 
lieh ausgearbeitet, was der Spieler vortragen und worauf er praludirend vorbereiten will. 
I'berall ist vorauszusetzen , dass er selbst und dass die Zuhorer, wenn er deren hat,ehedasSpiel 
beginnt zwar gesammelt und aufmerksam , aber ruhig sind, und erst starker belebt und hither 
gehoben werden wollen: darum wird bei beiden Verfahrungsarten — dem Uberleiten und deni 
Contrast— rathsam sein , dass der Spieler ruhig und einfach beginne , etwa mit gebroehenen Ac= 
corden , langsamen Arpeggiaturen u. dgl. , auf der Tonika des hernach vorzutragenden Stiicks , 
und darin,ohne oft weehselnde oder fremd ausgreifende Modulationen, aueh in gleiehmassiger 
Figur und Bewegung , ein Weilchen beharre; dann erst , und nur naeh und naeh , sirhundsein Spiel 
dureh mehr Fiille und Fremdartigeres in der Harmonie , so wie durch reiehere und ungewiihnliche= 
re Figurirung und beschleinigtere Bewegung , steigere. Jetzt trennen sieh die Wege heider Ver = 
fahrungsarten . Will der Spieler 

a , iiberleite n,so nahert er sich allmahlieh dem Charakter ( dem herrsehenden Ausdruck ) 
des gewahlten Bravurstiicks, flieht vielleicht Anspielun^en a\if das demselben zu Grunde liegende 
Hauptthema ein , nahert sich demselben immer mehr, bis er es hestimmtund hervorgehobenzu ver= 
nehmen giebt , wie es im Stiioke selbst vorkcimmt , verweilet nun bei diesem , indent er es auf seine 
eigene Weise— durchaus nieht auf die , wie es vom Componisten selbst gescheheri ist — fort-undaus= 
zufiihren versucht , (z.B. in gebundenem Styl , wenn der Componist es im freien , oder im freien,wenn 
dieser es in gebundenem behandelt hat ) lasst dann alles dies Bestimmte naeh und naeh wieder in 
Allgemeineres sieh auf lo sen, (z.B.ohngefiihr wie zu Anfang seines Praludiums , oder in leiehten 
und freien , doch dem Ausdrueke naeh sehr gemassigten Figuren ,) und dies endlieh auf einer Ferma= 
te , der Bominante des Stiieks , Ieise verklingen; worauf er nun dies Stuck selbst kriiftigund feurig 
beginnet . _ Wahlt der Spieler 

b., denCont r ast , so wird er wohlthun , von da an , wo sich beide Wege trennen , sein Spiel in 
alle dem, worin er es bis dahin belebt und gehoben, noch mehr und bis zum stark en Affect zu stei = 
gern, und zwar so hoch er's vermag, aueh darin so lange beharrend ,als er's verraag; dann naeh 
starker Fermate abzubrechen, und nun aus dem hernach vorzutragenden Bravurstiiek—niehtdas 
kraftige Hauptthema , sondern eine sanfte , gefallige , einschmeichelnde Melodie , die vom 
Componisten jenem etwa entgegengesetzt und als Zwischensatz behandelt ist, so wiesie vor= 
geschrieben worden , zu hiiren zu geben, bei dieser zu verweilen , sie immer sanfter, gefalli = 
ger, einschmeichelnder-_auch immer einfacher in der Harmonie, wenn sie nieht schonvomCom= 
ponisten moglichst einfach dargestellt ist_ fortzufiihren , und also sie , und mit ihr sein Praludi = 
urn, allmahlieh gleichsam absterben zu lassen ; worauf er dann das Stuck selbst kraftigund feu = 
rig eintreten lasst . 



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Ich wiederhole : dies Beides ist keineVorschrift ; Beides enthalt nur Vorschliige und Grund= 
linie^e+nes zweckmassigen uad wirksamen Verfahrens ,um die Saehe im Allgemeinen deutlieh 
und anschaulich mmarhen, und dem-Ungeiibten einige Handleitung zu bieten. Spater wird er 
an sieh selbst «rfahren _ stets die niithigen Naturanlagen , so wie die erforderliehen , erworbe = 
nen Fahigkeiten und-Fertigkeiten vorausgesetzt _ dass sich nicht nur die Entwiekelung jenes 
Angedeuteten , sondern aueh die Folge seiner. Bestaudtheile , wie beim gaiia-, freien Phantaisi = 
ren , so beim Priiludireii , vielfaltig verandern lassen . Der Geist ist unendlir-h und unerschiipf = 
lich: die Kunst ist beides gleiehfalls . — Yordemselben aher, wovor schon bei der ganz freien 
Phantasie gewarnet werden musste , muss beim Praludiren doppelt gewarnet werden,weilhier 
die Aufmerksamkeit und Kraft des Zuhorers nicht im voraus gleichsam aufgebraucht darf , son= 
^ dern hauptsachlieli dem gewahltenStiickeverspart werden muss . 

1 3., Ich sehliesse mit einer Empfehlung des freien Phantasirens iiberhaupt und in jederaeht= 

baren Form an Alle 5 denen es nieht bios um Unterhaltung und uni Geschicklichkeit iui Prakti = 
schen , sondern aueh , ja vornehmlich, um den Geist und Sinn in ihrer Kunst zu thun ist: diese 
Empfehlung aber ist nie so dringend gewesen 5 als jetzt , weil es deren , die nur jene , nieht diese 
beabsiehtigen , nie so Viele als jetzt gegehen hat. Selbst wenn man mit Ge ist immerwahreiid 
nur Noten spielt, wird derselbe viel weniger genahrt, erweitert und ausgehildet , als dureh of= 
teres , wenn aueh nur massig gelingendes , dochiuit vollem Bewustsein , Aufbietung allerKraf r 
te, naeh gewisser Biehtung und Ordnung geiibtes freies Phantasiren . Und welch ein ganzbeson= 
deres Miftel der innern Belebung und Starkung , der Erhebung in gedriiekter , der Beruhigung in 
aufg-ereizter Gemiithslage , und mithin aueh weleh ein ganz besonderes .Ilittel zu einem wiirdigen, 
wahi'liaftwohltliiienden , erquickenden Genusse , solchein freies Phantasiren darbiete_sehon da = 
dureh, dass es sich naher , als alles Vorgeschriebene , an des Spielers eigenste Individuality 
und an sein innerstes Wesen anschliesst, wieVlies eben in dieser Stunde beschaffen und ge = 
sti limit , wie eben jetzt sich auszuspreehen ihm Bediirfniss desGeistes und Herzens ist: da = 
von wiinsche ich alien meinen Lesern, indent ich yon ihnen scheide, vielfa'ltige Erfahrungen 
an sich selbst, und glaube ihnen in ihrer Kunst nichts Schoueres und Werthvolleres wiinschenzu 
konueil. 



XX. T.H.5201 






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